Zwölf Jahre - Agee, Joel

Joel Agee 

Zwölf Jahre

Eine amerikanische Jugend in Ostdeutschland

Übersetzer: Agee, Joel; Gruenthal, Lola
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Zwölf Jahre

Als Achtjähriger kam Joel Agee im Herbst 1948 mit seiner Mutter, seinem Stiefvater und deren gemeinsamem Sohn nach Ostberlin. Was man von Joel verlangt, nämlich ein guter Kommunist zu werden, genau das will er nicht. Vor dem Kasernenhoftor der Schule und der FDJ flieht der Einzelgänger zu seinen Büchern und Träumereien. Meisterhaft beschwört Joel Agee die Atmosphäre jener Jahre herauf, wenn er von der Jugend eines Amerikaners in Ostdeutschland erzählt.


Produktinformation

  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 320 S.
  • Seitenzahl: 400
  • Fischer Taschenbücher Bd.18298
  • Deutsch
  • Abmessung: 190mm x 126mm x 32mm
  • Gewicht: 357g
  • ISBN-13: 9783596182985
  • ISBN-10: 3596182980
  • Best.Nr.: 25576077
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 23.05.2009

Von einem, der auszog, in der DDR zu leben

Zwölf Jahre lang lebte Joel Agee mit seiner amerikanischen Mutter im sozialistischen Teil Deutschlands. Seine Erinnerungen erzählen mehr von Liebe und Kunst als von Politik.

Von Tobias Rüther

Joel ist siebzehn, also interessiert er sich nicht für die DDR, sondern für Mädchen. Und außerdem für Beethoven. Er schreibt Gedichte, das liegt in der Familie, denn er ist der Sohn eines berühmten amerikanischen und noch dazu Stiefsohn eines berühmten ostdeutschen Schriftstellers. Er lernt Musils "Mann ohne Eigenschaften" auswendig, und dieser endlos lange, komplizierte Roman wird seine Anleitung zum Ausschweifen und Aussteigen. "Urlaub vom Leben" nimmt sich Ulrich, Musils Hauptfigur, und Joel will das auch. Er schwänzt die Schule. Geht dann doch hin, schwänzt wieder, will sich bessern, schreibt Fünfen, dann Einsen, lernt, schwänzt, dichtet, fährt mit seinem Freund Ralle nach West-Berlin, die Grenze ist noch offen, die Mauer nicht gebaut. "Faul wie die Sünde" sei er, schimpfen Joels Lehrer, er selbst hält sich eher für einen "konstitutionellen Bohemientyp". Und wenn all das, was er da tut, auch noch …

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Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Fahl und banal, verplappert und verunglückt findet Rezensent Fritz J. Raddatz diese Jugenderinnerungen des Stiefsohns des DDR-Dichters und Aufbau-Chefredakteurs Bodo Uhse. Allerdings beurteilt er das Buch vom Stand heutiger Erkenntnisse aus und verschweigt, oder weiß überhaupt nicht, dass das wiederaufgelegte Buch fast 30 Jahre alt ist und noch von großer Rücksichtnahme auf in der DDR lebende Freunde und ehemaligen Weggefährten geprägt ist. Von Agees Reflexionsniveau hält Raddatz wenig und wirft ihm vor, nie wirklich eine eigene Meinung zu haben, weder im Fall Janka, noch im Fall Harich. (Fälle die erst 10 Jahre nach Entstehen des Buchs aufgearbeitet worden sind). Auch wirft Raddatz dem Autor fehlende dramaturgische Fertigkeiten vor, zwischen den Erinnerungen des Kindes, das er gewesen sei und seinen Erinnerungen als Erwachsenem zu unterscheiden. Es fehlen dem Rezensenten auch Hintergrundinformationen über Pass- und andere Angelegenheiten bei der Ausreise aus der DDR, als sich Joel Agees amerikanische Mutter von Uhse getrennt hatte. Keine Vorwürfe macht Raddatz dem edierenden Hanser-Verlag, der durch ein vernünftiges Vorwort die Hintergründe zu diesem Buch besser hätte beleuchten können und müssen - wodurch man dem Buch nämlich als dem gerecht geworden wäre was es ist: nämlich eine der erste Innenansichten der DDR-Elite, die je zu lesen war.

© Perlentaucher Medien GmbH

"Es ist ein kleines literarisches Meisterstück. Seit Musil sind Kindheit und Erwachsenwerden nicht mehr so genau beschrieben worden." Alan Posener, Die Welt am Sonntag, 01.03.09 "Das Buch fesselt den Leser von der ersten Seite an." Reiner Neubert, Freie Presse Chemnitz, 24.04.09
Joel Agee, geboren 1940 in New York, ist der Sohn des amerikanischen Schriftstellers James Agee. Nach der Scheidung der Eltern ging die Mutter mit ihm nach Mexiko und heiratete den deutschen Emigranten Bodo Uhse. 1948 zog die Familie nach Ostberlin, wo Bodo Uhse zunächst Chefredakteur der Kulturzeitschrift Aufbau und bald darauf Mitglied der Volkskammer der DDR wurde. 1960 kehrte Joel Agee zurück in die USA. Er lebt heute als Schriftsteller und Übersetzer in New York.

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