Das Geheimnis der Knospe zarter Hülle - Beuys, Joseph

Joseph Beuys 

Das Geheimnis der Knospe zarter Hülle

Texte 1941-1986. Mit e. Vorw. v. Heiner Bastian.

Hrsg. v. Eva Beuys
Buch mit Leinen-Einband
 
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Das Geheimnis der Knospe zarter Hülle

This volume is a vital source of Joseph Beuys poetic, political and creative ideas expressed in linguistic form. It assembles and arranges for the first time a vast amount of manuscript material by a leading figure in the fine arts who once had intended to become a writer. A full bibliography of Beuys library is included

In der Kunst von Joseph Beuys (1921-1986), der ursprünglich Schriftsteller werden wollte, bevor er sich der bildenden Kunst zuwandte, haben Sprache und Schrift immer eine bedeutende Rolle als künstlerisches Ausdrucksmittel gespielt. Unser Band versammelt erstmals eine große Anzahl von Schriftblättern aus dem Nachlaß - Notizen, Briefe, Aufzeichnungen, Stichworte, Konzepte, Gedichte, Entwürfe politischer Manifeste, Skizzen und Listen -, die über die poetische Vorstellungswelt des Künstlers, ihre Inhalte und gedanklichen Hintergründe Auskunft geben. Eine innige Zärtlichkeit und anrührende Sorgfalt zeichnen den Umgang von Joseph Beuys mit dem Medium der Schrift, seiner Handschrift, aus. Seine Schriftblätter können daher immer auch als Bilder betrachtet werden. Dieser Doppelbedeutung wird der von Heiner Bastian edierte Band insofern gerecht, als er detailgetreue Reproduktionen der Blätter mit buchstabengetreuer Transkription der Texte verbindet. Ein bibliographisches Verzeichnis der zum Zeitpunkt seines Todes in der Privatbibliothek von Joseph Beuys vorhandenen Bücher, Schallplatten und Noten ergänzt den Band, der für das ernsthafte Studium des wichtigsten deutschen Nachkriegskünstles einen unentbehrlichen Schlüssel darstellen dürfte.


Produktinformation

  • Verlag: Schirmer/Mosel
  • 2000
  • 2000.
  • Ausstattung/Bilder: 516 S. m. zahlr. z. Tl. farb. faks. Taf.
  • Seitenzahl: 516
  • Edition Heiner Bastian
  • Deutsch
  • Abmessung: 308mm x 227mm x 44mm
  • Gewicht: 2236g
  • ISBN-13: 9783888149245
  • ISBN-10: 388814924X
  • Best.Nr.: 08678675
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 17.10.2000

Sturm des Neuen, Hauch des Unfertigen
Das Denken am Anfang: Nachgelassene Texte von Joseph Beuys / Von Thomas Wagner

Auf einem kleinen vergilbten Zettel steht geschrieben: "Die einzige Genialität die ich besitze ist die, daß ich mich mit dem Druck der Zeit bewege, während andere sich dagegen bewegen". Von einer senkrechten Linie abgetrennt und um neunzig Grad gedreht, hat der Autor hinzugesetzt: "Was ist der Druck der Zeit?" Beuys war der Visionär einer Kunst, die keine Grenze akzeptierte, die sie von den sozialen Belangen der Gesellschaft absonderte. Als soziale Plastik wollte sie den gesellschaftlichen Organismus als Ganzes ergreifen und verändern. Ebendas fasziniert bis heute: Beuys wollte mehr als nur Kunst machen. Und so steckt seine Idee eines "erweiterten Kunstbegriffs" noch immer wie eine Gräte im Hals der traditionellen Kunst.

"Das Geheimnis der Knospe zarter Hülle" ist der Titel eines Bandes mit Texten, die Joseph Beuys von 1941 bis 1986 geschrieben hat - frühe Gedichte, Arbeitsnotizen, Briefe, Gedankenschnipsel, auf Briefumschläge und Pappteller gebannt, einige Partituren, Vortragsmanuskripte sowie Notizzettel aus Hotels und …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Thomas Wagner gibt sich überzeugt davon, dass Beuys` bildnerisches Werk und sein visionäres Denken nicht zu trennen sind - auch wenn manche Kritiker das gerne so sähen. Nun war allerdings der Künstler auch ein "leidenschaftlicher Kommunikator", wie Wagner sagt, dessen Schriften teilweise längst veröffentlicht sind. Neues sei darum in diesem Notizenband nicht zu erwarten, er biete vielmehr den "Hauch des Unfertigen", führe also zurück in die Phase erster Beschäftigung mit einem Thema - ob als Gedicht oder Notat zu Fragestellungen der Kybernetik oder Religion. Leider, so bedauert Wagner, sei dieser "halbherzigen Veröffentlichung" kein wissenschaftlicher Apparat zur Seite gestellt, der eine Verknüpfung des Beuys`schen Denkens mit seinem Werk ermöglichen würde, es seien keine Zitate nachgewiesen, keine Begrifflichkeiten geklärt - die Einordnung ins Gesamtwerk schlicht nicht vorgesehen. Für Wagner werkeln dabei die Herausgeberin Eva Beuys und Heiner Bastian, der das Vorwort beisteuerte, am Legendenbild des "Heiligen Joseph aus Kleve": Verklärung statt Aufklärung.

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