Palast der Republik - Klapsch, Thorsten

Thorsten Klapsch 

Palast der Republik

Mit einem einleitenden Text dtsch.-engl.

Buch mit Leinen-Einband
 
versandkostenfrei
innerhalb Deutschlands
48 ebmiles sammeln
EUR 48,00
Sofort lieferbar
Alle Preise inkl. MwSt.
Bewerten Empfehlen Merken Auf Lieblingsliste


Andere Kunden interessierten sich auch für

Palast der Republik

Der Palast der Republik, aufgrund der großen Anzahl an Leuchten und Deckenlampen auch Erichs Lampenladen genannt, war ein besonderes Zeugnis der DDR-Architektur. Nach der Eröffnung im April 1976 war er nicht nur Sitz der Volkskammer, dem Parlament der DDR, und Ort für repräsentative Veranstaltungen der SED-Parteitage, sondern diente auch als ein offenes Kulturhaus für Veranstaltungen und Kulturprogramme aller Art. Im großen Saal für bis zu 5 000 Besucher fanden Konzerte nationaler und internationaler Künstler statt. Das eigene Theater, große Ausstellungen, Restaurants und Bowlingbahnen machten den Palast zu einem Anziehungspunkt für alle DDR-Bürger. Er sollte Fortschritt, einen hohen Lebensstandard, wirtschaftliche Stabilität und Volksnähe demonstrieren. Damit war der Palast der Republik einerseits durch sein breites Kultur- und Freizeitangebot eine volkstümliche Institution, andererseits jedoch diente er der Repräsentation des Staates und seiner Ideologie. Im Januar 1993, also fast drei Jahre nach der endgültigen Schließung, hat Thorsten Klapsch den unberührten und komplett möblierten Palast als einziger Fotograf portraitiert und mit seiner umfangreichen Arbeit einen Teil der deutschen Geschichte für immer festgehalten.


Produktinformation

  • Verlag: Edition Panorama
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. o. Pag. Mit 65 Farbfotos.
  • Seitenzahl: 120
  • Deutsch
  • Abmessung: 314mm x 316mm x 25mm
  • Gewicht: 1586g
  • ISBN-13: 9783898234290
  • ISBN-10: 3898234290
  • Best.Nr.: 30214497
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 18.09.2010

Die gespenstische Leere im
Republikpalast
Am 19. September 1990 wurde der Palast der Republik in Sorge um die Gesundheit der Mitarbeiter geschlossen. Das waren damals nicht weniger als 1700, 500 von ihnen Techniker. Der 1976 eröffnete Palast enthielt ein Stahlträgerskelett, das man mit 720 Tonnen Spritzasbest gegen Verformung im Brandfall geschützt hatte. Über die Befunde, die – kurz nach dem Beitrittsbeschluss der im Hause tagenden Volkskammer – zur Schließung führten, wird bis heute gestritten. Einen Abriss hatte man damals freilich für unnötig und viel zu teuer gehalten. Im Januar 1993 besuchte und fotografierte Thorsten Klapsch das leere, aber noch möblierte Gebäude (Palast der Republik. Edition Panorama, Mannheim 2010. 120 Seiten mit 65 Fotografien in Farbe. 48 Euro). Seine Bilder erleichtern das Urteil über das 180 Meter lange, 30 Meter hohe Bauwerk in Mischnutzung. Hier hatte das „Parlament“ seinen Sitz, hier gab es ein Theater, einen Veranstaltungssaal, eine Post, viel Kunst, Gaststätten: eine kleine DDR, wie Honecker sie erträumte. Alles funktional, schmuck und etwas klobig im Detail. Die angestrengt wirkende, gleichsam schwitzende Festlichkeit prägte auch Nebenräume wie das Bühnencasino (rechts) oder den Konferenzraum. 13 Jahre nach diesen Aufnahmen begann man, den Palast abzureißen.
jby
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten - Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung exklusiv über www.sz-content.de