Harald Poelchau - Harpprecht, Klaus

Klaus Harpprecht 

Harald Poelchau

Ein Leben im Widerstand

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Harald Poelchau

Klaus Harpprecht zum 80. Geburtstag

Dieses Buch zeigt die bewegende Lebensgeschichte Harald Poelchaus in einer Biographie. Er ahnte nicht, dass er als Gefängnispfarrer in der Berliner Haftanstalt Tegel dem mörderischen Charakter des Nationalsozialismus so hautnah begegnen sollte. Unter dem Schutz, den er als Geistlicher genoss, baute er ein Netzwerk auf, das den Verfolgten Unterschlupf bot und vielen das Leben rettete.


Produktinformation

  • Verlag: Rowohlt Tb.
  • 2007
  • Ausstattung/Bilder: 2007. 250 S., 8 Fototaf.
  • Seitenzahl: 256
  • rororo Taschenbücher Nr.62228
  • Deutsch
  • Abmessung: 190mm x 123mm x 22mm
  • Gewicht: 245g
  • ISBN-13: 9783499622281
  • ISBN-10: 3499622289
  • Best.Nr.: 20847440
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 24.03.2004

Dr. Tegel gegen Hitler
Ein Gefängnispfarrer im "Dritten Reich" / Von Rainer Blasius

Am 1. April 1933 trat Harald Poelchau seine neue Stelle an. Etwa sechshundert Personen hatte er im "Verwahrhaus III" des Gefängnisses Tegel - elf Kilometer vom Berliner Stadtzentrum entfernt - seelsorgerisch zu betreuen. Der 1903 geborene staatliche Fürsorger und Theologe wurde noch im Sommer 1933 Staatsbeamter. Poelchau, der in seiner Tegeler Funktion in keinem Dienstverhältnis zur evangelischen Kirche stand, war "der erste Gefängnisgeistliche im Dritten Reich - eine düstere Pointe, die sich Poelchau später zuweilen zunutze machte, um den braunen oder schwarzen Schergen die eine oder andere Konzession abzupressen". Darauf weist Klaus Harpprecht in seiner einfühlsamen und sehr lesenswerten Biographie hin.

Am 17. April 1934 mußte der leidenschaftliche Gegner der Todesstrafe den ersten Delinquenten zur Exekution begleiten. Mehr als tausend Menschen sollte Poelchau bis 1945 auf die Hinrichtung vorbereiten oder auf dem schrecklichen letzten Weg beistehen, unter ihnen viele Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944, der "Roten Kapelle" und des "Kreisauer Kreises". …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Sehr angetan zeigt sich Rezensent Reiner Blasius von Klaus Harpprechts Biografie des 1903 geborenen Seelsorgers und Theologen Harald Poelchau, der ab 1933 im Dritten Reich als Gefängnispfarrer tätig war. Wie Blasius referiert, musste Poelchau, ein entschiedener Gegner der Todesstrafe, über tausend Menschen, darunter viele Widerstandskämpfer, zwischen 1933 und 1945 auf ihre Hinrichtung vorbereiten und auf ihrem letzten Weg begleiten. Er ermöglichte den Hitlergegnern, während ihrer Haftzeit untereinander in Kontakt zu bleiben, kümmerte sich couragiert um die Hinterbliebenen und gewährte politisch oder rassisch Verfolgten Schutz. Das Resümee des Rezensenten: eine "einfühlsame und sehr lesenswerte Biografie".

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 19.07.2004

Ein Wunder in jener Zeit
Zum ersten mal aufgezeichnet: Harald Poelchaus Leben
KLAUS HARPPRECHT: Harald Poelchau. Ein Leben im Widerstand. Rowohlt Verlag, Hamburg 2004. 250 Seiten, 19,90 Euro.
Kaum zu glauben, dass dieses so überaus tapfere Leben erst jetzt seinen Biographen gefunden hat. Um so mehr muss man Klaus Harpprecht danken und diese Lebensgeschichte lesen, wenn man nur einen Funken Interesse daran hat, was nicht nur an Widerstand, sondern an elementarem Anstand und alltäglicher Subversivität im Dritten Reich möglich war.
Harald Poelchau war keine treibende Kraft bei den Planungen des Tyrannenmords wie die Stauffenberggruppe, er hat keinen politischen Widerstandszirkel initiiert wie Helmuth von Moltke oder Henning von Tresckow, auch wenn er mit Moltke, mit Bonhoeffer und vielen anderen Widerstandspersönlichkeiten eng vertraut war. Seine Leistung war eine stillere, sehr viel unauffälligere. Er hat über all die zwölf Jahre - in diesem Fall gilt das Wort „schlicht und ergreifend” - Verfolgten und Bedrohten geholfen und unrettbar Verlorenen Beistand geleistet. Es muss eine geradezu entwaffnende Selbstverständlichkeit um ihn gewesen sein, mit …

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Klaus Harpprecht, geboren 1927, hat als Journalist unter anderem für RIAS, SFB und ZDF gearbeitet. Von 1966 bis 1969 war er Leiter des S. Fischer Verlags und von 1972 bis 1974 Chef der Schreibstube und Berater von Willy Brandt. Klaus Harpprecht lebt als freier Schriftsteller in Frankreich. 2009 wurde er mit dem "Lessing-Preis" ausgezeichnet.

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