Will in the World: How Shakespeare Became Shakespeare - Greenblatt, Stephen
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A portrait of Elizabethan England and how it contributed to the making of William Shakespeare discusses how he moved to London lacking money, connections, and a formal education; started a family; attempted to forge his career in the competitive theater world; grappled with dangerous religious an political forces; and rose to became his age's foremost playwright…mehr

Produktbeschreibung

A portrait of Elizabethan England and how it contributed to the making of William Shakespeare discusses how he moved to London lacking money, connections, and a formal education; started a family; attempted to forge his career in the competitive theater world; grappled with dangerous religious and political forces; and rose to became his age's foremost playwright.
  • Produktdetails
  • Verlag: Norton
  • Seitenzahl: 430
  • Altersempfehlung: 14 bis 18 Jahre
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2005. 448 S. w. b&w ill. 209 mm
  • Englisch
  • Abmessung: 211mm x 141mm x 32mm
  • Gewicht: 412g
  • ISBN-13: 9780393327373
  • ISBN-10: 039332737X
  • Best.Nr.: 21293515

Autorenporträt

Stephen Greenblatt ist Professor für Englische und Amerikanische Literatur und Sprache an der Harvard Universität. Als führender Theoretiker des New Historicism ist er einer der angesehensten Forscher zu Shakespeares Werk sowie zu Kultur und Literatur in der Renaissance. Greenblatt ist der Herausgeber der Norton Anthology of English Literature, Gründer und Mitherausgeber der Zeitschrift Representations sowie Autor mehrerer Bücher, darunter die hochgelobte Shakespeare-Biographie Will in der Welt. Für seine Arbeit wurde er mit zahlreichen Preisen geehrt. Er lebt in Cambridge, Massachusetts, und in Vermont.

Rezensionen

Besprechung von 27.11.2007
Sein eigner Schöpfer
Stephen Greenblatt sucht die Autonomie bei Shakespeare
Es bot eine schöne Reibungsfläche, dass 2006 ausgerechnet Stephen Greenblatt im Rahmen der Frankfurter Adorno-Vorlesungen an den Philosophen erinnerte. Der amerikanische Kultur- und Literaturwissenschaftler, in Deutschland als Shakespeare-Biograph bekannt, gilt als führender Kopf des New Historicism, einer Theorierichtung, die nach den historischen Kontexten von Literatur fragt, genauer: Sie fragt, durch welche Ideen und Vorstellungen ein Werk an seine Entstehungszeit gebunden und nur daraus verständlich ist. Das umfasst zwar auch, dass Kunst die Begriffe ihrer Zeit transformieren, verändern, sprengen kann. Doch von der Autonomie des Ästhetischen, auf die Adorno pochte, ist der New Historicism meilenweit entfernt.
Insofern traf Greenblatt den Nagel auf den Kopf, als er in seinen drei Vorlesungen erörterte, wie es denn wohl um die Autonomie des Dichters Shakespeare bestellt sei. Kurz gesagt: Nicht so weit, wie Adorno, von Shakespeares „unendlich reicher Individualität” schwärmend, veranschlagte. Gibt es, fragt Greenblatt, bei Shakespeare überhaupt schon eine Idee von menschlicher Autonomie, von selbstbestimmtem Handeln mit größerer Tragweite? In den Sonetten deutet Shakespeare dergleichen an, doch nur als Merkmal poetischer Macht über die Worte. Gekannt haben dürfte der Dichter den Begriff immerhin – in einem englischen Wörterbuch stand die „Freiheit, nach seinem eigenen Gesetz z leben”, erst 1623.
Diese Freiheit war im Renaissance-England nicht einmal für Könige selbstverständlich, Shakespeares Fürsten sehen sich Gesetzen unterworfen, die sie nur selten abändern, auch wenn sie die Macht dazu haben. Die Verwirklichung fürstlicher Autonomie sollte die Ausnahme bleiben – sonst drohen Tyrannei und Usurpation, wie Macbeth oder Julius Cäsar zeigen. Shakespeares letzten Scheiternden, den ehrversessenen Coriolan, interpretiert Greenblatt als einen, der an seinem uneinlösbaren Autonomieanspruch zugrunde geht. „Ich steh, als wär der Mensch sein eigner Schöpfer”, spricht der Römer, und kann deshalb nur stürzen. Eine noch drastischere Autonomie erkennt Greenblatt in Jago: Da Hass ohnehin ein recht autarkes Gefühl ist, erscheint der Fähnrich als ein radikaler Verwirklicher seines eigensten Willens.
Das Zeugnis für die hochmoderne Vorstellung von subjektiver Autonomie, das Greenblatt aus Shakespeare herausliest, fällt also schlecht aus. Dass der Dichter bereits die zerstörerischen, mörderischen Konsequenzen dieser erst keimenden Idee auslotete, ist wieder einmal bemerkenswert. Wenn auch nicht überraschend. WILHELM TRAPP
STEPHEN GREENBLATT: Shakespeare. Freiheit, Schönheit und die Grenzen des Hasses. Aus dem Amerikanischen von Klaus Binder. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2007. 122 Seiten, 16,80 Euro.
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"Dies ist, endlich, das Buch, das Shakespeare verdient hat: ein brillantes Buch, geschrieben von einem virtuellen Augenzeugen, der versteht, wie ein Dramatiker den Stoff seines Lebens in Theater verwandelt." (Charles Mee, Dramatiker)