Friedrich Wilhelm I. von Preußen (1688 bis 1740) hat schon als Kind
eine Vorliebe für möglichst große Spielzeugsoldaten. Als er nach
dem Tod seines Vaters an die Macht kommt, verwendet er einen
Großteil der Staatseinnahmen für die Armee, die aus großgewachsenen
Soldaten, den Langen Kerls bestehen soll.
Jacob Paul von Gundling, 1673 geboren und 1731 gestorben, Professor
und Narr am Hof des Regenten, hat die Geschichte dieses Herrschers
aufgeschrieben. Auf über einhundert Bögen, fein säuberlich notiert,
sind viele der königlichen Marotten festgehalten. Ob er über die
persönlichen Lebensumstände Friedrichs berichtet oder vom
sogenannten Tabakskollegium , die Aufzeichnungen lassen erahnen,
wie sich der König seine Untertanen vorstellt: In Reih und Glied.
Links um, rechts um! Keine Flausen im Kopf. Fleißig, zufrieden,
dankbar, ihn fürchten, lieben, weil von Gottes Gnaden eingesetzt.
Und wer das nicht tut? Den hole der Teufel oder der Knüppel des
Königs.
Bodo Schulenburg verwebt in seinem Buch 'Der König spielt mit
den Soldaten' historische Fakten mit fiktiven Erinnerungen zu
einem spannenden Gemälde über die Hofgesellschaft im Preußen des
17. und 18. Jahrhunderts.
Bodo Schulenburg, 1934 in Potsdam geboren, Redakteur und Regisseur im DEFA Studio für Dokumentarfilme in Berlin; Chefredakteur für Kinder und Jugendfilm; *Sandmännchen* Produktion. Seit 1979 freischaffend als Schriftsteller tätig, veröffentliche bisher 46 Kinder- und Jugendbücher (Kunstpreis der DDR), außerdem etwa 40 Hörspiele, entwickelte Szenarien für Fernsehfilme und Stücke für das Kindertheater. Seit 1989 entstanden auch Arbeiten für Erwachsene: *Berliner Thee ist dünn* (Rahel Vamhagen und Heinrich Heine), *Mathilde, ein poetisch erotisches Spiel* (Heinrich Heine und seine Frau C. Mirat), *Aphrodite, ein erotisches ABC*, *Ein preußisches Abenteuer oder ein Narr am Hofe des Königs*, (Friedrich II. und Voltaire).
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