Ein zeitgenössischer Großstadtroman über das Berlin der frühen
1920er Jahre: Eine Geschichte voller Begegnungen zwischen Ost und
West, erstmals aus dem Jiddischen übersetzt.
Bahnhof Alexanderplatz: Ein bedeutender Rebbe aus Osteuropa trifft
ein und wird von Hunderten Chassidim aus der Berliner
Grenadierstraße begeistert empfangen. Der Protagonist, der deutsche
Jude Johann Ketner, beobachtet diese Szene zufällig. Als Sohn eines
wohlhabenden liberalen Bankiers ist Ketners Lebenswelt von
Begegnungen unterschiedlichster Art geprägt: deutsche
Burschenschaftler, jüdische Medizinstudenten aus Russland,
Zionisten und Sozialisten, liberale und konservative deutsche Juden
kreuzen seinen Weg ebenso wie orthodoxe Juden aus Osteuropa. Die
Grenadierstraße, sinnbildlich für den Ort der Begegnungen zwischen
Ost und West, ist mehrfach Schauplatz seines Lebenswegs, bis er
letztlich dem Rebben folgt. Auf diesem Weg wird mehrfach die
Perspektive des "Fremden" gebrochen, und so entfaltet
sich in diesem Adolenszenzroman ein differenziertes Panorama
jüdischen Lebens in den ersten beiden Jahrzehnten des 20.
Jahrhunderts.
Fischl Schneersohn (1887 - 1958), Autor zahlreicher wissenschaftlicher Veröffentlichungen, Erzählungen und Romane. Er wurde in Kamenets Podolskij (heute in der Ukraine) geboren, erhielt mit 16 Jahren die Rabbinerautorisation und studierte zwischen 1908 und 1913 Medizin in Berlin. 1927 erschien sein Hauptwerk »Der Weg zum Menschen«, ein Gegenentwurf zur Psychoanalyse Sigmund Freuds. Er lebte in New York, Warschau und Tel Aviv. »Grenadierstraße« erschien 1935 im Warschauer Verlag Literarishe bleter.Die Herausgeberin: Anne-Christin Saß, geb. 1976, Studium der Neueren/Neuesten Geschichte, Soziologie und Europäischen Ethnologie an der HU Berlin, derzeit wissenschaftliche Mitarbeiterin am Osteuropa-Institut der FU; Veröffentlichungen u.a. zur jüdischen Emigrationsbewegung aus Osteuropa. Die ÜbersetzerinAlina Bothe, geb. 1983, Studium der Politikwissenschaft und Ost- und Südosteuropäischen Geschichte an der Freien Universität Berlin; promoviert derzeit zur Digital History der Shoah.
Ein Marktplatz-Angebot für "Grenadierstraße" für EUR 15,49
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