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Das Einstein-Mädchen
Roman
Übersetzung: Zeitz, Sophie
- Einband: Kartoniert/Broschiert
- Broschiertes Buch
Videoclip zu "Das Einstein-Mädchen"
Produktinformation
- Verlag: Dtv
- 2010
- Ausstattung/Bilder: 2010. 400 S.
- Seitenzahl: 457
- dtv Taschenbücher Bd.24783
- Deutsch
- Abmessung: 211mm x 135mm x 37mm
- Gewicht: 560g
- ISBN-13: 9783423247832
- ISBN-10: 3423247835
- Best.Nr.: 28021445
Produktbeschreibung zu "Das Einstein-Mädchen"
Kurzbeschreibung
Ein großer Roman, atmosphärisch und raffiniert, in 12 Sprachen übersetzt.
Beschreibung
05.08.2010
Die Unbekannte
von Caputh
Philip Singtons Roman über das
Schicksal von Einsteins Tochter
Das Schicksal von Einsteins Tochter ist bis heute ein Mysterium. Lieserl hieß das kleine Mädchen, das – nach allem, was man weiß – das erste von drei Kindern der beiden Wissenschaftler Albert Einstein und Mileva Maric war und unehelich geboren wurde. Es heißt, sie habe das Down-Syndrom gehabt, es heißt, sie sei zur Adoption freigegeben worden, es heißt, sie sei als Kleinkind an Scharlach gestorben – auf genauere Erkenntnisse hofft die Nachwelt bis heute. Von der Existenz Elisabeths zeugen Briefe zwischen Albert und Mileva Einstein, die erst nach dem Tod des berühmten Physikers veröffentlicht wurden. Seither erscheinen Romane und Sachbücher über dieses Rätsel, die sich vor allem in Mutmaßungen ergehen. Anna McGrail hat 1998 in „Fräulein Einsteins Universum“ die Geschichte einer Tochter erzählt, die Rache nehmen will am Vater, der sein Kind nicht kennen mochte, und ihm mit ihren eigenen Forschungen den Rang abzulaufen sucht. Und Michele Zackheim hat 1999 mit „Einsteins Tochter“ ein viel diskutiertes Sachbuch veröffentlicht, das sich mit …
Kundenbewertungen zu "Das Einstein-Mädchen" von "Philip Sington"
Bewertung von anyways aus greifswald am 08.02.2012
Kirschs Interesse geht soweit, das er das „Einstein-Mädchen“ nicht nur persönlich betreut, solange sie unter ihrer Amnesie leidet sondern sich auch auf die Spuren ihrer Vergangenheit begibt. Und die führt ihn auch zu Einstein.
Ein recht interessanter Aspekt aus Einsteins Biographie die der Autor hier aufgreift. Tatsächlich ist erst weit nach Einsteins Tod bekannt geworden, dass er mit seiner ersten Frau noch ein weiteres Kind hatte, eine Tochter die vor der Eheschließung zu Welt kam. Genügend Material, gepaart mit dem bewegenden Leben Einsteins, der psychiatrischen Grauzone der damaligen Zeit und der beginnenden Naziherrschaft für eine interessante Auslegung der Einstein-Biographie.
Aber nicht nur das, der Protagonist Kirsch, selbst Kriegsveteran, hat den Verlust seines Bruders, der im 1. Weltkrieg fiel, noch nicht überwunden. Er ist verlobt mit einer jungen Frau, die er achtet aber nicht liebt und die er aufgrund eines wohlgehüteten Geheimnisses nicht heiraten kann. Diese Zerrissenheit des jungen Psychiaters und die Charakterzüge Einsteins sind dem Autor sehr gut gelungen, auch die Momentaufnahmen der politischen Spannung und Stimmung zu dieser Zeit sind sehr realistisch.
Ein lesenswerter Roman mit ein paar kleinen Schwächen, da sich der Autor entweder zu detailverliebt gibt oder im Gegenzug ganze Kapitel etwas nebulös gestaltet.
