Das Kulturlexikon zum Dritten Reich - Klee, Ernst

Ernst Klee 

Das Kulturlexikon zum Dritten Reich

Wer war was vor und nach 1945

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Das Kulturlexikon zum Dritten Reich

"Dieses neue Lexikon mit ungefähr 4000 Einträgen zu Personen aus dem Kulturbetrieb der NS-Zeit ist ein konkurrenzloses Nachschlagewerk, das in die Handbibliothek derer gehört, die sich mit dem Nationalsozialismus beschäftigen. Interessant ist das Werk auch deshalb, weil der Autor so weit wie möglich auch die Nachkriegskarrieren recherchiert hat. Verzeichnet sind die wichtigsten und bekanntesten Personen aus Adel, Archiv- und Büchereiweisen, bildender Kunst, Film, Geisteswissenschaft, Kunstgeschichte, Literatur, Musik (einschließlich Unterhaltungs-, Film- und Militärmusik), Rundfunk, Theater und vielen anderen Bereichen. Hunderte der genehmsten Schauspieler, Schriftsteller, Maler, Architekten, Komponisten, Dirigenten, Musiker etc.waren 1944 in einer systematisch rubrizierten "Gottbegnadeten-Liste" (sic!) des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda unter Joseph Goebbels aufgeführt worden, was für die Genannten handfeste materielle Vorteile bedeutete. Viele Profiteure und Karrieristen huldigten Hitler als dem "ersten Künstler der deutschen Nation"; viele von ihnen sind selbst in Auschwitz zur Unterhaltung der SS aufgetreten. Das Lexikon dokumentiert darüber hinaus Hunderte von Opfern der damaligen Kulturpolitik: Verfemte und Verfolgte, die ins Exil gehen mussten bzw. ermordet wurden."

Dieses neue Lexikon mit ungefähr 4000 Einträgen zu Personen aus dem Kulturbetrieb der NS-Zeit ist ein konkurrenzloses Nachschlagewerk, das in die Handbibliothek derer gehört, die sich mit dem Nationalsozialismus beschäftigen. Interessant ist das Werk auch deshalb, weil der Autor so weit wie möglich auch die Nachkriegskarrieren recherchiert hat.
Verzeichnet sind die wichtigsten und bekanntesten Personen aus Adel, Archiv- und Büchereiweisen, bildender Kunst, Film, Geisteswissenschaft, Kunstgeschichte, Literatur, Musik (einschließlich Unterhaltungs-, Film- und Militärmusik), Rundfunk, Theater und vielen anderen Bereichen. Hunderte der genehmsten Schauspieler, Schriftsteller, Maler, Architekten, Komponisten, Dirigenten, Musiker etc.waren 1944 in einer systematisch rubrizierten Gottbegnadeten-Liste (sic!) des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda unter Joseph Goebbels aufgeführt worden, was für die Genannten handfeste materielle Vorteile bedeutete. Viele Profiteureund Karrieristen huldigten Hitler als dem ersten Künstler der deutschen Nation ; viele von ihnen sind selbst in Auschwitz zur Unterhaltung der SS aufgetreten. Das Lexikon dokumentiert darüber hinaus Hunderte von Opfern der damaligen Kulturpolitik: Verfemte und Verfolgte, die ins Exil gehen mussten bzw. ermordet wurden.


Produktinformation

  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt
  • 2009
  • 1. Auflage
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 648 S.
  • Seitenzahl: 656
  • Fischer Taschenbücher Bd.17153
  • Deutsch
  • Abmessung: 189mm x 126mm x 38mm
  • Gewicht: 465g
  • ISBN-13: 9783596171538
  • ISBN-10: 3596171539
  • Best.Nr.: 25576349
»Es ist ein Verdienst von Klees Lexikon, dass es sich bei der Bewertung solcher Lebensläufe nicht hinter vermeintlich wissenschaftlicher Objektivität und Neutralität versteckt, sondern mit pointierten Zitaten und scharfen Charakterisierungen ('Frontdichter') seine Position deutlich macht. Über das eine oder andere Urteil kann man wohl streiten, aber die meisten überzeugen.« (Rudolf Walther, in: Frankfurter Rundschau, 18.4.2007)<br />»Ernst Klees 'Kulturlexikon zum Dritten Reich' [...] dokumentiert historische Zusammenhänge, verdeutlicht Querverbindungen und bettet die einzelnen Biografien in Zitate und Referenzen ein, die einem die Tragweite des schöngeistigen Schaffens während des Nazi-Regimes neuerlich vor Augen führen. [...] Der Laie verwendet das Buch als eines jener Lexika, die man ab und zu, eher zufällig aufblättert, um dann aber stundenlang erschrocken und gefesselt darin hängen zu bleiben.« (Franz Thalmair, in: Der Standard (Wien), 14.5.2007)<br />»Klee ist ein eigenwilliger Lexikograph mit aufklärerischem Impetus, der immer wieder seine Neutralität aufgibt. [...] Ernst Klee liefert ein Nachschlagewerk, das er selbst als lexikalisches Mahnmal bezeichnet.« (Frank-Rutger Hausmann, Süddeutsche Zeitung, 16.3.2007)

