Eine »Vermählung von Stadt und Land« sollten die Gartenstädte sein
so schwärmte die 1902 gegründete Deutsche Gartenstadtgesellschaft.
Nach englischem Vorbild als Reaktion aufs Mietskasernenelend wurde
zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch in Deutschland das Ideal dieser
neuen Wohnform in Lust und Licht populär: Ohne Bodenspekulation und
Mietwucher sollten auf genossenschaftlicher Grundlage Inseln einer
weithin autarken, neuen Gemeinschaft emporwachsen. Rings um das
Zentrum Berlins entstanden nun solche »Kleinstädte im Grünen«,
bedeutende Architekten suchten der neuen Siedlungsform gültigen
Ausdruck zu geben. In der Mitte der zwanziger Jahre erwies sich
solche Idylle zwar als vollends utopisch, aber derweil waren
Meisterwerke der Baukunst entstanden, die es noch heute zu
beschauen und zu durchwandern lohnt. Denn noch immer spürt man in
diesen ruhigen, weit hingestreckten Anlagen den Traum ihrer Erbauer
von einem anderen Leben und einer anderen Welt. Die schönsten
Gartenstädte am Rande der deutschen Metropole sollen in diesem Band
in Wort und Bild vorgestellt werden als Zeugnis deutscher
Gesellschafts- wie Architekturgeschichte und als »Reiseführer« für
alle, die sich von den verflossenen Utopien verzaubern lassen
möchten.
Dr. Jan-Michael Feustel, Jahrgang 1951 (geboren in Mahlow bei Berlin), wohnt in Blankenfelde (Teltow/Fläming). Doktor der Mathematik und Doktor sc. (Dissertation A und Dissertation B). Jan Feustel arbeitet heute als Historiker, Autor und Fachjournalist mit den Schwerpunkten brandenburgische Geschichte, Kirchenbau und Kirchengeschichte.