Magic Hoffmann - Arjouni, Jakob

Jakob Arjouni 

Magic Hoffmann

Roman. Metropolen: Berlin

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Magic Hoffmann

Fred, Nickel und Annette träumen einen Traum, und der trägt den Namen Kanada. Dort könnte man leben, wie man will, fischen und fotografieren, weit weg vom Muff der Provinz. Doch von Dieburg nach Vancouver kommt man nicht ohne Umweg. Für Fred führt dieser über den Knast in das Berlin nach dem Mauerfall, wo er Nickel, Annette und sein Geld abholen will. So wars besprochen doch the times they are changing.
Treffsicher zeichnet der Autor ein Bild unserer Zeit, unseres Landes und das eines jungen Mannes namens Magic Hoffmann.


Produktinformation

  • Abmessung: 212mm x 130mm x 24mm
  • Gewicht: 337g
  • ISBN-13: 9783866157897
  • ISBN-10: 3866157894
  • Best.Nr.: 28973402
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 04.06.2010

DEFGH Bibliothek

Nenn mir die Namen
der Barkeeper!
„Magic Hoffmann“
von Jakob Arjouni
Metropolen Band 6
Berlin – kurz nach der Wende – kann wohl nur so aussehen wie in diesem kleinen frechen, lakonischen Roman von 1996: Stadt der übel riechenden Hotels, schäbigen Fußgängerzonen, der S-Bahnhöfe, die von Menschen eines fahlen oder knallbunten Jammers bevölkert sind. Da tapert einer aus der hessischen Provinz haltlos durch Berlin und sucht seine zwei alten Kumpels. Er trifft sie völlig verändert, stolpert in ein paar absurde, nicht ungefährliche Begegnungen und findet sich selbst – in der dürftig zusammengeleimten Stadt des Schmuddels und der Wunschbilder.
Berlin, das ist noch gar nicht die deutsche Hauptstadt, sondern diese „Illusionsneurose! Metropole, Großstadt, internationales Flair – die Leute kommen aus Kleindingsda, haben sich die große Welt vorgestellt und hocken jetzt Hermannstraße Hinterhaus. Dann werden sie Säufer oder schwul, quälen sich in absurde Klamotten, lernen die Namen sämtlicher Barkeeper auswendig – und das alles nur, damit es, wenn die Cousine zu …

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"His virtuosity, his humour and his feeling for suspense bring a ray of hope into the literature of the other side of the Rhine which has been imprisoned for too long in the icy spheres of Peter Handke." (Actuel)<br/><br/>"Arjouni's spotlight on the darker side of the German affluent society is caustic, witty and exciting - and never moralising." (Le Monde)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 02.04.1996

Der Haferbrei über Berlin
Und alle Leser lieben Hoffmann: Jakob Arjouni schreibt einen Roman über die vereinte Hauptstadt / Von Harald Jähner

Zu den modernen Mythen des Alltags gehört unbedingt der Edeka-Verkäufer. Er verkörpert Zähmung der gesellschaftlichen Dynamik, verbürgt Beständigkeit im Wandel und hat dem Individuum an sich, dem Einzelhändler, eine normative Gestalt verliehen. Diese programmatische Unauffälligkeit mischt der geläufigen Rede über den Edeka-Mann eine anhaltende Geringschätzung bei oder auch ein ganz besonders beständiges Vertrauen.

Kein Wunder jedenfalls, daß Oma Ranunkel für ihren Enkel Fred Hoffmann nichts sehnlicher wünschte als eine Zukunft als Edeka-Verkäufer. Wohl um ihr, die inzwischen längst im Himmel weilt, nachträglich eine Freude zu machen und weil er seine tatsächlichen Pläne keinem Unbekannten anvertrauen kann, antwortet Fred Hoffmann auf die Frage, was er mit seinem Leben denn noch so vorhätte: "Edeka-Verkäufer". Typisch Magic Hoffmann: In Wirklichkeit will er, soeben aus dem Gefängnis entlassen, nach Berlin und dann nach Kanada, dem Sehnsuchtsland, in das er mit seinen Kumpanen …

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"Jakob Arjouni hat mit Magic Hoffmann einen Helden geschaffen, der uns nahe kommt, so daß man den Roman nicht aus der Hand legen mag. Jakob Arjouni kann so erzählen, daß es kein Entrinnen gibt. Seine Dialoge, seine bilderreiche Sprache, sein Tempo, sein Witz, die Doppelbödigkeit aus scheinbarer Leichtigkeit und Unter- und Hintergründigem sind eine Klasse für sich. Man reibt sich die Augen vor Staunen und Begeisterung. Es ist eine große Kunst, so unterhaltsam und spannend zu schreiben und dabei so pointiert, so klug und kritisch vom Leben in der Gegenwart zu erzählen. Arjouni beherrscht diese Kunst perfekt." (Barbara Dobrick / Norddeutscher Rundfunk)<br /> "Magic Hoffmann ist ein Krakeeler wie Franz Biberkopf aus Alfred Döblins Roman <em>Berlin Alexanderplatz</em>, wie dieser aus dem Gefängnis entlassen, voll hochfliegender Pläne und großer Ansprüche, am Ende zurechtgestaucht und eingepaßt ins Dasein, aber dem Leser um so gründlicher ans Herz gewachsen. Spannend, tragikomisch, treffsicher skizziert, temporeich – ein literarischer Genuß!" (Harald Jähner / Frankfurter Allgemeine Zeitung)
Jakob Arjouni, geboren 1964 in Frankfurt am Main, studierte und jobbte nach dem Abitur einige Jahre in Südfrankreich und lebte dann in Berlin. Er veröffentlichte Romane, Theaterstücke, Erzählungen und Hörspiele. Für "Ein Mann, ein Mord" erhielt Jakob Arjouni 1992 den Deutschen Krimi-Preis. Derzeit lebt er vorwiegend in Südfrankreich.

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