Die Bildung von Bewertungseinheiten im handelsrechtlichen Jahresabschluss
Die Bilanzierung von Finanzinstrumenten gehört seit jeher - nicht
zuletzt aufgrund der dynamischen Entwicklung des Derivatemarkts und
der zunehmenden Anzahl an Finanzinnovationen - zu den komplexesten
Rechnungslegungsproblematiken. Wohl kaum ein Thema wurde in der
Rechnungslegung und der breiten Öffentlichkeit in den vergangenen
Jahren so intensiv und kontrovers diskutiert wie die bilanzielle
Abbildung dieser Geschäfte. Durch die Globalisierung und die
zunehmende Informationseffizienz der Kapitalmärkte sind zudem die
Volatilitäten der Marktpreise und infolgedessen die Gefahr von
marktpreisrisikoinduzierten Verlusten drastisch angestiegen. Aus
diesem Grund setzen neben Versicherungen und Kreditinstituten
vermehrt auch Industrie- und Handelsunternehmen Finanzinstrumente
ein, um sich durch den Aufbau von Sicherungsbeziehungen (Hedges)
gegen derartige Risiken abzusichern. Somit stellt sich auch im
Bereich der Sicherungsbeziehungen die Frage nach der korrekten
Bilanzierung.Die handelsrechtliche Bilanzierung von
Sicherungsbeziehungen war bis zur Verabschiedung des
Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) gesetzlich nicht
geregelt. Erst durch die Einführung des neuen § 254 HGB wurde die
bilanzielle Abbildung von Sicherungsbeziehungen gesetzlich
kodifiziert. Dies nimmt der Autor zum Anlass, die Neuregelungen des
§ 254 HGB zu analysieren und mit der für das Handelsrecht gebotenen
Methode der Hermeneutik zweckadäquat auszulegen. Auf Grundlage des
handelsrechtlichen Zweck- und GoB-Systems werden konkrete
Vorschläge und Empfehlungen zur Bilanzierung und Dokumentation
wesentlicher Anwendungsbereiche erarbeitet und anhand eines
umfangreichen Bilanzierungsbeispiels verdeutlicht. Im Rahmen der
Auslegung geht der Autor auch umfassend auf den Verpflichtungsgrad
und die Tatbestandvoraussetzungen der neuen Vorschrift des § 254
HGB ein.
Martin Jonas, geboren 1981 in Rheinbach, studierte von 2002 bis 2007 Betriebswirtschaftslehre an der Universität zu Köln und der Dublin City University mit Abschluss als Dipl.-Kfm. Seit 2007 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsteam von Prof. Dr. Dr. h. c. Jörg Baetge an der Universität Münster in Kooperation mit der Deloitte & Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Düsseldorf. Seine Tätigkeits- und Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich des Risikomanagements, der nationalen und internationalen Rechnungslegung, der Wirtschaftsprüfung und der (Unternehmens-)Bewertung. Seine Promotion zum Dr. rer. pol. erfolgte im Juni 2011.
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