Die Schleife an Stalins Bart - Riemann, Erika

Erika Riemann 

Die Schleife an Stalins Bart

Ein Mädchenstreich, acht Jahre Haft und die Zeit danach

Mit Claudia Hoffmann
Broschiertes Buch
 
4 Kundenbewertungen
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Die Schleife an Stalins Bart

»Ein erschütterndes persönliches und zugleich wertvolles politisches Dokument der russischen Besatzungszeit.« -- Der Standard, Wien

Spätherbst 1945 im thüringischen Mühlhausen: Erika Riemann ist vierzehn Jahre alt, als sie eines Tages übermütig in ihrer Schule ein Stalinporträt mit Lippenstift "verziert", weil er "so traurig aussieht ". Die folgenden acht Jahre verbringt sie auf einer Odyssee durch ostdeutsche Gefängnisse und Lager, acht Jahre der Demütigungen, Prügel, des Hungerns und der Verzweifl ung. Die traumatisierenden Erlebnisse überschatten lange Zeit ihr Leben. Erst mit über siebzig Jahren kann sie darüber berichten.


Produktinformation

  • Verlag: Dtv
  • 2012
  • Ausstattung/Bilder: 2012. 256 S. m. 6 Fototaf. 191 mm
  • Seitenzahl: 256
  • dtv Taschenbücher Bd.34725
  • Deutsch
  • Abmessung: 194mm x 126mm x 18mm
  • Gewicht: 224g
  • ISBN-13: 9783423347259
  • ISBN-10: 3423347252
  • Best.Nr.: 34510711
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"Schritt für Schritt fasst Erika Riemann wieder Fuß im Leben. Ihr Buch zeigt, wie schwer es ist, die langen Schatten der Vergangenheit loszuwerden. Darüber hinaus ist es ein wertvolles Zeitdokument zum Stalinismus in der Ex-DDR."
Süddeutsche Zeitung
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Süddeutsche Zeitung

» »Ein ungeschönter Bericht über die vielen Stationen der Gefangenschaft, der Befreiung und der Jahre danach als junge Frau im deutschen Wirtschaftswunder, der ein erschütterndes persönliches und zugleich wertvolles politisches Dokument der russischen Besatzungszeit liefert.« Der Standard « Der Standard

Ein Opfer des Stalinismus erzählt

Sommer 1945 in der thüringischen Kleinstadt Mühlhausen: Die Stadt ist seit kurzem von den Russen besetzt. Erika Riemann, ein fünfzehnjähriges, lebenslustiges Mädchen, arbeitet als Lehrling in einem Friseuerladen. Keine guter Start ins Erwachsenenleben, wie sie findet, schließlich möchte sie Akrobatin werden. Als eines Tages eine russische Offizierin den Salon betritt, kommt es zu einem ersten Eklat. Die Haare der Frau sind total verlaust! Unverrichteter Dinge schickt Erika die Soldatin weg - sie soll sich erst mal die Haare waschen!

Ein harmloser Mädchenstreich und seine lebenslangen Folgen

Erika ist sich der Gefahr, in der sie schwebt, nicht bewusst. Im Gegenteil. Wenige Tage später besucht sie mit ihren Freunden die neue Schule. "Du siehst ja ziemlich traurig aus", denkt sie sich, als sie Stalins Bild an der Wand sieht. Unverzüglich "verschönert" sie es mit einer Schleife an seinem Bart - aufgemalt mit einem roten Lippenstift!
Es dauert keine Woche, bis zwei uniformierte Männer erscheinen und Erika abholen. Dann kommt alles Schlag auf Schlag. Erst wird sie für ihre Ungezogenheit bestraft und muss der verlausten Offizierin die Haare waschen, dann geht es in zahllosen Verhören um Die Schleife an Stalins Bart. Der harmlose Streich wird der große Wendepunkt in Erika Riemanns Leben, aus dem sie in ihrer gleichnamigen Autobiografie berichtet.