Bewertung von diejai.blog.de aus Köln am 05.10.2011
Geschickt verbindet Philip Sington Wahrheit und Fiktion miteinander, so dass eine schöne Geschichte entsteht. Ich habe mich bislang mit der Lebensgeschichte Albert Einsteins nicht auseinander gesetzt, habe in diesem Buch jedoch einiges erfahren, was ich nicht wusste bzw. nicht gedacht hätte. Gut finde ich, dass der Autor in seinem Schlusswort darüber aufklärt, welche Teile seiner Geschichte Wahrheit und welche Fiktion sind.
Bereits auf den ersten Seiten baut sich ein Spannungsbogen auf, welcher sich dann kontinuierlich durch das ganze Geschehen zieht. Ich habe mitgerätselt und mitüberlegt und hatte auch immer so meine Vermutungen, was geschehen ist. Einiges ist voraussehbar und manchmal ist man dem Protagonisten auch einen Sprung voraus, dies tut der Spannung jedoch keinen Abbruch. Einzig das Ende fand ich doch ein wenig zu sehr absehbar. Schade fand ich, dass einige Handlungsstränge der Geschichte am Ende zu sehr offen bleiben, hier hätte mir ein runder Abschluss besser gefallen.
Der Schreibstil Singtons ist angenehm zu lesen und hat mir gut gefallen. Auch die Beschreibung seiner Charaktere fand ich gelungen. Ich konnte mir schnell ein Bild der Personen machen. Auch die Beschreibung der Umgebung ist sehr bildhaft. Richtig toll finde ich jedoch die Fähigkeit des Autoren Stimmungen und Atmosphären zu beschreiben. Dadurch wird alles sehr bildhaft und greifbar und ich hatte das Gefühl, sehr nahe an die Geschichte zu kommen.
Fazit:
"Das Einsteinmädchen" von Philip Sington ist ein spannender Krimi, welcher zu einer sehr interessanten Zeit spielt. Die Art des Autoren zu schreiben und so Bilder und Stimmungen zu schaffen hat mir unheimlich gut gefallen. Die naturwissenschaftlich geprägten Passagen konnten mich nicht ganz so fesseln. Schade finde ich es, dass einige – eigentlich wichtige – Handlungsstränge gegen Ende etwas im Sand verlaufen. Dennoch hat mir das Buch sehr gut gefallen und ich vergebe gute 4 Sternchen.
Bewertung von bookorpc aus Kumhausen am 12.07.2011
Inhalt: Dr. Martin Kirsch arbeitet 1932 in Berlin als Psychiater. Durch Zufall trifft er in der Charite´ auf eine junge namenlose Frau mit Amnesie, die bei ihrem Auffinden einen Zettel mit einem Vortrag von Albert Einstein dabei hatte. Für ihn ist das Einstein-Mädchen, wie die Presse sie nennt, aber nicht irgendwer, sondern er lernte sie vor einiger Zeit kennen und suchte sie seitdem. Auch weiß er ihren Name, wenn sie ihm damals den Richtigen nannte. Martin ist aber mit Alma verlobt, auch wenn die Umstände nicht für eine Hochzeit zwischen ihnen sprechen.
Martin ist fasziniert von der jungen Patientin und versucht alles ihrem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen. Dabei kreuzen seine Wege immer wieder Albert Einstein.
Meine Meinung:
Eine interessante Geschichte mit vielen Fakten um Albert Einstein. Die Details, wie die Versuche an den Patienten in der Psychiatrie erfolgten und die Anfänge des Nationalsozialismus sind unvorstellbar, aber leider sprechen die historischen Daten dafür. Auch ein Abstecher in den 1. Weltkrieg erfolgt. Ein Buch, dass durch diese Nebengeschichten zum Nachdenken anregt. Die Hauptgeschichte um Martin, Alma und die Patientin wird durch viele detailreiche Beschreibungen von Orten, Landschaften usw. ausgeschmückt, dies fand ich aber teilweise langatmig. Aufgelockert wurde es durch die Briefe, die immer wieder auftauchten, teilweise gaben sie Einblick in die Vergangenheit der Patientin.
Fazit: Eine interessante Reise nicht nur in die Vergangenheit der namenlosen Patientin.
