Der Betrachtung der Adoleszenz kommt für das Verständnis von
Bildungsprozessen große Bedeutung zu, da die Adoleszenz eine
entscheidende Phase für die Veränderung von Welt- und
Selbstverhältnissen und die Neukonstruktion von Lebensentwürfen
darstellt. Unter Migrationsbedingungen geht es dabei um
Transformationen sowohl auf der Ebene des Wandels vom Kind zum
Erwachsenen als auch auf kultureller oder sozialer Ebene.
Bildungsprozesse der Adoleszenz haben es insofern mit einer
doppelten Herausforderung zu tun, die je nach gesellschaftlichen,
familialen und individuellen Ressourcen besondere Chancen und
Risiken beinhaltet. Anliegen des Bandes ist es, diesen Chancen und
Risiken nachzugehen und Bedingungen für die Ermöglichung
konstruktiver Bildungsprozesse auszuloten.
In beiden Komplexen - Adoleszenz und Migration - geht es um
Trennung und Umgestaltung, in diesem Sinne auch um eine verdoppelte
Herausforderung: um eine Transformation sowohl auf kultureller oder
sozialer Ebene als auch auf der Ebene des Wandels vom Kind zum
Erwachsenen. Bildungsprozesse der Adoleszenz haben es insofern
miteiner duplizierten Transformationsanforderung zu tun, die in
Abhängigkeit von gesellschaftlichen, familialen und individuellen
Ressourcen besondere Chancen und Risiken beinhaltet. Anliegen des
Bandes ist es, diesen Chancen und Risiken nachzugehen und die
Bedingungen zur Realisierung konstruktiver Bildungsprozesse
festzustellen.
"Bildungsprozesse Jugendlicher und junger Erwachsener räumt weitgehend auf mit den gängigen, populärwissenschaftlichen Klischees vom Bildungsversagen junger Zuwanderer der ersten und zweiten Generation. [...] Es [das Buch] ist denjenigen zu empfehlen, die mit jungen und auch älteren Migrant/innen zu tun haben und diese Menschen als 'andere' verstehen. Und die bereit sind, tiefer zu schauen und auch sich selbst besser kennen zu lernen oder auch in Frage zu stellen." b&w - bildung und wissenschaft, 07-08/2008<br/><br/>"Eine der Stärken des Buches ist es, die Frage der Beziehung zwischen Adoleszenz und Migration auf verschiedenen Ebenen zu bearbeiten." FORUM für Kinder- und Jugendarbeit, 04/2007<br/><br/>"Die Autor/innen kommen dem zentralen Anliegen des [...] Buches, jenen Teil der [...] Herausforderungen näher zu beleuchten, der mit den Chancen und Risiken des Möglichkeitsraums "Adoleszenz" zu tun hat, durchweg nach." www.socialnet.de, 14.03.2007<br/><br/>"Der Band befasst sich [...] mit Zusammenhängen zwischen schulischen Bildungsprozessen und Migration; für die Jugendarbeit ist er [...] interessant, wenn sie sich der Schule gegenüber öffnen und dabei auch junge Migrantinnen und Migranten in den Blick nehmen will." Deutsche Jugend, 02/2007
"[...] das Buch [ist] angesichts des gegenwärtigen Diskurses über Migration und Integration in Deutschland top-aktuell. Interessante und spannende Fallbeispiele ergänzen gut strukturierte und überzeugende Beiträge." Sozial Extra, 9/10-2011 Pressestimmen zur ersten Auflage: "Bildungsprozesse Jugendlicher und junger Erwachsener räumt weitgehend auf mit den gängigen, populärwissenschaftlichen Klischees vom Bildungsversagen junger Zuwanderer der ersten und zweiten Generation. [...] Es [das Buch] ist denjenigen zu empfehlen, die mit jungen und auch älteren Migrant/innen zu tun haben und diese Menschen als 'andere' verstehen. Und die bereit sind, tiefer zu schauen und auch sich selbst besser kennen zu lernen oder auch in Frage zu stellen." b&w - bildung und wissenschaft, 07-08/2008 "Eine der Stärken des Buches ist es, die Frage der Beziehung zwischen Adoleszenz und Migration auf verschiedenen Ebenen zu bearbeiten." FORUM für Kinder- und Jugendarbeit, 04/2007 "Die Autor/innen kommen dem zentralen Anliegen des [...] Buches, jenen Teil der [...] Herausforderungen näher zu beleuchten, der mit den Chancen und Risiken des Möglichkeitsraums "Adoleszenz" zu tun hat, durchweg nach." www.socialnet.de, 14.03.2007 "Der Band befasst sich [...] mit Zusammenhängen zwischen schulischen Bildungsprozessen und Migration; für die Jugendarbeit ist er [...] interessant, wenn sie sich der Schule gegenüber öffnen und dabei auch junge Migrantinnen und Migranten in den Blick nehmen will." Deutsche Jugend, 02/2007
