S. Fischer, der Verleger - Hoffmeister, Barbara

Barbara Hoffmeister 

S. Fischer, der Verleger

Eine Lebensbeschreibung

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S. Fischer, der Verleger

S. Fischer zum 150. Geburtstag am 24. Dezember 2009
»Unsere Charaktere paßten zu einander, und ich habe immer gefühlt daß ich der geborene Autor für ihn und er mein geborener Verleger war.«
Thomas Mann an Hedwig Fischer, 2. November 1934

»S.Fischer, Verlag« firmiert er seit 1886. Der deutschsprachige Jude aus Ungarn wird innerhalb weniger Jahre der gesuchteste deutsche Verleger der Moderne an der Wende zum 20. Jahrhundert. Sein Unternehmen macht Literaturgeschichte. Doch von seiner Person weiß man kaum mehr als die Lebensdaten: 1859 bis 1934. Wer war dieser geschickte Geschäftsmann mit dem vielzitierten Gespür für literarische Qualität? Wie reagierte jemand wie er auf die antisemitischen Anfeindungen im Kaiserreich, in der Weimarer Republik und noch im »Dritten Reich«? Barbara Hoffmeister ist diesen Fragen mit reicher Kenntnis und wachem Spürsinn nachgegangen und hat ein lebendiges Bild von Samuel Fischer entworfen.


Produktinformation

  • Abmessung: 211mm x 139mm x 43mm
  • Gewicht: 665g
  • ISBN-13: 9783100320032
  • ISBN-10: 3100320034
  • Best.Nr.: 26378035
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 24.12.2009

Großes Vaterauge und Verlagsgigant

Heute vor hundertfünfzig Jahren wurde Samuel Fischer geboren. Barbara Hoffmeisters Biographie zum Jubiläum macht ein faszinierendes Doppelwesen sichtbar.

Schlicht singulär ist der Beitrag, den der am 24. Dezember 1859, also zu Heiligabend vor hundertfünfzig Jahren, im ungarischen Liptó Szent Miklós geborene Verlegergigant Samuel Fischer zum geistigen und literarischen Leben im deutschsprachigen Raum vom Ende des neunzehnten Jahrhunderts an und bis weit über seinen Tod am 15. Oktober 1934 hinaus geleistet hat. In seinen Aktual- wie Langzeitfolgen ist dieser ideelle Beitrag im Grunde nur zu vergleichen mit der nach wie vor offenkundigen Wirkung, die gesamtgesellschaftlich von den Sozialgesetzen Bismarcks ausgegangen ist.

Nach weitgehend im quellenlosen Vergangenheitsdunkel liegenden Wiener Lehrjahren kam der offiziell stets mit "S. Fischer" zeichnende jüdische Jungbuchhändler wohl 1879 in die Reichshauptstadt Berlin. Sie zog zu jener Zeit, so auch nachzulesen in Barbara Hoffmeisters neuer Biographie des Verlegers, jährlich eine halbe Million Zuwanderer an. Zwischen der Reichsgründung des Jahres 1871 und …

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Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Unterm Strich enttäuschend findet Oliver Pfohlmann diese Biografie des legendären Verlegers. Zwar gelinge es Barbara Hoffmeister zu zeigen, was den "hypochondrischen, zu Schwermut und Nervosität neigenden" Verleger Fischer mit vielen seiner Autoren verbunden hat, und auch auf ein Grundelement von Fischers Erfolgsgeheimnis aufmerksam zu machen: seine "emotionale Intelligenz" nämlich. Doch nehmen Pfohlmanns Eindruck zufolge die Schriftsteller immer wieder einen größeren Platz in diesem Buch ein, als sein eigentlicher Protagonist. Daher löst aus Kritikersicht die Biografin ein wesentliches Versprechen ihres Buchs nicht ein, nämlich den legendären Verleger aus dem Schatten seiner Autoren zu holen. Stattdessen sieht er den Konjunktiv regieren, oder Zitate anderer zur Beschreibung der Lebenswelten herhalten, in denen Fischer lebte. Hinzu kommen für den Kritiker nicht immer notwendig erscheinende Exkurse, Inhaltszusammenfassungen von Büchern und Dramen, "hilflose Überleitungen" sowie "sich über zehn oder mehr Zeilen erstreckende Satzungetüme".

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 24.12.2009

Das ewige Missverhältnis zwischen Wollen und Können
Am Heiligabend wäre der Verleger Samuel Fischer 150 Jahre alt geworden. Barbara Hoffmeister hat ihm eine Lebensbeschreibung gewidmet
Er war der Mann am Bildrand, ein zurückhaltender Beobachter. Der Mann mit Weste, Hut und Schnürstiefeln. Er schrieb keine Erinnerungen, kein Tagebuch, führte keinen Kalender. Anekdoten über ihn gibt es nicht. Selbst das von ihm angegebene Geburtsdatum, der 24.12.1859, ist zweifelhaft: Alte Matrikel des Rabbinats in seinem Geburtsort, der ungarisch-österreichischen Kleinstadt Liptó Szent Miklós, nennen stattdessen den 25.11.1858. In seinen Briefen an Autoren finden sich nur selten persönliche Aussagen, aus denen sich ein genaueres Bild ableiten ließe. Außer in Briefen an seine Frau Hedwig und seine Kinder unterschrieb er nie anders als mit „S. Fischer”, in einem Zug, ohne die Feder abzusetzen. Aber S. Fischer – das war dann doch eher der Verlag als er selbst, falls es überhaupt möglich ist, beides auseinanderzuhalten.
Ein guter Verleger zeichnet sich dadurch aus, dass er sich nicht selbst ins Rampenlicht rücken muss, sondern seinen Autoren dazu verhilft, ihre …

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Barbara Hoffmeister hat Philosophie und Germanistik studiert und lebt als freie Lektorin und Autorin in Hamburg.

Blick ins Buch "S. Fischer, der Verleger"

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