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Der kleine Bruder
Roman
- Einband: Gebunden
- Gebundenes Buch
Produktinformation
- Verlag: Eichborn
- 2008
- Ausstattung/Bilder: 2008. 281 S.
- Seitenzahl: 281
- Deutsch
- Abmessung: 219mm x 132mm x 26mm
- Gewicht: 442g
- ISBN-13: 9783821807447
- ISBN-10: 382180744X
- Best.Nr.: 23824409
Leseprobe zu "Der kleine Bruder"
Produktbeschreibung zu "Der kleine Bruder"
Beschreibung
Damit beginnt eine lange Nacht, in der Frank Lehmann lernt, dass in einer Welt, in der alle Künstler sein wollen, nichts notwendigerweise das ist, als das es erscheint, und in der er mehr über seinen Bruder erfährt, als er wissen will, aber nie das, wonach er fragt.
Und mit einer Nacht ist es nicht getan, denn wie sagt Karl, der Typ, den Frank auf Anhieb nicht mag und der sein bester Freund werden wird: "Das ist wie in der Geisterbahn. Jetzt sind alle eEingestiegen, und der Bügel geht runter, und dann müssen das auch alle bis zu Ende mitmachen ..."
Leseprobe zu "Der kleine Bruder" von Sven Regener
1. PATTY HEARST
Irgendwann war es so dunkel, daß Wolli schwieg. Frank Lehmann
bemerkte das erst gar nicht, weil er schon lange nicht mehr
hinhörte, schon kurz hinter der Grenze bei Helmstedt hatte er die
Ohren auf Durchzug gestellt und sich aufs Fahren konzentriert, vor
allem darauf, die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit von 100
km/h nicht zu überschreiten, denn das war ja schon Wollis
Hauptthema zwischen Bremen und Hannover gewesen, daß die einen
fertigmachen würden, wenn sie einen dabei erwischten, wie man ihre
Geschwindigkeitsbegrenzung von 100 km/h ignorierte, das hatte,
allein schon durch die Sturheit, mit der Wolli dieses Thema
zwischen Achim und Allertal in einem unaufhörlichen Redefluß wieder
und wieder zu Tode geritten hatte, irgendwann dann doch Eindruck
auf Frank gemacht, nicht so sehr, daß er Wollis Erzählungen, die
immer Erzählungen von Leuten wiedergaben, die Leute kannten, denen
das Erzählte einst widerfahren war, und die zusammengefaßt darauf
hinausliefen, daß ein allzu sorgloser rechter Fuß sie direkt in den
Gulag bringen würde, für wirklich bare Münze genommen hätte, aber
er war immerhin so weit davon eingeschüchtert, daß er um …
Detailinfo
13.09.2008
Lenin mit h - die spinnen doch!
Kunst ist, wenn einer sagt, dass es Kunst ist - im Zweifelsfall
Sven Regener. Zum Abschluss seiner Lehmann-Trilogie lässt er den
Helden in Berlin ankommen, wo auch bei Tag alle Katzen grau
sind.
Von Edo Reents
Der erste Satz ist kurz, keine Zeile lang: "Irgendwann war es
so dunkel, daß Wolli schwieg." Der zweite, dessen erstes Wort
("Frank") die erste Zeile abschließt, geht über die
restliche Seite. Was soll das, fragt man sich, will hier einer
Kleist spielen? Das wäre einem Schriftsteller wie Sven Regener
vermutlich zu albern; albern in dem Sinne, dass er nicht wüsste,
wozu er einen fremden Ton nachahmen sollte, wo er doch einen
eigenen hat. Der sogenannte Regener-Sound, der seit dem sehr gut
verkauften Romandebüt "Herr Lehmann" (2001) nicht nur
popaffinen Lesern angenehm in den Ohren klingt, zeichnet sich kaum
durch Komplexität aus als vielmehr dadurch, dass an manchen
Stellen, an denen ein Komma steht, auch ein Punkt oder ein
Semikolon stehen könnte. Ein guter Trick: einfach so tun, als hätte
man auch die Hypotaxe drauf. Aber der zweite, parataktische Satz
des dritten Sven-Regener-Romans ist in …
11.11.2009
DAS HÖRBUCH
Immer zu früh ist auch unpünktlich
Berlinmarketing vom Feinsten: Sven Regeners „Der kleine Bruder”
Frank Lehmann ist hier bekanntlich kein Börsenprofi, sondern ein junger Mann, der ein neues Leben beginnen will. Zu diesem Zweck verlässt er Mitte der achtziger Jahre Bremen, fährt mit Freund Wolli nach Berlin, den Bruder suchend. Ebendieser Manfred wird von seinen dortigen Kumpanen Freddy genannt, während der kleine Bruder ihn Manni ruft. Erst ganz am Ende des Romans von Sven Regener gelingt die Familienzusammenführung. In der Zwischenzeit wird Bier getrunken, Musik gehört und so getan, als halte man ein Haus besetzt. Das nämlich war Mannis größter Beitrag zum Kreuzberger Kulturleben: eine Hausbesetzungssimulation.
Die Handlung von „Der kleine Bruder” ist kaum der Rede wert. Reflexionen sucht man meist vergebens, die Poesie nistet nur zwischen den Zeilen. Dennoch oder deswegen wurde die Kreuzberger Trilogie, der außerdem „Herr Lehmann” und „Neue Vahr Süd” angehören, ein grandioser Publikumserfolg. Woran das lag und warum die Kritik dennoch gut daran tut, hier frohgemut zu …
Kundenbewertungen zu "Der kleine Bruder" von "Sven Regener"
Durchschnittliche Kundenbewertung (aus 2 Bewertungen):




sehr gut
- 2 von 4 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
Bewertung von Lammert aus Paderborn am 28.10.2008
-




- weniger gut
- Sven Regener bleibt bei seinem dritten Werk deutlich hinter seinen sprachlichen Möglichkeiten zurück. Absolut kein Vergleich zu Herr Lehmann und Neue Vahr Süd. Habe mir insgesamt wesentlich mehr von dieser Lektüre versprochen.
- War diese Bewertung für Sie hilfreich?