Bewertung von Elohym78 aus Horhausen am 02.02.2011
Martin stürtzt sich regelrecht in die Ermittlungen, da sie ihn von seinem eigenen verkorksten Leben ablenken. Er hat sich während des Ersten Weltkrieges mit der Syphilis angesteckt, ist mit Alma verlobt, die er nicht liebt, leidet unter dem Tod seines älteren Bruders und der nicht Akztptanz seiner Familie. Zudem schafft er sich bei seinen Kollegen Feinde, da er nichts von abnormen Versuchen bei Geistesgestörten hält. Durch seine Krankheit driftet er in einen Phantasiewelt ab, weiß nicht mehr, wo die Realität aufhört und die Wahnvorstellungen beginnen.
Philip Sington hat einen schönen, ruhigen Roman geschaffen. Die Ermittlungen um das Einstein-Mädchen sind nur eine vordergründige Erzählung, wichtiger ist die Gefühlswelt der handelnden Personen. Diese wirken leider manchmal verwirrend, langatmig und zusammenhanglos. Erst zum Schluß klären sich die einzelnen Erzählstränge. Verwundert hat mich, dass der beginnende Nationalsozialismus nicht stärker zur Geltung kam. Wenn der Roman schon zu dieser Zeit spielt, hätte ich mir einen stärkeren geschichtlichen Hintergrund gewünscht. Dafür bekam man Einsteinstheorien lang und breit geschildert. Durch die Leseprobe hatte ich mir etwas ganz anderes vorgestellt und war stellenweise ziemlich enttäuscht über die fehlende Spannung.
Ein für mich großer Minuspunkt für das Buch waren die vielen Rechtschreibfehler!
Mein Fazit: Kein Roman für zwischendurch. Man sollte das Buch an einem Stück lesen, da die Handlung ansonsten zu verwirrend wird.
Bewertung von Nehlja am 07.01.2011
Mir hat der Roman sehr gut gefallen. Zunächst ist das Buch sehr informativ. Man erhält Informationen aus den Bereichen Medizin, Psychologie, Physik und Geschichte. So wird beispielsweise Einsteins Relativitätstheorie verständlich erläutert, medizinische und therapeutische Experimente spielen eine Rolle und man erfährt Hintergründe über Nazi-Deutschland, die in anderen Romanen meist nicht so beleuchtet sind, wie z.B. die Rassenhygiene. Zudem erfährt man einiges über Einsteins Leben und Familienverhältnisse. Auch ich verspürte sofort die Lust genaueres über Einstein zu recherchieren und ich stellte mit Begeisterung fest, dass Singtons Vorlage für die Figuren größtenteils auf real existierenden Personen beruhen. Ein riesiger Pluspunkt, der das Buch auf jeden Fall lesenswert macht, ist der Informationsgehalt. Nicht so stark ausgeprägt ist jedoch der Spannungsaufbau, der eigentlich eher schleichend erfolgt, was mich persönlich jedoch nicht so sonderlich störte. Ich würde das Buch daher nicht unbedingt als Thriller bezeichnen.
Der Charakter Kirsch war mir von Anfang an sympathisch. Kirsch macht sich wirklich gut in der Hauptrolle, da viele Seiten von ihm gezeigt werden, und er trotzdem in gewisser Weise unergründlich und nicht greifbar ist. Es werden sowohl die starken aber genau so die schwachen Seiten Kirschs dargestellt, was ihn, wie ich finde, besonders sympathisch macht.
Das Einstein-Mädchen ist von der ersten Seite an ein Rätsel und bleibt es auch fast bis zum Schluss. Man stellt sich immer wieder die Frage welche Rolle sie eigentlich spielt. Auch Eduard finde ich einen sehr interessanten Charakter der gut in die Gesamtheit der Geschichte hereinpasst. Das Ende des Buches finde ich besonders gelungen. Ich habe nicht annährend mit diesem Ende gerechnet und finde der Autor hat sich da wirklich einen interessanten Clou ausgedacht. Meine Erwartungen hat „Das Einstein-Mädchen“ voll und ganz erfüllt.
