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Mann sein Vater sein, Sohn sein – ein unerschrockener Roman über Grenzerfahrungen
Marko Kindler wartet auf sein Verhör, nur Stunden sind seit dem Unglück vergangen – wie konnte alles bloß so außer Kontrolle geraten? Ist er Opfer oder Täter?
Marko ist ein moderner Mann, der vielen Rollen gerecht werden will. Das Leben mit seiner Jugendliebe und den gemeinsamen beiden Kindern gerät unter den vielen Erwartungen an ihn in die Krise. Schließlich wagt er einen Neuanfang mit der ausgeglichenen Lycile. Als ihr Sohn Ray zur Welt kommt, muss Marko erkennen, dass seine Ideale von Vaterschaft wieder…mehr

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Produktbeschreibung
Mann sein Vater sein, Sohn sein – ein unerschrockener Roman über Grenzerfahrungen

Marko Kindler wartet auf sein Verhör, nur Stunden sind seit dem Unglück vergangen – wie konnte alles bloß so außer Kontrolle geraten? Ist er Opfer oder Täter?

Marko ist ein moderner Mann, der vielen Rollen gerecht werden will. Das Leben mit seiner Jugendliebe und den gemeinsamen beiden Kindern gerät unter den vielen Erwartungen an ihn in die Krise. Schließlich wagt er einen Neuanfang mit der ausgeglichenen Lycile. Als ihr Sohn Ray zur Welt kommt, muss Marko erkennen, dass seine Ideale von Vaterschaft wieder nicht zu erfüllen sind. Mit dem plötzlichen Tod einer befreundeten New Yorker Künstlerin brechen lang verdrängte Fragen mit unerwarteter Macht über ihn herein. Hat er das Glück und die Freiheit gefunden, nach denen er sich immer sehnte? Er entschließt sich zu einem Schritt, der nicht mehr rückgängig gemacht werden kann.
Ein schonungsloser Roman über Lust und Last der Veränderung und zugleich ein streitbares Psychogramm unserer Zeit.

  • Produktdetails
  • Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt
  • Seitenzahl: 336
  • 2015
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783641156398
  • ISBN-10: 3641156394
  • Best.Nr.: 42001660
Autorenporträt
Ralf Bönt, 1963 in Lich geboren, wuchs in Bielefeld auf. Nach einer Handwerkerlehre studierte er Physik. Forschungsaufenthalte brachten ihn unter anderem ans Genfer CERN. Er veröffentlichte Erzählungen, Romane, Hörspiele und Essays, zuletzt das vieldiskutierte Buch „Das entehrte Geschlecht. Ein notwendiges Manifest für den Mann“ (2012). Für sein literarisches Werk wurde Ralf Bönt mehrfach ausgezeichnet: u.a. mit dem German Book Office Grant New York (2000) sowie beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb mit dem 3sat-Preis (1998) und dem Kelag-Preis (2009) für einen Auszug aus seinem Roman »Die Entdeckung des Lichts« über den Physiker Michael Faraday. Der Autor lebt heute in Berlin.
Rezensionen
"Ein intensives Buch, das unter die Haut geht." lovelybooks.de, 27.04.2015

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Nun hat Ralf Bönt sein 2012 erschienenes Männer-Manifest "Das entehrte Geschlecht" unter dem Titel "Das kurze Leben des Ray Müller" in Romanform gefasst, berichtet Rezensentin Beate Tröger und ist in ihren Erwartungen nach der Lektüre doch ziemlich enttäuscht: Sie begleitet hier den nach der Geburt seines dritten Kindes Ray über Schuld, Beziehung und den Tod einer in New York lebenden Künstler-Freundin sinnierenden Protagonisten Marko Kindler, sucht ein wenig hilflos nach der Handlung des Buches und liest zunehmend ermüdet zahlreiche Reflexionen und "spekulative" Betrachtungen. Dass die dann auch noch in einigen ihr ziemlich schief scheinenden Sprachbildern präsentiert werden, hat der Rezensentin das Lesevergnügen schließlich vollends verdorben.

© Perlentaucher Medien GmbH
Besprechung von 21.03.2015
Die manifeste Überfunktion
Ralf Bönts Roman übers Mann- und Vatersein

Einiges Aufsehen erregt hat Ralf Bönt zuletzt 2012 mit "Das entehrte Geschlecht", seinem "Manifest für den Mann". Es waren nicht nur Bönts Thesen zu der in der Geschlechterdebatte ins Hintertreffen geratenen Spezies Mann, über die gestritten wurde. Auch der autobiographische Ton des Textes, der in seiner Unmittelbarkeit bisweilen an schreibmaschinengetippte Kampfschriften von Selbsthilfegruppen der siebziger und achtziger Jahre erinnerte, provozierte neben zustimmenden Reaktionen auch heftigen Widerspruch (F.A.Z. vom 14. März 2012).

