Leseprobe zu "Mach Dein Ding!" von Thilo Baum
Agieren Sie oder reagieren Sie nur auf Ereignisse' Die Frage ist, ob wir das Geschehen den Ereignissen oder anderen Menschen überlassen oder ob wir selbst aktiv handeln. Es geht um Initiative. Dramaturgen unterscheiden bei Drehbüchern ganz einfach zwischen "action" und "event": "Action" bedeutet, dass eine Figur handelt, "event" bedeutet, dass etwas geschieht. Entweder Sie tun etwas ("action") - Sie besuchen die richtige Messe, knüpfen einen wichtigen Kontakt und finden so jemanden, der Sie braucht. Oder es geschieht etwas ("event") - ein Notar eröffnet Ihnen eine unverhoffte Erbschaft, es beginnt zu regnen oder Sie finden einen Hunderteuroschein. Die Antwort auf die Frage, ob Sie sich treiben lassen oder Ihr Leben selbst in die Hand nehmen, ist die erste Entscheidung zur Autonomie. Was das Prinzip der "action" angeht, sind Sie Ihres Glückes Schmied. Sie können bestimmte Dinge tun, damit bestimmte andere Dinge geschehen: Sie können den netten Talkshowgast aus dem Fernsehen kontaktieren, wenn Sie seine Arbeit gerne mit einer Idee bereichern würden - vielleicht treffen Sie sich bald zum Kaffee und werden sogar Partner. Sie können mitspielen bei der Massenkommunikation, indem Sie die Welt per Internetblog und Twitter auf Ihre Fähigkeiten aufmerksam machen - bald finden sich Gelegenheiten für konkrete Kooperationen.Sie können sich insgesamt vornehmen, die richtigen Dinge zu tun, um die erwünschten Ergebnisse zu erreichen. Die Entscheidung, tätig oder untätig zu sein, liegt allein bei Ihnen. "Action" bringt Sie zu Ergebnissen, den Folgen Ihres Handelns. "Events" dagegen lassen sich nur bedingt steuern. Sie können Ereignisse nicht ausschließen, aber Sie können sich ihrem Einfluss entziehen. Wenn Sie im Urlaub Erdbebenopfer werden, dann sind Sie zwar nicht die Ursache für das Erdbeben. Sie haben sich aber dazu entschieden, in einem Erdbebengebiet Urlaub zu machen, und das war "action". Das bedeutet: Wir entscheiden auch zu einem Großteil selbst, was uns widerfährt. Wenn Sie nicht Lotto spielen, können Sie nicht gewinnen - das geht nur, wenn Sie tippen. Einige Leute meinen: Alles, was ein Mensch erlebt, hat er angezogen. Sie denken dabei sogar an Dinge wie Autounfälle und den Verlust geliebter Menschen und sagen: Mit einer positiven Einstellung widerfahren uns positive Dinge und mit einer negativen Einstellung negative Dinge. Es mag zwar sein, dass eine optimistische Haltung gesund hält, aber wenn Sie von einem Auto erfasst werden, dessen Fahrer wegen eines Herzinfarktes auf den Gehweg rast, dann haben Sie das nicht angezogen. Es ist ein Ereignis, dessen Folgen Sie so schnell nicht abwenden konnten. Ich bin überzeugt: Es gibt keinen Fatalismus und keine Strafen von Seiten höherer Mächte. Dafür aber haben wir Menschen die besten Voraussetzungen dafür, sinnvoll zu handeln. Und wenn wir das im Hinblick auf ein erfülltes Arbeitsleben tun, ist ab heute"action" angesagt. Lassen Sie nicht länger andere Menschen oder die Umstände über Ihr Leben bestimmen. Entscheiden und handeln Sie selbst!
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