Bewertung von R.E.R. am 31.12.2010
Im November 1922 bekam Albert Einstein mit 43 Jahren den Nobelpreis für Physik. Obwohl er den Preis für seine Erklärung zum photoelektrischen Effekt erhielt, ist er bis heute berühmt für seine Relativitätstheorie bzw. für die bedeutende Formel: E = mc². Zu seinen Lebzeiten feierte man ihn wie einen Superstar und interessierte sich dementsprechend für sein ungewöhnliches Privatleben. Einstein war zweimal verheiratet. Mit seiner ersten Frau Mileva Maric hatte er zwei Söhne und eine Tochter, deren Existenz erst 1987 durch die Veröffentlichung von privaten Briefen bekannt wurde. Das Schicksal dieses Mädchens, Lieserl genannt, liegt bis heute im Dunkeln. Philip Sington versucht in “Das Einstein Mädchen” Licht in dieses Dunkel zu bringen.
Im Spätherbst 1932 wird in den Wäldern um Potsdam eine junge Frau gefunden. Halbtod und nur spärlich bekleidet wird sie in die Berliner Charité eingeliefert. Da sie sich an nichts erinnert und nur ein Programmheft zu einem Vortrag Albert Einsteins bei sich getragen hat, wird sie kurzerhand das Einstein Mädchen genannt. Weil sie überdies in der Nähe des Sommerhauses des berühmten Physikers aufgefunden wurde, beginnen sich Presse und Öffentlichkeit für den Fall zu interessieren. Der Psychiater Martin Kirsch versucht die rätselhafte Patientin vor dem dem aggressiven Rummel zu schützen und gleichzeitig ihr Geheimnis zu lüften.
Ein historischer Roman angesiedelt im Berlin der 1930er Jahre bietet eine Fülle von Themen die allein für sich Bücher füllen würden. Philip Sington nimmt die mysteriöse Geschichte der Einstein Tochter zum Anlass verschiedene Fäden zu spinnen. Da ist zum einen die Historie des Physikers selber. Seine Veröffentlichungen und Theorien werden ausführlich durch philosophiert. Wer die Physikstunden schon in der Schule unerträglich fand, wird sich auch durch diese zahlreichen Seiten nur schwer kämpfen. Für die Handlung sind die wissenschaftlichen Ergüsse nebensächlich. Sie stören den Lesefluss und sind daher eher ärgerlich als nützlich.
Das unbekannte Mädchen gibt dem Autor Gelegenheit den Ursprung von Rassenhygiene und Eugenik im dritten Reich aufzuzeigen. Sington beschreibt den Alltag in der neurologischen Abteilung der Charité. Die damaligen Behandlungsmethoden psychisch Kranker und die Einwirkung der Politik auf diese Verfahren durch die Machtübernahme der Nazis. Dieser Aspekt ist hochinteressant und enthält viele aufschlussreiche Details. Wermutstropfen hier ist die nüchterne Sprache des Autors, die in ihrer klinischen Sachlichkeit kein wirkliches Lesevergnügen aufkommen lässt.
Die Auswirkungen des ersten Weltkrieges auf den Held des Romans bilden einen dritten Schwerpunkt. Martin Kirsch, ist ein melancholischer Einzelgänger. Den Behandlungszweig der Psychiatrie hat er notgedrungen angenommen, weil er nach dem ersten Weltkrieg nicht weiter als Chirurg arbeiten konnte. Unkontrolliertes Händezittern und eine ansteckende Syphilis verhinderten dies. Von der schweren Geschlechtskrankheit, die er sich schuldlos zuzog, weiß niemand. Sein Verhalten gegenüber seiner Umwelt, vor allem seiner Verlobten Alma, wird massiv durch seine Krankheit beeinflusst, deren Symptome er nur schwer verbergen kann.
Für den Leser beinhalten die ausführlichen Schilderungen dieser Symptome allerdings einen zusätzlichen Nachteil. Durch Fieberschübe geplagt verschwimmen bei Kirsch Realität und Phantasie. Leider ist im Text nicht immer klar erkennbar, was real und was nur eingebildet ist.
