Königstorkinder - Osang, Alexander

Alexander Osang 

Königstorkinder

Roman

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Königstorkinder

Andreas Hermann, Anfang 40, hat die erste Hälfte seines Lebens im Osten Deutschlands verbracht. Nach der Wende beruflich vielfach gescheitert, lebt er in einer winzigen Wohnung in Berlin, Prenzlauer Berg, und arbeitet als Ein-Euro-Jobber an einem Kulturprogramm zum 20. Jahrestag des Mauerfalls. Ausgerechnet mit einer Gruppe arbeitsloser Intellektueller soll er die Ereignisse des Jahres 1989 nachspielen.
Andreas Hermanns Beschäftigungsagentur grenzt an eine Siedlung weißer Townhäuser, die am Königstor für wohlhabende Bewohner errichtet wurde. Dort lebt Ulrike Beerenstein, die als Designerin in einem der vielen neuen Ladenbüros der Stadt arbeitet. Jeden Morgen beobachtet sie Andreas Hermann von ihrem Fenster aus. Als ihr Mann zu einer Dienstreise aufbricht, beginnen sie eine Affäre: Andreas Hermann betritt das weiße Townhouse wie eine neue Welt.
Alexander Osangs Roman ist ein Buch über die guten Vorsätze, die Enttäuschungen, die Missverständnisse und das Glück in der wiedervereinigten Stadt. Ein Liebesroman.


Produktinformation

  • Abmessung: 211mm x 136mm x 34mm
  • Gewicht: 484g
  • ISBN-13: 9783100576132
  • ISBN-10: 3100576136
  • Best.Nr.: 25574486
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 02.10.2010

Es grünt so grün

Das Jetzt von Gestern: Alexander Osang erzählt in "Königstorkinder" von ostwestdeutscher Liebe.

Von Tobias Rüther

Alexander Osang war sieben Jahre für den "Spiegel" in New York, seit 2006 lebt er wieder in Berlin, und zwar im Bötzowviertel: wie damals, als sein Geburtsort noch Hauptstadt der DDR war und Osang Redakteur bei der "Berliner Zeitung". Dieses Bötzowviertel, hat Osang nach seiner Rückkehr geschrieben, wird jetzt von Leuten bewohnt, die nicht wissen, wie man es richtig ausspricht: mit langem Umlaut nämlich. Was eine typische Osang-Beobachtung ist, weil der Reporter und Schriftsteller - die Leser seines Debüts "die nachrichten" (2000) werden sich erinnern - empfindlich auf Tonlagen reagiert. Zwischen dem kurzen und langem "ö" hat Osang eine Demarkationslinie verlegt. Es ist die zwischen Ost und West.

In den "nachrichten" hatte Osang anhand des "Tagesschau"-Sprechers Jan Landers noch erzählt, teils grandios, wie ein Ostdeutscher sich in einem westdeutschen Milieu zu etablieren versucht, die feinen Unterschiede der Hansestadt Hamburg lernen will. Sein neuer Roman "Königstorkinder" handelt jetzt davon, …

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Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

Irgendwie bewegt und auch fasziniert beschreibt Rezensentin Anja Maier den neuen Roman von Alexander Osang. Allein, ein gewisses Unbehagen daran wird sie nicht los. Denn es beschäftigt sie die Frage, warum um Gottes Willen der erfolgreiche Osang nun als Protagonisten einen Verlierer wählt, den er gleichsam zum Zaungast seines eigenen, erfolgreichen Lebens macht. Verarbeitet Osang, in dem er seinem "grandios scheiternden" ostdeutschen Protagonisten Attribute seiner eigenen Biografie mitgibt, hier eigene Ängste oder betrachtet er sich einfach selbst in der gescheiterten Version? Grundsätzlich hat, so Maier, auch dieses Buch, was alle Texte und Bücher dieses Autors haben, "jenes lakonische Pathos" halt, das die Lektüre immer auf süffiger Temperatur hält. Auch die Ost-West-Lovestory mit der daran erzählten (scheiternden) innerdeutschen Entwicklungshilfe gefällt der Kritikerin ganz gut. Doch scheint ihr das transportierte Weltbild des Romans zu missfallen.

© Perlentaucher Medien GmbH

kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Es waren zwei Königstorkinder/die hatten einander so lieb/Sie konnten zueinander nicht kommen/der soziale Graben war viel zu tief ... Ach! Das Königstor trennt den Prenzlauer Berg in zwei Hälften. Im Osten wohnen die Gescheiterten, die Alkoholiker, die Arbeitslosen. Und im Westen die Neuberliner, die Schickis, die Schwaben. Andreas Hermann überschreitet die unsichtbare Grenze, der Ein-Euro-Jobber schwebt wie ein Geist durch die Townhouses, verliebt sich in die reiche Ulrike, beginnt sogar einen Agenturjob ... und scheitert, zwangsläufig. Oder? Das ist die große Qualität von Alexander Osangs "Königstorkinder": dass der preisgekrönte Journalist es schafft, seine tragikomische aber leider auch ein wenig larmoyante Handlung mit einem eleganten Twist auf den letzten Seiten ins Fragliche umschwenken zu lassen. Bis dahin ist "Königstorkinder" eine Art Aktualisierung von Sven Regeners Spätachtziger-Kreuzberg-Sittenbildern, randvoll mit sympathisch skurrilem Losertum, Alkohol und ungelenk beschriebenem Sex, nur ein Vierteljahrhundert später und zehn Kilometer nördlicher. Auf den letzten Seiten aber eröffnet Osang einen Möglichkeitsraum: Was, wenn alles ganz anders ist? Was, wenn die Chancenlosigkeit seiner Figuren in Wahrheit ihre große Chance darstellt? (fis)
Alexander Osang, geboren 1962, studierte Journalistik in Leipzig und arbeitete nach der Wende als Chefreporter der "Berliner Zeitung". Für seine Reportagen erhielt er den Egon-Erwin-Kisch-Preis und den Theodor-Wolff-Preis. Seit 1999 ist er Reporter für den "Spiegel" in New York.

2 Marktplatz-Angebote für "Königstorkinder" ab EUR 8,50

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