Kleine Abschiede - Berggruen, Heinz

Heinz Berggruen 

Kleine Abschiede

1935-1937: Berlin - Kopenhagen - Kalifornien. Mit e. Vorw. v. Klaus Harpprecht. Hrsg. v. Gylfe Schollak

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Kleine Abschiede

Wieder entdeckt: Pointiert formulierte, nachdenkliche Texte des jungen Heinz Berggruen über Menschen und Orte, die er verlassen muss, über politische Bedrohungen - Abschied und Aufbruch zugleich: in eine neue Welt, in der die alte aber nicht vergessen bleibt.


Produktinformation

  • Verlag: Transit Buchverlag
  • 2004
  • Ausstattung/Bilder: 2004. 126 S.
  • Seitenzahl: 128
  • Deutsch
  • Abmessung: 204mm x 125mm x 14mm
  • Gewicht: 213g
  • ISBN-13: 9783887471910
  • ISBN-10: 3887471911
  • Best.Nr.: 12371880

Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Heinz Berggruen hat seiner Heimatstadt Berlin eine tolle Kunstsammlung vermacht: "Picasso und seine Zeit", und das, obwohl er 1936 aus den nationalsozialistischen Deutschland emigrieren musste. Berggruen versuchte sich anfangs als Journalist; Yaak Karsunke weist in seiner Besprechung der frühen Artikel Berggruens darauf hin, dass hier eine vielversprechendes Talent aus politischen Gründen eine andere Berufslaufbahn einschlagen musste. Berggruen brauche den Vergleich mit Feuilletonisten seiner Zeit nicht zu scheuen, schreibt Karsunke. Er besaß einen ebenso "liebevollen wie unbestechlichen Blick", bescheinigt der Rezensent seinen in der Frankfurter Zeitung erschienenen Feuilletons, die so klassische Themen wie Berliner Bahnhöfe, Automaten oder die Telefonzelle abhandelten. Am besten gefällt Karsunke das montierte Stadtporträt "Berlin im Schulaufsatz", wo er Oberschüler verschiedener Altersstufen zu Wort kommen ließ. Der Band enthält auch Artikel, die Berggruen für die Zeitschrift des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens schrieb, sowie zwei Texte, die seine Ankunft in Kalifornien schildern: unvoreingenommen und neugierig, meint Karsunke, und vor allem frei von Sentimentalitäten.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 10.08.2004

Apfelwein, Bahnhof und rattata
Heinz Berggruens „Kleine Abschiede.1935-1937”
Mit seinem grauen Woll-Dreiteiler, dem sorgsam gebundenen Schlips, der dicken Denkerbrille und der aus der festgefügten Frisur spielerisch in die Stirn fallenden Haarsträhne sieht der fünfundzwanzigjährige Heinz Berggruen aus wie ein Rollenmodell aus den hochmütigen Tagen des deutschen Feuilletons. Als dieses Foto 1939 in San Francisco entstand, lag Berggruens Journalistenkarriere schon beinahe hinter ihm. Sie hatte 1932 mit Beiträgen des Abiturienten für die Kinderbeilage der „Grünen Post” und mit Rezensionen für die „Jugendstunde” des Berliner Rundfunks begonnen, und sie hatte sich mit kleinen und größeren Stadtfeuilletons fortgesetzt, die der junge Mann für die „Frankfurter Zeitung” schrieb und bei denen er nur mit den Initialen zeichnete; weil einem Juden die Mitarbeit an arischen Organen offiziell schon nicht mehr gestattet war.
Gleichzeitig volontierte Berggruen bei der „Zeitschrift des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens”, der „CV-Zeitung” und bereitete seine Emigration vor. Bis zum Erhalt eines amerikanischen Visums …

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Heinz Berggruen, geboren 1914 in Berlin, war zunächst Journalist, nach der Emigration Beschäftigung mit Kunstausstellungen. 1942 wird der amerikanischer Soldat und kommt so 1945 nach Europa. Ab 1947 gehört er in Paris zu den wichtigsten Sammlern und Händlern moderner Kunst. Seit 1996 lebt er wieder in Berlin; seine bedeutende Sammlung "Picasso und seine Zeit" ist im westlichen Stülerbau zu sehen. Für seine Verdienste um die klassische Moderne wurde er vielfach geehrt. Heinz Berggruen starb 2007 in Paris.

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