Alles in allem ein eher enttäuschender Versuch einem ungelösten historischen Rätsel etwas Leben einzuhauchen. Die Frage um das Schicksal der Einstein Tochter klärt sich hier selbstverständlich nicht. Dafür setzt der Autor dem ganzen dann aber noch ein derart verworrenes Ende, das man sich als Leser ein wenig verschaukelt vorkommt. Und über der verlorenen Zeit den Kopf schüttelt. Was Einstein vielleicht mit der Bemerkung “Alles ist relativ” quittiert hätte!
Bewertung von Xirxe aus Hannover am 08.10.2010
All dies spielt sich vor dem Hintergrund der Machtergreifung der Nazis ab, die unmittelbar nach der Regierungsübernahme auch Einfluss auf Dr. Kirschs Arbeitsgebiet nehmen. Obwohl er nur für seine Arbeit lebt, findet er sich zu seiner Überraschung plötzlich in einer tragenden Rolle des Psychiatriewesens der Nazis wieder.
Es ist ein bisschen viel, womit sich der gute Dr. Kirsch in diesem Buch beschäftigen muss - neben der Behandlung des Einstein-Mädchens. Man spürt, dass dem Autor diese Themen am Herzen liegen: das sinnlose Töten im Krieg, das rücksichts- und gedankenlose Experimentieren mit Patienten aus psychiatrischen Anstalten, der Umgang mit diesen Kranken im Dritten Reich. Aber auch die Entdeckung der Quantenphysik und die damit verbundene Erkenntnis, dass Wissenschaftler damit ihrer Objektivität beraubt wurden. Sington schildert all dies überzeugend und wohl auch wahrheitsgetreu, doch manche der angerissenen Themen enden (vermutlich aufgrund der Vielzahl) bedauerlicherweise im Nirgendwo.
Dennoch: Es ist ein gut unterhaltendes und ebenso geschriebenes Buch (aber wahrlich kein Thriller, wie der Klappentext behauptet), aus dem man sicherlich auch manches Neue zum Thema Psychiatrie und Quantenphysik erfährt. Leicht zu lesen, aber nie seicht. Und wer weiß, vielleicht war das mit Albert Einstein tatsächlich so...?
Bewertung von Pharo72 aus Zittau am 05.09.2010
Der Roman wird als historischer Thriller beworben, wobei mir die Bezeichnung Thriller etwas übertrieben scheint. Vielmehr handelt es sich um ein Familiendrama in historisch brisanter Zeit kurz vor der Machtübernahme durch Hitler. Ich habe mich durch das Buch gut unterhalten gefühlt. Die gekonnte Verschleierung der Tatsachen bis auf die letzten Seiten des Buches hält den Leser in Bann.
Es werden einige schwierige Themen, wie die Syphilis-Erkrankung von Martin Kirsch, die menschenunwürdigen Experimente in der Psychiatrie bis hin zur Säuberungspolitik der Nazis mittels Euthanasie sowie auch die Judenverfolgung aufgegriffen. Einstein selber als historische Person kommt wenig sympathisch rüber, wobei jedoch unklar ist, inwieweit biografisch der Roman in dieser Hinsicht ist. Seine bahnbrechenden wissenschaftlichen Erkenntnisse werden angerissen und stellen für den weniger physikalisch bzw. mathematisch interessierten Leser sicher eine Hürde dar bzw. bremsen doch stark den Lesefluss.
Jedoch sind die Figuren, echte wie erfundene, großartig gezeichnet. Ein Hineinversetzen in sie gelingt mühelos, ebenso in das historische Setting, dass durch Beschreibungen von Tanzcafes, bestimmten Straßen und der tödlichen Bedrohung über allem durch die Nazis, lebendig wird.
Wer einen anspruchsvollen Roman im historischen Gewand mit einer packenden Familiengeschichte sucht, dem kann ich das Buch rückhaltlos empfehlen. Reine Thriller-Leser werden eher enttäuscht sein.
