Meine Preise - Bernhard, Thomas

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Thomas Bernhard 

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Thomas Bernhards zornig-ironischer Blick auf den Literaturbetrieb. Zu seinem 20. Todestag erstmalig publiziert, liegt der Bestseller jetzt auch als Taschenbuch vor.
Auf die gesamte Menschheit schimpfend und über sich selbst den Kopf schüttelnd, entwirft Thomas Bernhard ein Selbstporträt des Autors als Preis- und Preisgeldempfänger. In zorniger Rückschau zieht er darin eine Bilanz der ihm verliehenen Literaturpreise. Detailliert schildert der begnadete Komiker die Tragödien, zu denen sich die Überreichung jeweils entwickelte - egal, ob Bremer Literaturpreis, Staatspreis für Roman, Grillparzer- oder Georg-Büchner-Preis. Thomas Bernhard hadert mit der Welt im allgemeinen, dem Kulturbetrieb im besonderen und ganz speziell mit sich selbst mittendrin


Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2010
  • 2. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 144 S. 177 mm
  • Seitenzahl: 139
  • Suhrkamp Taschenbücher Nr.4186
  • Best.Nr. des Verlages: 46186
  • Deutsch
  • Abmessung: 178mm x 111mm x 13mm
  • Gewicht: 116g
  • ISBN-13: 9783518461860
  • ISBN-10: 3518461869
  • Best.Nr.: 27943600
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 04.01.2009

Eine Lüge namens Bernhard

"Meine Preise" ist manchmal Kafka, manchmal Dostojewskij - und fast immer besser als Thomas Bernhards andere Werke. Über das große Buch eines kleinen Schriftstellers

Von Maxim Biller

Das Arschloch Thomas Bernhard, und das sage ich, obwohl ich ungern schlecht über Tote rede, das Arschloch Bernhard hat ziemlich sicher nur ein einziges gutes Buch geschrieben. Dieses Buch erscheint erst jetzt, obwohl er es schon 1980 geschrieben hat, und es zeigt, was für ein Arschloch er war, und vielleicht wollte er darum nicht, dass es erscheint, solange er noch lebte - und wenn ich wollte, könnte ich in diesem einschläfernden, alles und nichts sagenden Thomas-Bernhard-Ton endlos weitermachen, denn nichts ist einfacher, als so zu schreiben, ich meine, gedankenlos einen Satz an den anderen zu hängen, lauter Sätze, die sich gleichen und doch immer wieder ein bisschen verändern, denn genauso geschieht es auch im Kopf eines Schriftstellers beim Schreiben, und wenn man, sagen wir, Isaak Babel oder Junot Díaz heißt, sucht man sich schließlich den besten dieser sich so sehr ähnelnden Sätze heraus, aber das ist natürlich mehr …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 31.01.2009

Staatsknete abgreifen
Arg spießig: Thomas Bernhard schimpft über seine Preise
Auf die Idee, einem Dichter einen Preis zu geben, kam zum ersten Mal ein Dichter. Francesco Petrarca, gelehrt und selbstverliebt, hatte bei einem römischen Autor gelesen, das Ehrenzeichen des Lorbeers gebühre auf Erden genau zwei Personen: dem siegreichen Caesar und dem begnadeten Poeten. Diesen Gedanken wollte er zum Leben erwecken. Er besorgte sich einen König – es war der Herrscher von Neapel –, der mitspielte und feierlich seine Zustimmung erteilte, und ließ sich 1343 auf dem Kapitol in Rom in einem langwierigen Ritus voller lateinischer Reden einen Lorbeerkranz aufs Haupt drücken.
Das heutige Institut des Literaturpreises – in keinem Land der Welt ist es so verbreitet wie in Deutschland –, hat sich diesen gelehrten und amtlichen Anstrich erhalten. Nicht umsonst sind seine Bühnen häufig Stadttheater und Rathäuser. Denn Monarchen sahen Künstler zwar gern um sich und brauchten sie für ihre Feste. Aber fürs Metier mussten sie sich natürlich nicht interessieren. Wenn sie mit kleinen Geschenken – beispielsweise einer kostbaren Tabaksdose – ihren Beifall zeigten, …

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Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

"Köstlich, traurig und überwältigend" lasen sich für Rezensentin Ina Hartwig viele der in diesem Band versammelten Texte Thomas Bernhards über seine Preise. Auch handelt es sich ihrer Ansicht nach bei den Preisreden um "reine Literatur", und zwar insofern, als der Umstand der jeweiligen Preisverleihung ihrem Eindruck zufolge bloß als Anlass diente, "um ein Füllhorn von typischen Motiven, Emotionen und Anekdoten zu offerieren". Auch zeigt der Band ihr einen Thomas Bernhard, den sie so bisher nicht gekannt hat: "einen erschütternd unfähigen, einen durch öffentliche Rituale vollkommen gelähmten Menschen" nämlich. Manchmal sieht sie in den Texten eine Anekdote sich zur komplexen Erzählung ausweiten. Auch gesteht sie vielen Honoratioren und preisverleihenden Instanzen zu, mit Recht beleidigt gewesen zu sein. Manche Städteporträts findet sie dann aber doch von geradezu "vorzüglicher Ungerechtigkeit".