Zehn Jahre Zwangsarbeit in Sibirien

So lautet das Urteil. Auch wenn Erika nie in Sibirien ankommt und bereits nach acht Jahren entlassen wird, ist ihre Haftzeit eine einzige Qual. Abgeschnitten von der Außenwelt, ohne geregelte medizinische Versorgung, ohne Arbeit und Aussicht auf Entlassung überlebt Erika die Haft mit viel Glück. Sie ist nicht nur körperlich schwer mitgenommen, vor allem ihre Psyche leidet. Noch Jahre nach ihrer Übersiedlung in die Bundesrepublik tut sich Erika schwer im Umgang mit den Menschen - zwei gescheiterte Ehen und eine problematische Mutter-Tochter-Beziehung sind der Beleg dafür.

Ein Stück Gerechtigkeit und Versöhnung mit dem Leben

Jahrzehntelang leidet Erika unter der Frage, was sie aus ihrem Leben hätte machen können, wenn, ja wenn nur... . Dazu kommt die Ignoranz der Umgebung, niemand will sie verstehen, nicht einmal anhören. Doch eines Tages ist es so weit: Bei einem Ehemaligentreffen mit Mithäftlingen wird Erika Riemann von einer Journalistin angesprochen, es kommt zu einem Interview, Erika beginnt selbst zu schreiben...
Schritt für Schritt fasst Erika Riemann wieder Fuß im Leben. Ihr Buch zeigt, wie schwer es ist, die langen Schatten der Vergangenheit los zu werden. Darüber hinaus ist Die Schleife an Stalins Bart ein wertvolles Zeitdokument zum Stalinismus in der Ex-DDR. (Birgit Kuhn)

Erika Riemann hat nach der Haftzeit in vielen Jobs gearbeitet, zwei Ehen geführt und drei Kinder zur Welt gebracht. Sie lebt in Hamburg und arbeitet ehrenamtlich mit Organisationen zusammen, die sich mit der Dokumentation ähnlicher Fälle wie ihrem befassen.

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Kundenbewertungen zu "Die Schleife an Stalins Bart" von "Erika Riemann"

4 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4.5 von 5 Sterne bei 4 Bewertungen **** ausgezeichnet)
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Bewertung von buchwürmchen aus reutlingen am 13.01.2011 ***** ausgezeichnet
Ein tragisches Schicksal wird hier beschrieben, ein Mädchen das sich einen Streich erlaubt und zudem auch politisch nicht gerade loyal ist, wird unglaublich hart bestraft. Wie so ein kleiner Lippenstift ein ganzes Leben aus den Fugen wirft, kann man in diesem sehr einfühlsamen Buch erfahren. Trotz
furchtbaren Gräueltaten, bleibt die Sprache der Autorin weich und einfühlsam, man hat auf jeder Seite das Gefühl sie hat verziehen und mit der Vergangenheit abgeschlossen. Wer Biographien mag, muss diese hier lesen!

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Bewertung von Zille aus bei kassel am 02.12.2009 ***** gut
Dieses Buch beschreibt sehr gut wie machtlos man dem Staat gegenüber stand und wie der Zusammenhalt zwischen den Leuten war. Sollte mal von Schülern gelesen werden, um DDR Geschichte näher gebacht zu bekommen und die andere Seite zu verstehen.
Ja so konnte es einen gehen-ohne großes zutun

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Bewertung von unbekanntem Benutzer aus Berlin am 16.02.2008 ***** ausgezeichnet
Ein sehr bewegendes Buch.
Es hat mich total mitgenommen und ich konnte es nicht aus der Hand legen, so dass ich dieses Buch an einem Wochenende durchgelesen hatte.

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Bewertung von Jessica Marx aus Heyerode am 14.05.2005 ***** ausgezeichnet
Ein super gut geschriebenes Buch,welches zeigt wie grausam es früher war.Man wird nicht unberührt von diesem Buch bleiben,es ist für mich unvorstellbar das jemand so etwas tatsächlich erlebt haben soll, aber ich glaube daran,da ich selber Großeltern habe, die mir das bestätigen können.Empfehlenswert ist dieses Buch besonders für jüngere Leute,weil dieses Thema viel zu selten angesprochen wird und wie schlecht es den Menschen damals ergangen ist. Ein großes Lob an Frau Riemann von Jessica / Frisör Klier / Burggalerie in Mühlhausen.

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