"[...] das Buch [ist] angesichts des gegenwärtigen Diskurses über Migration und Integration in Deutschland top-aktuell. Interessante und spannende Fallbeispiele ergänzen gut strukturierte und überzeugende Beiträge." Sozial Extra, 9/10-2011 Pressestimmen zur ersten Auflage: "Bildungsprozesse Jugendlicher und junger Erwachsener räumt weitgehend auf mit den gängigen, populärwissenschaftlichen Klischees vom Bildungsversagen junger Zuwanderer der ersten und zweiten Generation. [...] Es [das Buch] ist denjenigen zu empfehlen, die mit jungen und auch älteren Migrant/innen zu tun haben und diese Menschen als 'andere' verstehen. Und die bereit sind, tiefer zu schauen und auch sich selbst besser kennen zu lernen oder auch in Frage zu stellen." b&w - bildung und wissenschaft, 07-08/2008 "Eine der Stärken des Buches ist es, die Frage der Beziehung zwischen Adoleszenz und Migration auf verschiedenen Ebenen zu bearbeiten." FORUM für Kinder- und Jugendarbeit, 04/2007 "Die Autor/innen kommen dem zentralen Anliegen des [...] Buches, jenen Teil der [...] Herausforderungen näher zu beleuchten, der mit den Chancen und Risiken des Möglichkeitsraums "Adoleszenz" zu tun hat, durchweg nach." www.socialnet.de, 14.03.2007 "Der Band befasst sich [...] mit Zusammenhängen zwischen schulischen Bildungsprozessen und Migration; für die Jugendarbeit ist er [...] interessant, wenn sie sich der Schule gegenüber öffnen und dabei auch junge Migrantinnen und Migranten in den Blick nehmen will." Deutsche Jugend, 02/2007
Dr. Vera King ist Professorin an der Fakultät für Erziehungswissenschaft, Psychologie und Bewegungswissenschaft der Universität Hamburg.Dr. Hans-Christoph Koller ist Professor an der Fakultät für Erziehungswissenschaft, Psychologie und Bewegungswissenschaft der Universität Hamburg.
Leseprobe zu "Adoleszenz, Migration, Bildung"
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Leseprobe zu "Adoleszenz, Migration, Bildung"
Spontane Bildungsprozesse im Kontext von Adoleszenz und Migration (S. 177-178)
Arnd-Michael Nohl
I.
Aus spontanem Handeln kann Bildung werden. In der Spontaneität des Handelns bricht das Neue in das Leben ein, schafft sich seinen Raum, wird von anderen respektiert und von den Betroffenen reflektiert. So kommt ein Bildungsprozess in Gang, der nachhaltige und tiefgreifende Veränderungen der Lebensorientierungen von Menschen zeitigt. Diese transformativen Bildungsprozesse lassen sich unterscheiden von Lernprozessen, bei denen Wissen und Können innerhalb gegebener Lebensorientierungen erworben werden.1 Spontane Bildungsprozesse finden sich bei den unterschiedlichsten Menschen: Älteren und Jüngeren, Männern und Frauen, Akademiker(inne)n und Arbeiter(inne)n, Migranten und Einheimischen (vgl. Nohl 2006a).
Möchte man spontane Bildungsprozesse im Kontext von Adoleszenz und Migration untersuchen, so rücken die Migrantenjugendlichen in den Fokus der Aufmerksamkeit. Es wäre allerdings problematisch, würde man die spontanen Bildungsverläufe dieser Personengruppe für sich, d. h. isoliert von anderen Untersuchungspersonen, betrachten und von den so erzielten empirischen Ergebnissen aus unmittelbar auf Adoleszenz- und Migrationsspezifisches schließen. Denn dann wäre man vor einem essentialistischen Fehlschluss, der von den Migrantenjugendlichen unmittelbar zum Adoleszenz- und Migrationskontext führt, nicht gefeit.