(Inhalt anstößig?)
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- 8 von 14 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
Bewertung von M.P. aus Kassel am 29.08.2008
-




- ausgezeichnet
- Heute durchgelesen. Herr Lehmann und neue Vahr Süd waren schon klasse und der kleine bruder ist auch gut.
Auf jeden fall kaufenswert um vom leben von Frank lehmann mehr zu erfahren.
Viel spaß beim Lesen. - War diese Bewertung für Sie hilfreich?

(Inhalt anstößig?)
- Kommentieren Sie diese Bewertung
13.09.2008
Sehr schätzt Edo Reents die Trilogie um Frank Lehmann, die Sven
Regener mit diesem - chronologisch zwischen den beiden anderen
gelegenen - dritten Band nun abschließt. Regener sei einer, der
alles Dramatische entdramatisiert und das Pathos entschlossen
"runterkühlt". Das bekomme seinen Figurenporträts bestens
- und dem hier gezeichneten Porträt der Stadt Berlin ganz
besonders. Das Jahr der Handlung von "Der kleine Bruder"
ist 1980, die Ereignisse sind auf zwei Tage verdichtet. Es sind die
Tage nach der Ankunft des Titel-Helden in der sagenumwobenen Insel-
und Mauerstadt Berlin. Er sucht seinen Bruder und trifft auf
allerhand Künstler bzw. Typen, die es gerne wären oder werden
wollen oder die einfach behaupten, sie seien Künstler, weil sie
sagten, dass sie es sind. "Ironisch", aber nie
"gehässig" verhalte sich Regener zu seinem Personal,
"geduldig" beschreibe er, ohne sich "in Details zu
verlieren". Dies sei nicht der beste Band der Trilogie,
resümiert Reents, aber allemal lesenswert sei er auch. Und den
Helden Frank Lehmann, den wird er, wie er versichert,
vermissen.
© Perlentaucher Medien GmbH

Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Die 48 Stunden Handlung und 300 Seiten von "Der kleine Bruder" wurden für Sven Strickers Hörspiel auf zwei Stunden zusammengeschrumpft. Aber da im letzen Teil der Lehmann-Trilogie ohnehin nicht viel passiert, ist die Verkürzung kein Problem: Anfang der 80er verlässt Frank Lehmann Bremen und fährt nach Westberlin, wo er nicht wie erwartet seinen Bruder Manfred, sondern eine für ihn neue Welt aus Hausbesetzern, Künstlern, Punks und haufenweise Dosenbier vorfindet. Lehmanns erste Berlinerfahrungen machen sich gut als Hörspiel, denn auf den nächtlichen Streifzügen der Protagonisten wird vor allem gelabert. Sven Regener ist ja bekannt für seine genial schnoddrigen Dialoge, und gelesen von Hochkarätern wie Florian Lukas (Lehmann) und Bjarne Mädel (Karl) gewinnen sie nochmals hinzu. Auch dann noch empfehlenswert, wenn man das Buch schon kennt. (kat)
Rezensionen und Kritik
'Trilogie vollendet, Wunder vollbracht: Aus einer mittelmäßigen Existenz wurde eine überragende Romanfigur.“ (stern, 28. August) 'Da ist er wieder, der typische Lehmann-Sound, schnodderig und direkt.“ (Der Spiegel, Jenny Hoch, 35/2008) 'Unglaublich komisch sind wieder die lässigen Beschreibungen der alkoholgeschwängerten Mir-doch-egal-finnich-gut-finnichnichgut-Ethik am Tresen. Das kann Regener. Dieses herrliche Geschwafel nachstricken über Kunst, K-Gruppen, Punk und Pustekuchen.“ (Neue Presse, Henning Queren, 28. August 2008) 'Sven Regener ist ein Virtuose des redundanten Dialogs. Er besitzt die Gabe, den nöligen Udo-Lindenberg-Ton jener Jahre, die gemütvolle Abgebrühtheit, die jeder Zeitökonomie enthobene Umstandskrämerei, die Küchenphilosophie und den pseudobürokratischen Jargon des WG-Milieus mit hohem Wiedererkennungswert zu verschriftlichen.“ (Süddeutsche Zeitung, Kristina Maidt-Zinke, 4. September 2008) 'Auch Sven Regeners neuester Roman der Lehmann-Trilogie offenbart die Qualitäten des seit 1982 in Berlin lebendem Bremer Autors, die schon die vorhergehenden Bücher so erfolgreich machten. Regener ist ein ungewöhnlich präzise …
Autorenporträt zu "Sven Regener"
Sven Regener wurde 1961 in Bremen geboren. 1985 gründete er die Band "Element of Crime", die mit deutschsprachigen Alben wie "Damals hinterm Mond" und "Weißes Papier" eine große Popularität erlangte. Sven Regener ist Sänger und Texter der Gruppe.
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