""Es ist ein Verdienst von Klees Lexikon, dass es sich bei der Bewertung solcher Lebensläufe nicht hinter vermeintlich wissenschaftlicher Objektivität und Neutralität versteckt, sondern mit pointierten Zitaten und scharfen Charakterisierungen (:Frontdichter9) seine Position deutlich macht. Über das eine oder andere Urteil kann man wohl streiten, aber die meisten überzeugen." Rudolf Walther, in: Frankfurter Rundschau, 18.4.2007 "Ernst Klees :Kulturlexikon zum Dritten Reich9 (...) dokumentiert historische Zusammenhänge, verdeutlicht Querverbindungen und bettet die einzelnen Biografien in Zitate und Referenzen ein, die einem die Tragweite des schöngeistigen Schaffens während des Nazi-Regimes neuerlich vor Augen führen. (...) Der Laie verwendet das Buch als eines jener Lexika, die man ab und zu, eher zufällig aufblättert, um dann aber stundenlang erschrocken und gefesselt darin hängen zu bleiben." Franz Thalmair, in: Der Standard (Wien), 14.5.2007 "Klee ist ein eigenwilliger Lexikograph mit aufklärerischem Impetus, der immer wieder seine Neutralität aufgibt. (...) Ernst Klee liefert ein Nachschlagewerk, das er selbst als lexikalisches Mahnmal bezeichnet." Frank-Rutger Hausmann, Süddeutsche Zeitung, 16.3.2007"

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 17.04.2007

Was aus den Tätern, Mitläufern und Opfern wurde
Karrieren von Künstlern im "Dritten Reich"

"In diesen heil'gen Hallen kennt man die Rache nicht", sang der Bassist Hans Erl 1938 in der Festhalle - und wurde von seinen späteren Henkern freigelassen. "Nach dem Osten abgewandert", vermeldete 1942 die Gestapo.

Hans Erl und Franz Konwitschny. Bassist am Opernhaus Frankfurt der eine, Frankfurter Generalmusikdirektor der andere. Als der Dirigent Konwitschny 1938 die Stelle antrat, hatte der Sänger Erl seine längst verloren - als Jude 1933 entlassen. Doch einen großen Auftritt hatte Erl noch. Im November 1938, als Konwitschny schon in Frankfurt dirigierte, sang er in der Festhalle. Sein Publikum waren Gestapo- und SS-Leute sowie jüdische Frankfurter, die nach der Pogromnacht von diesen ins KZ Buchenwald befördert werden sollten.

Die Szene ist zu einer Frankfurter Legende geworden. "Was sind Sie von Beruf?", fragte ein Obergruppenführer den Festgenommenen. "Ich bin Opernsänger." "Dann singen Sie mal die Arie aus der ,Zauberflöte' und singen sich damit frei." Erl sang vom Balkon der Festhalle: "In diesen heil'gen Hallen kennt man die …

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Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Enttäuscht sieht Rezensent Fritz J. Raddatz den von ihm sonst hoch geschätzten Ernst Klee im "verwucherten Gestrüpp" seines "gänzlich zerbrochenen" neuen Buches herumstolpern. Bei dem im Ansatz als sehr wichtig eingestuften Werk handelt es sich Raddatz zufolge um eine Art Lexikon und "Alphabet der Schändlichkeit" über Personen des kulturellen Lebens und ihre Verstrickungen in der Nazizeit. Dementsprechend schockiert hält der Rezensent bei der Lektüre auch immer wieder inne ob der "kriminellen Impertinenz" mancher Figur. Raddatz zählt auf: der Komponist Hans Pfitzner zum Beispiel, der dem "Schlächter von Polen" Hans Frank 1944 eine "Krakauer Begrüßung" gewidmet habe. Die antisemitischen Suaden des späteren FAZ-Herausgebers Karl Korn. Oder Dieter Borsches Auftritt vor der SS-Wachmannschaft in Auschwitz. Doch Klee verzettele sich, sinke gelegentlich auf "Bunte"-Niveau oder schreibe "Klappentextsprache". Verzweifelt fragt Raddatz auch, was Personen wie Brecht oder Johannes R. Becher in diesem Lexikon verloren haben. So verschenkt dieser Autor aus Sicht seines geknickten Rezensenten schließlich die Möglichkeiten für ein wichtiges und bedeutendes Werk.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 16.03.2007

Deutscher Geist, Schmuck des Verbrechens
Ernst Klees aufklärerisches „Kulturlexikon zum Dritten Reich” steuert den Benutzer in eigenwilliger Weise
Auch im „Dritten Reich” gab es ein intensives Kulturleben, das selbst oder gerade im Krieg nicht erlahmte, in dem einem damals häufig zu hörenden Satz zufolge „die Musen nicht schwiegen”. Der Begriff „Kultur” deckte, glaubt man dem „Reichskulturkammergesetz” vom 22. September 1933, die gleichen Felder ab wie heute: Schrifttum, Theater, Film, Musik, bildende Kunst – doch sollten diese alle, und das war neu und unerhört, zu einem „einheitlichen Schaffen im Sinne des Nationalsozialismus” zusammengefasst werden. Aufgrund dieser Gleichschaltung haftet ihnen das Odium des Minderwertigen, Provinziellen und Käuflichen an, weshalb nach einem Diktum von Werner Bergengruen „alle Menschen geistigen Ranges, die sich mit dem braunen Ungeist einließen, diesen Rang fast augenblicklich einbüßten”.
Alles einstampfen
Noch bekannter ist das Verdikt Thomas Manns unmittelbar nach Kriegsende: „Es mag Aberglaube sein, aber in meinen Augen sind Bücher, die von 1933 bis 1945 in Deutschland …

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Ernst Klee, geboren 1942, studierte Theologie und Sozialpädagogik und publizierte zunächst zu Randgruppen-Themen; 1982 Adolf-Grimme-Preis für den Fernsehfilm über das Leben einer Kleinwüchsigen. Mehrfach ausgezeichnet, 1997 mit dem Geschwister-Scholl-Preis. 2007 erhielt Ernst Klee die Wilhelm Leuschner-Medaille.

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