Das Unternehmen zählt in einem oder mehreren Betrieben über 100
ständig Beschäftigte? Fein, denn dann muss der Betriebsrat einen
Wirtschaftsauschuss bilden. Der befasst sich mit der Zahlenseite
des Unternehmens - prüft Bilanzen, Umsätze, Kosten, Gewinne. Und
seine Erkenntnisse und Empfehlungen meldet er dem Betriebsrat
zurück. Der Wirtschaftsausschuss ist folglich Berater und
Dienstleister der Interessenvertretung. Nur ihr ist er
verpflichtet.
Dieser Ratgeber gibt Antworten auf folgende Fragen:
- Wann ist nach dem Gesetz ein Wirtschaftsausschuss zu
bilden?
- Wie viele Mitglieder soll er haben und wer sollte berufen
werden?
- Was sind wirtschaftliche Kennzahlen und was sagen sie aus?
- Wann hat der Ausschuss Anspruch auf einen externen
Sachverständigen?
- Wie oft im Jahr sollten Wirtschaftsausschuss und Geschäftsleitung
zusammentreffen?
- Wie sind Ausschuss-Sitzungen vor- und nachzubereiten?
Dieser Ratgeber aus der "Kleinen Betriebsratsbibliothek"
zeigt insbesondere neu gewählten Gremien-Mitgliedern, wie gute
Betriebsratsarbeit funktioniert. Er gibt bewährte Praxistipps und
erklärt wichtige Arbeitshilfen (etwa Kennzahlenbogen) für die
beratende Tätigkeit des Wirtschaftsausschusses.
Das Autorenteam ...
... hat über ein Jahrzehnt am Bildungszentrum Oberjosbach (BZO) das
dortige Seminarangebot für Betriebsräte entwickelt und umgesetzt.
Die dabei gewonnenen Erfahrungen sind in diese Praxis-Reihe
"Die Kleine Betriebsratsbibliothek" und etliche andere
Bücher zu Fragen der Betriebsratspraxis eingeflossen.
Wolfgang Fricke war nach der Zeit im BZO verantwortlicher Redakteur
der Zeitschrift "Computer und Arbeit" und ist jetzt als
freier Autor tätig.
Herbert Grimberg, Dr. jur., ist der Jurist im Team und jetzt
Vorsitzender des Landesbezirks Nord der Gewerkschaft NGG.
Wolfgang Wolter ist Leiter des Bildungszentrums Oberjosbach.
"Die Kleine Betriebsratsbibliothek" ist mit insgesamt
400.000 verkauften Büchern eine der erfolgreichsten Ratgeberreihen
für Betriebsräte!
Wirtschaftliche Informationen werden immer wichtiger für die
Betriebsratsarbeit, das zeigt sich gerade in Krisenzeiten.
Entsprechend wächst auch die Bedeutung des dem Betriebsrat
zuarbeitenden Wirtschaftsausschusses: Er muss die Informationen
über die wirtschaftlichen Planungen des Unternehmens einholen und
sie gemeinsam mit dem Betriebsrat bewerten. Die Informationsrechte
des Wirtschaftsausschusses reichen weit, sie müssen nur richtig
angewendet werden. Umso wichtiger ist, dass Wirtschaftsausschuss
und Betriebsrat sich ihr eigenes Informationssystem, ihre eigenen
"Kennziffern" gestalten, statt unverständliche Bilanzen
und GuVRechnungen klaglos zu akzeptieren.
Damit der Wirtschaftsausschuss seine Aufgabe, den Betriebsrat und
die Belegschaft in allen wirtschaftlichen Fragen zu beraten,
wirksam erfüllen kann, bietet dieses Buch vielfältige Informationen
und Praxistipps: - Bildung des Wirtschaftsausschusses -
Informationsrechte von Wirtschaftsausschuss und Betriebsrat -
Sitzungen des Wirtschaftsausschusses - Aufgaben des
Wirtschaftsausschusses und Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat -
Aufbau eines eigenen Informationssystems - Auswertung
wirtschaftlicher Kennzahlen
Auf die Informationen, die einem Wirtschaftsausschuss zustehen, hat
übrigens auch der Betriebsrat selber einen eigenen Anspruch. Dieses
Buch ist deshalb auch wichtig für Betriebsräte, die (noch) keinen
Wirtschaftsausschuss bilden können.