Die Kanzlerin - Dinkelmann, Fritz H.

Fritz H. Dinkelmann 

Die Kanzlerin

Roman

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Die Kanzlerin

Sommerzeit. Doch der politische Alltag im Berliner Kanzleramt ist kalt und herzlos. Ein gelangweilter Redenschreiber surft im Internet und lernt dort Frau Male kennen. Die Affäre ist anonym und hemmungslos. Die Hitze treibt aber auch andere seltsame Blüten: Die Gruppe Cookie & Co vertreibt sich die Zeit mit virtuellen Spielen, die zunehmend konkreter und gefährlicher wirken. Auch die Kanzlerin langweilt sich - obwohl Wahlen bevorstehen und es von den Geheimdiensten ernstzunehmende Hinweise auf mögliche terroristische Anschläge auf hochrangige deutsche Politiker gibt. Trotzdem planen einige Kabinettsmitglieder kurzfristig einen Ausflug in die Schweiz. Um etwas Luft zu holen, schliesst sich die Kanzlerin dieser Reisegruppe an, die mit der berühmten Seilbahn auf den Säntis fahren will, um dort bei einem freundschaftlichen Treffen mit Mitgliedern der Schweizer Regierung das angespannte Verhältnis zwischen den beiden Ländern etwas zu lockern. Doch die virtuellen Spiele im Internet realisieren sich: Spannung und Entladung - ein Geschehen, das die Welt erschreckt.


Produktinformation

  • Verlag: Lenos
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 625 S.
  • Seitenzahl: 624
  • Deutsch
  • Abmessung: 201mm x 130mm x 38mm
  • Gewicht: 556g
  • ISBN-13: 9783857874017
  • ISBN-10: 3857874015
  • Best.Nr.: 26395355

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Ein Buch ohne Botschaft hat Oliver Jungen gelesen. Dass es sich bei Fritz H. Dinkelmanns Text um einen Roman handelt, möchte er nicht unterschreiben. Tatsächlich scheint es sich eher um brachial schmissiges Oberflächenkabarett zu handeln. Mit Sex, Gewalt und Karikatur wird jedenfalls nicht gespart, versichert Jungen. Auch stößt er weder auf übermäßig verschlüsseltes Personal (die bundesdeutsche Politprominenz ist blendend gut zu erkennen), noch auf nur eine Szene, die über sich hinausweist. Trotzdem: Der Rezensent bleibt geduldig. Weder von einem verulkten Sigmar Gabriel noch von Dinkelmanns Auslassungen über das Kanzlerindekollete lässt er sich aus der Reserve locken. Vielleicht liegt es ja daran, dass Merkel im großen ganzen doch gut wegkommt in diesem Buch.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 29.01.2010

Kapitän Kirk und die Kavallerie

Rasant erzählt, brillant pointiert und in den Details genau beobachtet: Der Schweizer Journalist Fritz H. Dinkelmann hat eine böse Berlin-Satire geschrieben.

Verstehe einer die Röstis. Nach den Minaretten geht es jetzt ans Sauerkraut. Dieser Tage nämlich grinst den Leser eidgenössischer Postillen ein altbekannter Geldfuchs an: Peer Steinbrück. Der Kämpfer gegen das helvetische Bankgeheimnis ist die unfreiwillige Galionsfigur der "Immer mehr ausländische Arroganz!"-Kampagne der rechtspopulistischen Schweizer Volkspartei, welche sich insbesondere gegen "deutschen Filz" richtet. In seiner Paraderolle als "hässlicher Deutscher" - so lautete schon die Koseformel des Schweizer Christdemokraten Thomas Müller für Steinbrück - dürfte der hierzulande ja weitgehend abgetauchte Politiker im Alpenländli wohl noch bis zur Parlamentswahl 2011 präsent bleiben.

Aber nicht nur unvermutete Karriereverlängerungen sind in dieser übergesunden Höhenluft möglich, auch deren resolute Abkürzung: So knipst der Schweizer Schriftsteller Fritz H. Dinkelmann in seinem Roman "Die Kanzlerin" dem ehemaligen deutschen …

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Schmissig ist es, dieses Buch. Rasant erzählt, brillant pointiert und in den Details fast schon obszön genau beobachtet. (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
Fritz H. Dinkelmann, geboren am 14. Februar 1950 in Zürich. Nach dem Besuch der Schauspielakademie Zürich Hilfslehrer für Theater an der Kantonsschule Olten. Redakteur bei Zeitungen und Rundfunk. Mitbegründer der Solothurner Literaturtage. Gerichtsreporter. Bundesgerichtskorrespondent der Schweizerischen Depeschenagentur SDA, später von Schweizer Radio DRS. Heute Deutschlandkorrespondent von Schweizer Radio DRS und mehreren Schweizer Zeitungen (u.a.St.Galler Tagblatt). Ethikreferent des Schweizerischen Polizei-Instituts. Mitglied der Internationalen Kriminalschriftstellervereinigung AIEP/IACW.

Kundenbewertungen zu "Die Kanzlerin" von "Fritz H. Dinkelmann"

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Bewertung von Alibi aus Berlin am 21.08.2009 ***** ausgezeichnet
600 Seiten, oh jee. Aber dann verschlingt man diesen Thriller, bis man sich plötzlich bremst, weil man jede Seite aufsaugen möchte, und geniessen will, was dieser Schriftsteller kann: Dinkelmann kann magisch schreiben, suggestiv. Er ist ein Meister des Atmosphärischen, und er kann Dialoge schreiben wie nur wenige anderere deutschsprachige Autoren. "Die Kanzlerin", das ist ein unglaublich fesselnder Thriller auf höchstem literarischen Niveau, mit einem fast schon perfekten Spannungsaufbau. Es ist aber auch - wie erfrischend - ein politisch total unkorrekter Roman mit Sexpassagen, die, oberflächlich betrachtet, vulgär wirken mögen - bis deutlich wird, wie feinfühlig dieser Autor auch dann schreibt, wenn die Wirklichkeit obszön ist, und das nicht nur in einschlägigen Internetchats, sondern auch in der sonst so fein gebügelten Politik. Dinkelmann seziert sie, diese Politik, bis es einem kalt den Rücken runter läuft. Der Plot: eine Gruppe von Netz-Anarchisten plant einen Anschlag auf die Kanzlerin. Mit einem Handlungshöhepunkt in luftiger Höh', auf dem Schweizer Säntis. Da verschlägt es dann Protagonisten und Lesern gleichermassen den Atem, das ist schlicht grossartig erzählt, auch wenn hier nicht mehr verraten werden soll.
Lesen. Unbedingt lesen.
Alibi

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