"Das kurze Leben des Ray Müller" stellt nun das literarische Gegenstück dieses Manifests dar, sozusagen die in Romanform gebrachte Sicht eines gebildeten Mannes unserer Zeit, der im mittleren Alter über seine Rollen nachdenkt. Der Schutzumschlag verspricht einen Roman "über Wünsche und Abhängigkeiten, Verfehlungen, die Macht der Liebe und das Streben nach dem Richtigen, das sich stets wandelt". Mag man diese Verlagsprosa üblicherweise ignorieren, wird man bei der Lektüre womöglich doch darauf zurückkommen. Denn es ist einigermaßen mühsam, die Handlung aus dem zu destillieren, was der Protagonist mit dem bedeutungsvollen Namen Marko Kindler rückblickend über sein und Rays kurzes Leben erzählt, während er im Gefängnis sitzt.

Der Roman beginnt mit Rays Geburt. Kindlers drittes Kind ist aus der Beziehung zu seiner Lebensgefährtin Lycile hervorgegangen. In die Freude über den ersten gemeinsamen Sohn mischen sich Zweifel, Trauer und Schuldgefühle. Kindler empfängt die Nachricht vom Tod einer alten Freundin, der New Yorker Künstlerin Nele, genannt "Nelly", Black. Kindler hatte sie zu Zeiten des Attentats auf das World Trade Center interviewt und fasziniert festgestellt, dass ihn vieles mit der in der Kindheit Misshandelten verbindet, nicht zuletzt eine - in seinem Fall - fehldiagnostizierte Schilddrüsenüberfunktion, deren Symptome, wie alles Körperliche im Roman, recht drastisch in Szene gesetzt sind. Während es ihm gelungen ist, in Berlin als Schriftsteller zu reüssieren, ist die bisexuelle Nelly in New York unter die Räder geraten. Aus ihrer Tabletten- ist Drogensucht geworden, die trotz aller anfänglichen Parallelität die Freundschaft untergraben hat.

Einiges mehr noch endet böse in diesem Buch, das in der Zusammenfassung nach urbanem Künstlerroman, Lebenszwischenbilanz und einer Dreiecksgeschichte klingt, sich in der Durchführung aber als eine oft zähe und seltsam leblose Angelegenheit erweist. Das Erzählte verliert an Fahrt und Zwangsläufigkeit durch Kindlers exzessiv um sich kreisende, vielfach spekulative Betrachtungen: "Zu Hause fand ich Lycile unaufgeregt auf dem Sofa, ihr Blick abwesend, auf den Wangen ein unbestimmtes Glück oder der Wille dazu." Die Alltäglichkeit, ja, Banalität des Geschilderten wird man in einer Lebensbeschreibung zwar hinnehmen. In Verbindung mit vielen verrutschten Sprachbildern, die in ihrem Versuch, Dinge anders als üblich zu sagen, mehr Unschärfe und Distanz als Deutlichkeit und Nähe erzeugen, erlahmt das Interesse an Bönts Stoff zusehends. Sätze wie "Über Tischplatte, Fußboden und Wände warfen sich lange Schatten", "Ray wog weniger als eine Vogelfeder", "als sie aus der Wanne steigt, hatte das Wasser ihr Schamhaar zu zwei Zöpfen geflochten und lief daran ab", deuten auf einen gesteigerten Stilwillen. Flankiert von Redundanzen ("ein Geiger, ein Violinist"), wirkt der aber nicht selten unfreiwillig komisch.

Es hätte ein interessantes Experiment werden können, die Bedingungen und Resultate einer "Krise der Männlichkeit", über die Bönt sein Manifest geschrieben hat, in Romanform durchdekliniert zu bekommen. Doch die irrlichternden Denkbewegungen Kindlers, durch die das übrige Personal immer mehr in den Hintergrund gerät, und die prätentiöse Erzählweise leisten das nicht. Nach der Lektüre fühlt man sich an eine Unterhaltung erinnert, in der viel geredet und wenig gesagt worden ist.

BEATE TRÖGER

Ralf Bönt: "Das kurze Leben des Ray Müller". Roman.

Deutsche Verlags-Anstalt, München 2015. 336 S., geb., 19,99 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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