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Christian Buckard 

Arthur Koestler

Arthur Koestler - Buckard, Christian

Ein extremes Leben 1905-1983

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Produktinformation
  • Verlag: Beck
  • 2004
  • Ausstattung/Bilder: 2004. 416 S. , 34 Abb. auf Taf.
  • Seitenzahl: 416
  • Deutsch
  • Abmessung: 222mm x 151mm x 34mm
  • Gewicht: 710g
  • ISBN-13: 9783406521775
  • ISBN-10: 3406521770
  • Best.Nr.: 12876047

Produktbeschreibung zu "Arthur Koestler"

Beschreibung

Der ungarisch-jüdische Schriftsteller und Journalist Arthur Koestler war keiner jener Intellektuellen, die - wie Brecht oder Sartre - aus der Deckung des Schreibtischs heraus die Welt verändern wollten. Wenn er von einer Sache überzeugt war, konnte er für sie Kopf und Kragen riskieren: In den zwanziger Jahren prügelte er sich als Wiener Student mit Antisemiten, lebte als Kibbutznik, Limonadenverkäufer und Reporter in Palästina. Anfang der dreißiger Jahre pilgerte er mit Langston Hughes durch Stalins Sowjetunion, spürte arabische Terroristen in Beirut auf, fuhr Ambulanzwagen durch das London des Blitz und berichtete aus dem israelischen Unabhängigkeitskrieg. Koestler saß als kommunistischer Spion in Francos Todeszelle, die französische Vorkriegs-Regierung internierte und die Gestapo jagte ihn, von Moskau wurde er als "nervenkranker" Kalter Krieger beschimpft. Koestler engagierte sich nicht nur in der Politik, zeitlebens bewegte er sich mühelos zwischen den "Zwei Kulturen": Er überflog im Zeppelin den Nordpol, forderte die wissenschaftliche Anerkennung der Parapsychologie, traf Gurus in Indien, stritt sich in Japan mit Zen-Priestern und schlug die gezielte Manipulation des menschlichen Gehirns durch Drogen vor, um der angeborenen autodestruktiven Tendenz unserer Spezies Herr zu werden. - Christian Buckard gelingt auf der Grundlage zahlreicher unveröffentlichter Dokumente, vergessener früher Arbeiten und vieler Gespräche mit Zeitzeugen eine höchst lesenswerte und ungewöhnlich farbige Darstellung, die verständlich macht, welche Hoffnungen und Ideale dieses extreme Leben im Jahrhundert der Extreme geprägt haben.

Detailinfo

01.10.2004

Ohne Meister
Geist im Pelz der Natur: Die neuen Sachbücher

Der Geist treibt uns an, wir rennen ihm hinterher. In der Natur steckt er drin, wir wissen nicht wo und wie er darin untergebracht ist. Natur und Geist gehören zusammen, sie bilden, wie der Anthropologe Gregory Bateson sagte, eine notwendige Einheit. Schon der alte Schelling, der vor einhundertundfünfzig Jahren starb und deswegen in diesem Herbst mit der lesenswerten Biographie "Schelling" von Xavier Tilliette (erschienen bei Klett-Cotta) beschenkt wurde, wußte das und hielt an der Naturphilosophie fest. Ihm zur Seite steht Alexander von Humboldt mit seiner großen poetischen Erkundung der Natur im "Kosmos" (Die Andere Bibliothek bei Eichborn). Schiller traute der Einheit nicht. Mit seiner Leidenschaft für den Intellekt, der den Körper nicht schont, kommen wir, nachdem wir uns im ganzheitlichen Denken geschult haben, nicht weiter.

In seinem anregenden Buch über "Das erschöpfte Selbst" (Campus) und die grassierende Depression schreibt der Soziologe Alain Ehrenberg, daß in den demokratischen Gesellschaften der Geist, weit mehr als der Körper, ein Gegenstand heftiger Diskussionen …

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05.09.2005

Nachrichten vom Amoklauf der Vernunft
Renegat der ersten Stunde: Heute vor hundert Jahren wurde in Budapest Arthur Koestler geboren, einer der schillerndsten Intellektuellen des 20. Jahrhunderts
„Renegat!” Der abschätzige Ausruf brandmarkt einen Menschen, der seiner religiösen Konfession, seinem gesellschaftlichen Stand oder seiner politischen Überzeugung abgeschworen hat. So ist der Renegat ein Abtrünniger, ein zum Feind mutierter Bruder, der sich von der gemeinsamen Sache losgesagt hat. Zugleich ist er ein Außenseiter par excellence. In ihm kommt ein Betriebsgeheimnis der Moderne exemplarisch zum Ausdruck: Modern sind Zugehörigkeiten, die sich aufkündigen lassen. Derart ausgeprägter Freiheitssinn birgt Risiken, zumal für Organisationen, die mit steilen Hierarchien, polarisierenden Programmatiken und absoluten Wahrheitsansprüchen aufwarten. Deshalb ist der Renegat nicht zuletzt ein Exponent totalitärer Versuchungen. Er gehört in die ungeschriebene Geschichte der politischen Leidenschaften des 20. Jahrhunderts.
Vieles spricht dafür, dass das Ende des Kalten Krieges der Schlussakt dieses Zeitalters der Extreme war. Jedenfalls ist die …

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Perlentaucher-Notiz zur SDZ-Rezension

05.10.2004

Nicht wirklich überzeugt zeigt sich Rezensent Gerd Koenen von Christian Buckards Biografie Arthur Koestlers. Zwar hält er ihm zu Gute, mit seiner Verlagerung des Blickpunkts vom Kommunisten Koestler auf den Juden Koestler "viel Neues" zu Tage gefördert zu haben. Von einer Biografie aber, die dem vielseitig Begabten und Widersprüchlichen wirklich gerecht wird, ist diese Darstellung "weit entfernt", findet Koenen. Dass Buckard seinen Focus vor allem auf den in einem assimilierten Milieu aufgewachsenen Juden Koestler legt, hätte nach Ansicht Koenens durchaus ein Ansatz zur Entschlüsselung seines Lebens sein können, hätte er denn Psyche und Privatleben des Porträtierten "sorgfältiger und stimmiger" gezeichnet. Stattdessen bringe Buckard "merkwürdig insiderhafte Erörterungen" darüber, ob Koestler ein guter oder ein schlechter Jude gewesen sei. Auch im Blick auf Koestlers Hinwendung zum Marxismus und zur Kommunistischen Partei bleiben für Koenen viele Fragen offen. Als "eigentlichen Ertrag" des Buches sieht er die Akzentuierung von Koestlers radikalem Assimilationismus. Preis dieser Akzentuierung ist zum Bedauern des Rezensenten, dass die meisten anderen Aspekte der Person Koestler hier zu kurz kommen.

© Perlentaucher Medien GmbH

Autorenporträt zu "Christian Buckard"

Christian Buckard, Dr. phil., geb. 1962, studierte Judaistik und Niederländische Philologie in Berlin, Jerusalem und Amsterdam und lebt als freier Autor in Berlin.

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