Kinder brauchen vielfältige Freiräume für Bildungserfahrungen, um
ihre Sinne, ihren Körper und ihren Geist entwickeln zu können.
Dieser Kerngedanke des humanistischen Bildungsideals gerät heute
von zwei Seiten massiv in Bedrängnis. Technokratische
Bildungsreformen wollen schon im Vorschulalter Basiskompetenzen
moderner Industriegesellschaften antrainieren. Zum anderen wird
Kindheit als Bildungsraum durch den Einfluss der kommerziellen
Kulturindustrie zunehmend eingeengt. Auf der Basis neuester
Forschungen etwa zu den Wirkungen von Computerspielen und TV-Konsum
zeigt das Buch, wie kindliche Entwicklungschancen durch
kommerzielle Angebote geradezu blockiert werden. Gleichzeitig
unterzieht das Buch die Erfolgsversprechen technokratischer
Bildungsreform nicht nur der Kritik, sondern entwirft das Gegenbild
einer zukunftsoffenen, vielseitigen Entwicklungsförderung der
Kinder.
Dr. phil. Christian Rittelmeyer, Jg. 1940, Dipl.-Psychologe, ist Professor für Erziehungswissenschaft am Pädagogischen Seminar der Georg-August-Universität Göttingen. Seine Arbeitsschwerpunkte sind pädagogische Anthropologie, Bildungsgeschichte und pädagogische Psychologie.