Warten auf Europa\Waiting for Europe - Gaudlitz, Frank

Frank Gaudlitz 

Warten auf Europa\Waiting for Europe

Begegnungen an der Donau. Text engl.-dtsch.

Mit Essays v. Karl Schlögel, Jule Reuter u. Günter Schödl
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Warten auf Europa\Waiting for Europe

Durch Ost- und Mitteleuropa zieht sich ein Strom, an dessen Ufern die Situation des neuen Europa deutlich wird. Die Donau durchfließt zehn Staaten mit unterschiedlichem wirtschaftlichem Entwicklungsstand und verschiedenen politisch-gesellschaftlichen Ausprägungen. Auf seiner Reise durch die Donaustaaten Ukraine, Moldawien, Rumänien, Bulgarien, Serbien, Kroatien, Ungarn, Slowakei, Österreich und Deutschland hat der Fotograf Frank Gaudlitz Menschen porträtiert und sie nach ihren Lebensumständen und Zukunftserwartungen befragt.


Produktinformation

  • Abmessung: 270mm x 239mm x 20mm
  • Gewicht: 1102g
  • ISBN-13: 9783936168310
  • ISBN-10: 3936168318
  • Best.Nr.: 20830438
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 23.01.2007

Staustufen der Gegenwart
Das Gesicht Europas: Der Leipziger Fotograf Frank Gaudlitz porträtiert Bewohner des Donauraums
Die Donau legt von ihren Quellen im Schwarzwald 2888 Kilometer zurück, bis sie sich in einem riesigen Delta ins Schwarze Meer ergießt. Das Gebiet von zehn Staaten wird von ihr durchflossen, das macht ihr kein anderer Fluss der Erde nach, weswegen sie von der Donau-Romantik, die seit einigen Jahren wundersame und wunderliche Blüten treibt, schon zum einzig wahrhaft „übernationalen Fluss” ausgerufen wurde.
Mit Romantik hat der in Leipzig ausgebildete Fotograf Frank Gaudlitz nichts zu tun, wunderbare Bilder hat er von seiner dreijährigen Reise entlang der Donau gleichwohl mitgebracht. Es sind Porträts von Menschen, denen zu begegnen er auf den Zufall vertraut hat und die er dafür zu gewinnen wusste, ernste Haltung anzunehmen und sich von ihm aufnehmen zu lassen: im schwäbischen Dillingen oder im oberösterreichischen Dürnstein, in der slowakischen Trabantensiedlung von Bratislava, in einer Abrisshalle im ungarischen Fadd, auf der Landstraße im kroatischen oder serbischen Irgendwo, im Schilf des rumänischen Dorfes Fantinele oder, fast …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 08.06.2006

Europa ist meine Leinwand
Menschen an der Donau Von Michael Jeismann

Seit der Ost-Erweiterung der Europäischen Union, die in der Nacht zum 1. Mai 2004 überall in Europa gefeiert wurde, sind im politischen Europa andere Menschen zu Hause, Menschen, denen man andere Biographien und Erfahrungen und womöglich auch andere Hoffnungen ansieht als jene, die wir aus dem alten Europa vor dem Fall der Mauer kennen. Und wenn diese Menschen, ihre Gesichter und Haltungen, eines Tages europäisch gleichgemacht sein sollten, so gibt es immer noch jenen europäischen Raum, der politisch bislang nicht integriert ist.

Es ist nicht nur eine andere Naturlandschaft, nicht nur eine andere politische Kultur, aus der sie kommen, sondern auch eine andere Seelenlandschaft mit erstaunlichen graduellen Unterschieden von Land zu Land. Und wer noch den Blick von den eigenen Sorgen und Befindlichkeiten heben kann, der schaue in diese Gesichter. Es ist nicht sicher, daß ihre Sprache für den Betrachter zu entziffern ist, aber sofort wird er etwas entdecken, was er aus der Welt der westlichen Masken kaum mehr kennt. Eine Deutlichkeit des Ausdrucks, ein nachdrückliches …

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Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Bewegend findet Karl-Markus Gauß den Fotoband "Warten auf Europa", den Frank Gaudlitz vorgelegt hat. Die Porträts von Bewohnern des Donauraums, die Gaudlitz auf einer dreijährigen Reise durch die zehn Staaten entlang der Donau gemacht hat, zeigen für Gauß nicht weniger als das "Gesicht Europas" und verdeutlichen zudem, dass Europa noch immer ein "Kontinent der Ungleichheit" ist. Er würdigt Gaudlitz als Meister der Dokumentarfotografie, seine Porträts von Menschen am Fluss als "wunderbare Bilder", die man nie mehr vergessen werde. Mit Lob bedenkt er auch die Textbeiträge von Karl Schlögel, Jule Reuter und Günter Schödl.

© Perlentaucher Medien GmbH
Karl Schlögel, geboren 1948 im Allgäu, hat an der Freien Universität Berlin, in Moskau und St. Petersburg Philosophie, Soziologie, Osteuropäische Geschichte und Slawistik studiert und lehrt an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder. 2006 erhielt er den Lessing Preis der Stadt Hamburg.

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