Wie kommt die Übergangsempfehlung der Lehrkräfte zustande und
welche subjektiven Entscheidungs- und Bewertungsgesichtspunkte
spielen dabei eine Rolle? In dieser qualitativen Interviewstudie
stehen die für die Genese der Übergangsempfehlung relevanten
Subjektiven Theorien der Lehrkräfte im Fokus. Die Datenbasis stützt
sich auf 38 Experteninterviews, die mit Lehrkräften der vierten
Klasse zu zwei Zeitpunkten durchgeführt wurden. Die
inhaltsanalytische Auswertung und die daran anschließende
Typenbildung zeigen, dass dem Vorgehen der Lehrkräfte
unterschiedliche Strategien und Zielsetzungen zugrunde liegen (z.B.
unterschiedliche Gewichtung der Empfehlungskriterien, flexibles vs.
restriktives Empfehlungsverhalten). Diese hängen unter anderem mit
den selbstbezogenen Kognitionen und Emotionen sowie den
wahrgenommenen Kosten- und Nutzenaspekten der Lehrkräfte zusammen.
Die empirischen Befunde werden in ein Modell nach den Grundannahmen
der Wert-Erwartungs-Theorie überführt. Die Diskussion der
Ergebnisse mündet in eine Reihe von Hypothesen, die die Grundlage
für weitere quantitativ vorgehende Untersuchungen bilden.
Sanna Pohlmann studierte Lehramt an Grundschulen und Deutsche Literaturwissenschaft (M.A.). Nach knapp zweijähriger Tätigkeit als Grundschullehrerin war sie von 2005 bis 2008 als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt BiKS tätig. Seit 2009 ist sie Akademische Rätin auf Zeit am Lehrstuhl für Grundschulpädagogik und -didaktik der Universität Bamberg. Aktuelle Forschungsschwerpunkte: Empirische Bildungsforschung im Vor- und Grundschulalter, Übergange am Anfang und Ende der Grundschulzeit, Einschulungsentscheidungen von Eltern.