© Perlentaucher Medien GmbH
Thomas Bernhard (1931-1989) war einer der bekanntesten österreichischen Erzähler des zwanzigsten Jahrhunderts. Er wuchs in Wien und in Seekirchen am Wallersee auf, wurde für kurze Zeit in ein Heim für schwer Erziehbare geschickt, brach seine Schulausbildung ab und wurde Kaufmannsgehilfe. 1947-48 arbeitete er als Lehrling. Dabei zog er sich eine Lungenentzündung zu, die sich zur Tuberkulose ausweitete. Er verbrachte die nächsten beiden Jahre in verschiedenen Krankenhäusern. Nach seiner Genesung wurde er Gerichtsreporter. Er studierte Gesang und veröffentlichte erste Texte. Der Durchbruch als Romanautor gelang ihm 1963 mit "Frost", weitere Romane folgten. Auch als Dramenautor machte sich Bernhard einen Namen. Ab 1965 lebte er in Wien und auf einem oberösterreichischen Gutshof. 1984 kam es zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung wegen seines Romans "Holzfällen".
1970 wurde Thomas Bernhard mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet.


Kundenbewertungen zu "Meine Preise" von "Thomas Bernhard"

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Bewertung von Thorben Kaiser aus Oldenburg am 25.01.2009   ausgezeichnet
Neunzehnhunderteinundneunzig, ich kann mich noch gut erinnern, habe ich als Zwanzigjähriger in einer Buchhandlung am Münchner Marienplatz Thomas Bernhards "Wittgensteins Neffe" gekauft, weil der Name Wittgenstein auf dem Titel stand und das Taschenbuch so schöne Farben hatte, dunkelgrün mit hellblauer Schrift. Vom Autor Thomas Bernhard hatte ich bis dahin keinen blanken Schimmer. Bereits am nächsten Tag hatte ich einen kleinen Schimmer und habe mir in derselben Buchhandlung "Holzfällen" und "Alte Meister" besorgt. Seit dieser Zeit ist Bernhard mein Lieblingsschriftsteller, zumindest was die Belletristik betrifft.
Zum zwanzigsten Todestag Bernhards wird nun mit "Meine Preise" das erste längere Werk aus seinem Nachlass veröffentlicht. Entstanden ist es in der Zeit, in der auch "Wittgensteins Neffe" geschrieben wurde, mit dem es auch sehr viel gemein hat. Das merkt man auf jeder Seite. "Meine Preise" könnte deshalb mit vollem Recht auch "Meine Tante. Eine Freundschaft" betitelt sein. Denn Bernhards Tante, sein Lebensmensch Hedwig Stavianicek, steht auf den knapp 120 Seiten ähnlich im Mittelpunkt, wie Paul Wittgenstein in "Wittgensteins Neffe".
"Meine Preise" ist nicht so perfekt durchgearbeitet wie die zu Bernhards Lebzeiten veröffentlichte Prosa. Trotzdem halte ich es für das beste Stück deutscher Literatur seit "Alte Meister", also seit 1985. Besonders die Erzählungen zum Grillparzerpreis, zum Julius-Campe-Preis und zum Kleinen Österreichischen Literaturpreis sind köstlich und haben mir Tränen in die Augen getrieben. Sehr schön ist auch die Episode bei der Verleihung des Büchnerpreises. Thomas Bernhard sitzt zwischen Werner Heisenberg und Joachim Kaiser, dem Kritiker der Süddeutschen Zeitung, die beide auch einen Preis entgegennehmen durften. Bernhards Preisurkunde war aber um ein Drittel größer und damit auch ein wenig schwerer als die Joachim Kaisers. Das verleitete ihn dazu, sich zu Joachim Kaiser zu wenden und ihm - wahrscheinlich mit seinem typisch Bernhardischen Schmunzeln - zu sagen, dass er, Thomas Bernhard, offenbar den gewichtigeren Preis in Händen halte. Joachim Kaiser blieb stumm. Er hat den Witz offenbar nicht verstanden. So wie viele bis heute Thomas Bernhard nicht verstanden haben und ihn als großmäuligen, arroganten Nestbeschmutzer sehen. Schade eigentlich. Denn Bernhard ist vor allem eins. Sehr sehr witzig.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch

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