Hans Frank - Schenk, Dieter

Dieter Schenk 

Hans Frank

Hitlers Kronjurist und Generalgouverneur

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Hans Frank

Dr. jur. Frank vertrat in der "Kampfzeit" seinen "Führer" vor Gericht. Nach 1933 schaltete er als Reichskommissar die Justiz gleich und machte das Unrecht zur Geschäftsgrundlage. 1939 Generalgouverneur im besetzten Polen: besessen von Prunk und Pomp, fanatisch und korrupt. Wurde wegen Beteiligung am millionenfachen Mord an Juden und "Missliebigen" am 10.6.1946 in Nürnberg hingerichtet.


Produktinformation

  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 485 S. m. Fotos.
  • Seitenzahl: 485
  • Fischer Taschenbücher Bd.16731
  • Deutsch
  • Abmessung: 193mm x 125mm x 41mm
  • Gewicht: 370g
  • ISBN-13: 9783596167319
  • ISBN-10: 3596167310
  • Best.Nr.: 23319432
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 24.09.2007

Ein furchtbarer Jurist
Das Schreckensregiment des Kriegsverbrechers Hans Frank
Er war ein betrügerischer Winkeladvokat, stieg früh zum Parteijuristen auf, wurde Justizminister in Bayern, Gleichschaltungskommissar für das Justizwesen, Reichsminister, Multifunktionär und schließlich Generalgouverneur im besetzten, aber nicht annektierten Teil Polens, dem sogenannten Generalgouvernement. Gleichzeitig war er ein guter Pianist, Opern- und Literaturkenner, begabter Schachspieler, Gourmet, Liebhaber vieler Frauen und verstand sich als „Kulturmensch”. All das war Hans Frank, der im ersten Nürnberger Kriegsverbrecherprozess zu Tode verurteilt und 1946 gehängt wurde. Die gut recherchierte und gut geschriebene Biographie stammt von Dieter Schenk, einem pensionierten Kriminalbeamten.
Dass die Person Franks – nicht sein Wirken in der Partei und im Generalgouvernement – so spät in den Blick kommt, ist erstaunlich. Der äußerst eitle Politiker und Offizier hinterließ ein ausführliches „Diensttagebuch”, das den Zeitraum seiner Tätigkeit in Polen von 1939 bis 1945 akribisch beschreibt. Die 40 Bände umfassen 11 367 Schreibmaschinenseiten, auf denen nicht …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 06.09.2007

Exzentrischer Machtmensch
Hans Frank: Vom Anwalt Hitlers zum Generalgouverneur in Polen

Er nannte sich Reichsrechtsführer und Präsident der "Akademie für Deutsches Recht", war Ehrenbürger von Karlsruhe, seiner Geburtsstadt, und von München. Im Auftrag Hitlers, dem er in der "Kampfzeit" als bevorzugter Rechtsanwalt zur Abwehr zahlreicher Klagen gedient hatte, organisierte er nach 1933 die politische Gleichschaltung der Justiz - zunächst in Bayern und dann im Deutschen Reich. Hitler belohnte ihn mit Ämtern und Pfründen: Reichsminister ohne Geschäftsbereich und Mitglied des Reichstags. Als Generalgouverneur residierte er mit Prunk und Pomp im einstigen Königsschloss zu Krakau. Kritische Zeitgenossen sahen in ihm schon frühzeitig einen "größenwahnsinnigen Pascha" (so Ulrich von Hassell), bald darauf den "Schlächter von Polen" und einen politischen Verbrecher erster Klasse. Die Rede ist von Hans Frank (1900-1946), Hitlers Statthalter im besetzten Polen. Nach den immer noch lesenswerten biographischen Kurzporträts von Joachim C. Fest (in: Das Gesicht des Dritten Reiches) und Christoph Kleßmann (in: Die braune Elite) liegt nunmehr eine …

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Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Etwas enttäuscht zeigt sich Rezensent Michael Wildt von Dieter Schenks Biografie des NS-Juristen Hans Frank. Dabei hält er das Werk für durchaus solide, materialreich und gut recherchiert. Für den klassisch-konventionellen Ansatz der Arbeit, Frank als Individuum in den Mittelpunkt zu stellen und seinen Lebensweg von Geburt bis zum Tod abzuhaken, kann er sich allerdings nicht erwärmen. Zwar erfährt man dabei zahlreiche Einzelheiten über das brutale Schalten und Walten Franks als Hitlers Generalgouverneur in Polen. Für Wildt bleibt der Autor mit seinem Werk aber hinter den Möglichkeiten moderner biografischer Studien zurück. Fruchtbarer wäre es seines Erachtens gewesen, wenn Schenk die Karriere Franks exemplarisch untersucht und sie etwa mit der Carl Schmitts verglichen hätte.

© Perlentaucher Medien GmbH
Dieter Schenk, geb. 1937, war als Kriminaldirektor im Bundeskriminalamt jahrelanger Berater des Auswärtigen Amtes in Fragen der Sicherheit des diplomatischen Dienstes im Ausland; 1989 schied er auf eigenen Antrag aus dem Polizeidiest aus. Bekannt wurde er durch den Tatsachenroman "BKA - Die Reise nach Beirut". Für sein Buch "Die Post von Danzig - Geschichte eines deutschen Justizmordes" wurde er in Polen und in Deutschland mit Auszeichnungen geehrt. Seit 1998 ist Dieter Schenk Honorarprofessor der Universität Lodz mit einem Lehrauftrag für Geschichte des Nationalsozialismus.

Leseprobe zu "Hans Frank"

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