Villa Klestiel - Weingartner, Gabriele

Gabriele Weingartner 

Villa Klestiel

Roman

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Villa Klestiel

Vom gemeinsamen Altwerden. In der Villa Klestiel, irgendwo zwischen Wannsee und Schlachtensee gelegen, haben sich um die Jahrtausendwende Menschen zusammengetan, um so selbstbestimmt wie möglich miteinander zu altern: Schauspieler, Weltreisende, Juristen, Kritikerinnen, Akademikerwitwen, die das Alleinsein nicht ertragen, Kommunismusforscher, Westberliner, die die Welt nicht mehr begreifen, darunter Menschen, die sich selbst als 68er verstehen oder auch von anderen so (miss-)verstanden werden. Ein skurriler Roman mit überraschenden Wendungen.


Produktinformation

  • Verlag: Limbus Verlag
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 238 S.
  • Seitenzahl: 238
  • Zeitgenossen
  • Deutsch
  • Abmessung: 212mm x 136mm x 23mm
  • Gewicht: 410g
  • ISBN-13: 9783902534507
  • ISBN-10: 3902534508
  • Best.Nr.: 33459020

Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

Wunderbares Buch, findet Jochen Schimmang, und das fast ohne Einschränkungen. Ein bisschen mehr Mut mit den Klarnamen der hier auftretenden Westberliner Ikonen von damals ist alles, was er einfordert. Sonst macht ihm Gabriele Weingärtners Roman uneingeschränkt Spaß. Die Geschichte einer Zehlendorfer 68er-WG und ihrer Bewohner, ihrer Beziehungen untereinander und vor allem ihrer Vergangenheiten, die Weingarnter wie Kaninchen aus dem Hut zaubert, und jedesmal ist es eine echte Überraschung, findet Schimmang gekonnt erzählt. Er lobt die erzählökonomische Perfektion der Autorin, etwa, wenn sie die 60er und 70er Jahre im guten alten Westberlin vor den Leseraugen auferstehen lässt. Schimmang sieht förmlich das alte Schillertheater vor sich, Steins Schaubühne, Amerikahaus, Thielplatz, FU. Und wenn auch jede Gestalt im Lauf der Story ihre dunkle Seite zeigt, Weingartner, meint Schimmang, entblättert sie ohne Häme.

© Perlentaucher Medien GmbH
Gabriele Weingartner, Kulturjournalistin und Literaturkritikerin, wurde 1948 in Edenkoben/Pfalz geboren, studierte Germanistik und Geschichte in Berlin und Cambridge (Massachusetts). Nach zwei Jahrzehnten im pfälzischen St. Martin lebt sie seit 2008 wieder in Berlin. Zahlreiche Literaturpreise und Stipendien, Mitglied des P.E.N.-Zentrums Deutschland.

Inhaltsangabe

Vom gemeinsamen Altwerden. In der Villa Klestiel, irgendwo zwischen Wannsee und Schlachtensee gelegen, haben sich um die Jahrtausendwende Menschen zusammengetan, um so selbstbestimmt wie möglich miteinander zu altern: Schauspieler, Weltreisende, Juristen, Kritikerinnen, Akademikerwitwen, die das Alleinsein nicht ertragen, Kommunismusforscher, Westberliner, die die Welt nicht mehr begreifen, darunter Menschen, die sich selbst als 68er verstehen oder auch von anderen so (miss-)verstanden werden. Ein skurriler Roman mit überraschenden Wendungen.

Kundenbewertungen zu "Villa Klestiel" von "Gabriele Weingartner"

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Bewertung von narnia aus Alt Ruppin am 06.09.2011 ***** ausgezeichnet
Villa Klestiel heißt - Leben pur!

Wer immer noch meint eine WG wäre das Vorrecht der Jungen, der sieht sich spätestens mit diesem Roman eines besseren belehrt.

Senioren, vom Lebenslauf her gesehen so unterschiedlich wie das Leben nun einmal ist, haben sich in die Villa Klestiel eingemietet. Dort leben sie so frei und unfrei wie dies nun einmal in einer WG möglich ist.

Diesen Roman in acht Kapiteln habe ich sehr genossen. Zum einen strahlt er zu Hauf Lebensweisheit aus, zum anderen aber zeigt er, dass Alte gar nicht so anders sind wie Junge. Auch sie sind mal allein, glücklich, traurig, ausweglos, witzig und Pläne schmiedend. Auch sie leben mal mit und ohne Lebenslügen für andere oder sich selbst.

Frederika, eigentlich ist sie ja nur die Schreibkraft der Villa, ermöglicht mir so manche Blicke hinter die unsichtbaren Kulissen der WG - Bewohner. Zugleich ist sie auch so etwas wie die Verbindung zum Leser und zur nächst jüngeren Generation.

Prall gefüllt mit Lebenserfahrung hat Gabriele Weingartner ihren Roman. Alte fühlen sich beim Lesen ertappt, Junge können noch so manches lernen. Interessant war für mich beim Lesen das Beobachten wie Menschen Veränderungen wahrnehmen, sei es auf privater oder politischer Ebene.

Wie dieser Roman gelesen wird und was er beim Leser auslöst wird von jeweiligen Alter des Lesers abhängen. Für mich ist die wichtigste Botschaft: Gabriele Weingartner hat mir gezeigt, nur weil ein Leben 70 oder 80 Jahre zählt, muss es längst nicht vorbei sein.

Weingartner hat ein aktuelles Thema äußerst spannend angepackt!

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