Nur weil etwas bei Migrantenjugendlichen empirisch rekonstruiert wurde, ist es mitnichten sogleich als adoleszenz- oder migrationsspezifisch zu bezeichnen. Empirische Einblicke in den Kontext von Adoleszenz und Migration ermöglicht vielmehr die komparative Analyse mit Untersuchungspersonen, die sich hinsichtlich des Lebensalters bzw. der Migration von den Migrantenjugendlichen unterscheiden: Im Vergleich mit anderen Lebensaltern wird das Adoleszenzspezifische empirisch deutlich, im Vergleich mit Einheimischen der Migrationskontext. Mit dieser komparativen Vorgehensweise stütze ich mich auf die dokumentarische Methode, die Ralf Bohnsack auf der Basis der Arbeiten des Wissenssoziologen Karl Mannheim entwickelt hat (vgl. Bohnsack 2003 u. Bohnsack/Netwig- Gesemann/Nohl 2001).
In der dokumentarischen Methode werden mehrere Einzelfälle von Beginn der Auswertung an miteinander verglichen und auf diese Weise Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen ihnen herausgearbeitet. Zum Beispiel rekonstruiert man, wie eine mehreren Fällen gemeinsame Problemstellung – etwa die Adoleszenzkrise – bewältigt wird. Innerhalb der Gemeinsamkeit der Problemstellung können sich dann zwischen den Fällen wiederum Gemeinsamkeiten und Unterschiede zeigen. Diese sind dann der Ausgangspunkt einer Typenbildung, in der Typisches, d. h. Spezifisches etwa für die Adoleszenz oder für die Migration, empirisch aufgezeigt wird.
Da solche Gemeinsamkeiten und Unterschiede sich nie auf eine Dimension beschränken – z.B. nie alleine in der adoleszenzspezifischen Dimension liegen, sondern weitere Dimensionen umfassen, wie etwa die Migration – lassen sich in mehreren Dimensionen Typen bilden. In der empirischen Untersuchung, auf die sich dieser Beitrag stützt (vgl. Nohl 2006a), wurden narrative, biographisch angelegte Interviews (vgl. Schütze 1983) mit Personen unterschiedlichen Alters, Geschlechts, Schulabschlusses und Migrationshintergrundes geführt und mit der dokumentarischen Methode vergleichend und typisierend ausgewertet (vgl. dazu Nohl 2006b).
Im Zentrum der Typenbildung stand zunächst der phasenhafte Ablauf des Bildungsprozesses. Diese Phasen des Bildungsprozesses werden von lebensalterstypischen Aspekten überlagert, wie sich im Vergleich der Personen unterschiedlichen Alters (Jugend, Lebensmitte, höheres Alter) zeigen lässt. Treten hier gerade die adoleszenzspezifischen Aspekte der spontanen Bildungsprozesse zu Tage, so geht es im Vergleich zwischen Einheimischen und Migranten dann darum, die Migrationslagerung, d. h. den für Migranten spezifischen Raum möglicher Erfahrungen (vgl. Nohl 2001: 31ff.), herauszuarbeiten.
Inhaltsangabe
Aus dem Inhalt: Migration und Bildungsprozess - Jugendliche in transnationalen sozialen Räumen - Generationenbeziehungen und -konflikte in Migrantenfamilien - Ethnische und geschlechtliche Besonderheiten im Schulalltag - Adoleszenz und Flucht - Migrante Adoleszenz im Kontext sozialer Mobilität - Spontane Bildungsprozesse - Integrationspolitik - MehrfachzugehörigkeitMit Beiträgen von Hubertus Adam, Wassilios Baros, Ingrid Gogolin, Marga Günther, Britta Hoffarth; Merle Hummrich, Anne Juhasz, Vera King, Hans-Christoph Koller, Paul Mecheril, Eva Mey, Ursula Neumann, Arnd-Michael Nohl, Andreas Pott, Martina Weber
Ein Marktplatz-Angebot für "Adoleszenz, Migration, Bildung" für EUR 20,00
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