Der Keller - Bernhard, Thomas

Thomas Bernhard 

Der Keller

Eine Entziehung

Broschiertes Buch
 
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Der Keller

Um sich seinem bisherigen, verhaßten Leben zu entziehen verschafft sich Bernhard eine Lehrstelle in einem Kolonialwarenladen im Keller.

Eines Morgens beschließt der sechzehnjährige Gymnasiast auf dem Schulweg spontan, sich seinem bisherigen, verhaßten Leben zu entziehen und sich im Keller, einem Kolonialwarenladen, eine Lehrstelle zu verschaffen. Im Keller, am Rande der Salzburger Scherzhauserfeldsiedlung, dem heruntergekommenen, tristen Wohngetto der Besitzlosen, der Asozialen und Kriminellen, lernt Bernhard all die von der Gesellschaft Ausgestoßenen kennen, verstehen und ergreift Partei für diese verlorenen, verstörten Existenzen.


Produktinformation

  • Verlag: Dtv
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 152 S. 191 mm
  • Seitenzahl: 143
  • dtv Taschenbücher Bd.13960
  • Deutsch
  • Abmessung: 192mm x 120mm x 15mm
  • Gewicht: 177g
  • ISBN-13: 9783423139601
  • ISBN-10: 3423139609
  • Best.Nr.: 29747434
"Bernhard bezeichnet die Lehrjahre im Keller als die wichtigste Zeit seines Lebens. In ihr wurden die Fundamente gelegt für ein literarisches Werk, das in seiner Radikalität als einziges deutschsprachiges neben dem Samuel Becketts zu bestehen vermag." Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt
Thomas Bernhard geboren am 9. Februar 1931, gestorben am 12. Februar 1989 in Gmunden (Oberösterreich). 1952-1957 Musik- und Schauspielstudium an der Akademie Mozarteum Salzburg, ab 1957 freier Schriftsteller. Zahlreiche Auszeichnungen, u. a. Österreichischer Staatspreis 1967, Georg-Büchner-Preis 1970.

Kundenbewertungen zu "Der Keller" von "Thomas Bernhard"

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Bewertung von MaWiOr aus Halle am 02.03.2011 ***** ausgezeichnet
In seinen autobiografischen Schriften („Die Ursache“, „Der Keller“, „Der Atem“, „Die Kälte“ und „Ein Kind“) verarbeitete der österreichische Schriftsteller Thomas Bernhard seine Kindheit und Jugend. Diese Erinnerungen spiegeln seine furchtbaren Erlebnisse im nationalsozialistisch und katholisch geprägten Österreich wider.

Erschütternd und polemisch schildert er die frühen Verletzungen und das Eingesperrtsein in den verschiedenen Institutionen wie Schule, Internat, Erziehungslager, Krankenhaus und Sanatorium. Wer die Welt von Thomas Bernhard verstehen will, findet hier den Schlüssel. Kaum ein Text ist intimer und berührender als diese Erinnerungen. Alle fünf Bände erschienen Ende der 70er bzw. Anfang der 80er Jahre im Residenz Verlag Pölten und liegen nun aus Anlass des 90. Geburtstags von Thomas Bernhard als Taschenbuchausgaben im Deutschen Taschenbuch Verlag vor.

„Der Keller - Eine Entziehung“ (1976) ist der zweite Band dieser fünfteiligen Autobiografie. Die unmittelbare Fortsetzung des ersten Bandes „Die Ursache“ beginnt mit dem Morgen, als der 16jährige Gymnasiast Bernhard spontan beschließt, sich seinem verhassten Schulleben zu entziehen. Gegen alle Vernunft verschafft er sich eine Lehrstelle im Lebensmittelgeschäft von Karl Podlaha.

Der Kolonialwarenladen befindet sich in einem Keller der Scherzhausersiedlung, einem elenden Wohnghetto am Rande von Salzburg. Der Keller ist der Mittelpunkt dieser übelverleumdeten Siedlung, täglich geben sich hier die Hungernden und halb Verhungerten die Klinke in die Hand. In diesem Umfeld begegnen Bernhard Menschen, die wie er von der bürgerlichen Gesellschaft ausgestoßen sind: Besitzlose, Asoziale und Kleinkriminelle, für die der junge Lehrling aber Besitz ergreift. „An manchen Tagen atmete ich nichts als den Geruch all derer ein, die in der Scherzhausersiedlung bei lebendigem Leibe verfaulten.“ Doch in dem Salzburger „Schreckensviertel“ findet er die ersehnte Anerkennung.

Nach der befreienden Abkehr von dem als feindlich empfundenen Gymnasium besucht Bernhard nun einmal wöchentlich eine kaufmännische Berufsschule. Trotzdem reagiert die Familie ablehnend, er wird als Störenfried diffamiert. Nur sein Großvater unterstützt ihn, sucht sogar einen Gesangslehrer für ihn. Neben dem Kellerbesitzer Podlaha, von dem er den Umgang mit Menschen gelernt hat, ist der Großvater die prägende Figur in seiner Jugend.

Im Herbst 1948, mit 17 Jahren, bekommt Bernhard nach Wochen der Überanstrengung eine Erkältung mit hohem Fiber, woraus sich eine Lungentuberkulose entwickelt. In den anschließenden Aufenthalten in verschiedenen Sanatorien und Lungenheilstätten wird der Kranke schließlich die Welt der Literatur entdecken.

Manfred Orlick

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Bewertung von Jogi aus München am 20.02.2011 ***** ausgezeichnet
Wer Thomas Bernhard nicht kennt, findet mit diesem Erstlingswerk einen guten Einstieg in die typische Ausdrucks- und Schreibweise von Bernhard.
Mir hat dieses Werk sehr gut gefallen, zumal die "Entziehung" im Bezug auf die heutige Bildungsdiskussion wieder brandaktuell ist.

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