Bewertung von Silke Schröder, hallo-buch.de aus Hannover am 23.08.2010
Mit seinem Arzt Dr. Kirsch, der selbst mit traumatischen Kindheitserinnerungen aus dem Ersten Weltkrieg zu kämpfen hat, zeigt Sington die verschiedenen Methoden der damaligen Psychiatrie auf, die von modernen psychoanalytischen Ansätzen bis hin zu den verheerenden und grausamen Patienten-Experimenten reichten und in der „eugenischen“ Vernichtung von Geisteskranken durch die Nazis eine bittere Vollendung fanden. „Das Einstein-Mädchen“ fängt die angespannte politische Atmosphäre im Berlin von 1932 authentisch ein, wirft einen Blick auf das Privatleben des berühmten Wissenschaftlers und laviert dabei geschickt zwischen Fiktion und Realität.
Bewertung von sabatayn76 am 26.07.2010
Inhalt:
In der Nähe von Potsdam wird eine junge Frau gefunden, die blutige Schrammen an den Beinen aufweist und stark unterkühlt ist. In der Nähe des Fundorts entdeckt man ein Flugblatt, das für einen Vortrag über die Quantentheorie wirbt, bei dem Prof. Albert Einstein der Hauptredner ist. Nachdem die junge Frau aus dem Koma erwacht, kann sie sich an nichts erinnern - weder an die Umstände ihrer Verletzung noch an ihr früheres Leben. Dr. Martin Kirsch, ein Psychiater an der Berliner Charité, kümmert sich um sie und versucht, Licht ins Dunkel zu bringen.
Mein Eindruck:
Philip Sington gelingt nicht nur eine realistische Beschreibung vom Berlin der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts, sondern auch ein hervorragender Abriss der psychiatrischen Behandlungs- und Forschungsmethoden der damaligen Zeit. Die Stimmung im Deutschland am Ende der Weimarer Republik und zu Beginn des Dritten Reiches wird sehr intensiv, glaubwürdig und realistisch beschrieben. Historisch bedeutsame Ereignisse wie die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler und die zunehmenden Sanktionen gegen Juden werden perfekt in die Handlung des Romans eingebettet. Man mag gar nicht glauben, dass der Autor erst 1962 geboren wurde und dass seine authentischen Beschreibungen 'nur' auf Fachwissen und nicht auf persönlichen Erfahrungen beruhen. Sehr beeindruckt hat mich auch die sehr gut verständliche Einführung in die Ideen Einsteins. Neben diesen Aspekten bietet Sington jedoch auch noch eine spannende Geschichte, die nie langweilig wird, stets fesselt und in sich sehr konsistent und schlüssig ist.
Mein Resümee:
Hervorragend recherchiert. Spannend erzählt. Flott und unterhaltsam lesbar.
Dann geben Sie bitte hier Ihre Bewertung ab
05.08.2010
Sehr beeindruckt zeigt sich Cathrin Kahlweit von der Souveränität,
mit der Philip Sington seinen neuen Roman "Das
Einstein-Mädchen" entfaltet. Darin erzählt Sington die in den
Wirren der nationalsozialistischen Machtergreifung spielende
Geschichte des Psychiaters Martin Kirsch, der das Geheimnis um ein
unbekanntes Mädchen lüften will. Er hält sie für die verschwundene
Tochter von Albert Einstein und folgt ihr in die Schweiz, wo er
unter anderem den Physiker persönlich kennen lernt. Kahlweit
schwärmt von Singtons intensiver Erzählweise und seiner
schriftstellerischen Meisterschaft. Ebenso erwähnt die Rezensentin
lobend den offensichtlichen Recherche-Aufwand für dieses Buch.
Bedauerlich findet sie, dass durch die Unüberschaubarkeit der
Handlung zum Ende hin der Geschichte "die Wucht" fehle.
Doch selbst das mag Kahlweit Sington nicht wirklich übel nehmen,
und so bezeichnet sie schließlich den Roman noch als
"charmant".
© Perlentaucher Medien GmbH
Rezension
"Komplex, intelligent erzählt und spannend bis zum Schluss!" -- myTime
Rezensionen und Kritik
»[...] eine fesselnde Fiktion [...].« Marie-Louise Zimmermann, Thuner Tagblatt, Schweiz 18.11.2010
Autorenporträt zu "Philip Sington"
Philip Sington studierte Geschichte in Cambridge und arbeitete als Journalist und Magazinherausgeber, Drehbuch- und Theaterautor. Er lebt mit seiner deutschen Frau und seinem Sohn in London.
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