Von Mauern geprägt - Klose, Manfred

Manfred Klose 

Von Mauern geprägt

Eine nicht ausschließlich persönliche 40-Jahres-Retrospektive

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Von Mauern geprägt

Das Besondere an "Von Mauern geprägt" ist das Unspektakuläre, das literarisch kaum Beachtete, die Beschreibung eines Einzelschicksals, wie es in ähnlicher Form aber Tausende von DDR-Bürgern in der Zeit vor 1989 erlebt haben. In seinem neuen Umfeld nach der Ausreise, noch kurz vor dem Mauerfall, wurde der Autor oft darum gebeten, darüber ausführlicher zu berichten. Bei seinen zahlreichen Läufen in Vorbereitung des Marathonlaufs auf der Großen Mauer, frei von Alltagsproblemen und in der gegebenen Stille, werden in ihm zeitgerafft - wie in einem Film - Gedanken und Bilder dazu in einer 40-jährigen Retrospektive wachgerufen. Insbesondere auf die Frage "Wie kann eine Mutter, die alles für ihre Familie tut und ihre Kinder über alles liebt, wie kann sie bei einem Verwandten-Besuch im westlichen Teil Deutschlands diese verlassen?" wird versucht, eine Antwort zu geben. Die Hintergründe für diese Entscheidung, die vom Autor mitgetragen wurde, die folgenden Bemühungen zur Familienzusammenführung, das Zusammentreffen mit Ausreise-Anwälten und Vertretern der Kirche, die Unterstützung von Freunden und Bekannten, werden geschildert.


Produktinformation

  • Abmessung: 203mm x 149mm x 20mm
  • Gewicht: 300g
  • ISBN-13: 9783862374892
  • ISBN-10: 3862374890
  • Best.Nr.: 33616025

Kundenbewertungen zu "Von Mauern geprägt" von "Manfred Klose"

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Bewertung von Klaus D. aus Stuttgart am 01.12.2011 ***** ausgezeichnet
In seiner Lesung „Von Mauern geprägt“ anlässlich der Eröffnung der Plakatausstellung „Die heile Welt der Diktatur?“ am 17.11.2011 in der in der Polizeihistorischen Sammlung in Berlin versucht der Autor eine Antwort zu geben auf die zentrale Frage: Wie kann eine Mutter, die ihre Familie, ihre Kinder, ihren Mann über alles liebt, für die sie alles tut, wie kann sie anlässlich eines Verwandten-besuchs in den alten Bundesländern diese verlassen“. -
Bei seinen häufigen dienstlichen Aufenthalten im Ausland – vor allem in der damaligen Sowjetunion und meist umgeben von Partei-hörigen, Karriere-orientierten Kollegen - hatte der Autor mehr über das Land DDR und über die Verlogenheit des SED-Regimes erfahren als das je vor Ort möglich gewesen wäre. Großes Engagement im Beruf und Sport konnten keine Alternative zu der persönlich erlebten Diskriminierung und Denunzierung sein, die begleitet war von Missachtung der Würde und freiheitlichen Gesinnung der Menschen, die - wie eingemauert - in einem menschenverachtenden
System lebten. Vor allem in den 80er Jahren wuchs in ihm mehr und mehr die Überzeugung, dass der marode Staat DDR, für den die SED-Potentaten vorheuchelten, eine bessere und glücklichere menschlichere Gesellschaft aufzubauen, dass dieser Staat in Wirklichkeit militant und ohne Rechtsstaatlichkeit war und eine echte Gefahr darstellte, dass es deshalb besser wäre, sich von diesem Staat schnellstmöglich zu verabschieden.
Und insbesondere: Wie sollte die Erziehung seiner Kinder mit der Lüge vom Klassenfeind, der Rechtfertigung des Schießbefehls, der Missachtung von Mensch und Umwelt von statten gehen?
Die Entscheidung seiner Frau war getroffen worden aus Liebe zu ihrer Familie und ihren Kindern, vetrauend auf die Unterstützung von Freunden und Bekannten, auf ihre eigene Kraft und vor allem auch auf die Kraft und Standhaftigkeit ihres Mannes in dem zu erwarteten Kampf der
Familienzusammenführung.
Es war ein Kampf mit Auf und Ab auf holprigem Gestein, ähnlich dem absolvierten Marathon auf der Großen Mauer und bei dessen Vorbereitung in heimischen Gefilden. Frei von den Alltagsproblemen und in der notwendigen Stille erblickte der Autor dabei all das vor Augen, zeitgerafft, wie in einem Film, mit Bildern einer 40-Jahres-Retrospektive. Seine Frau erscheint dabei als die Heldin in einem spannenden Film, der aber keiner heilen Welt entstammte, sondern der vielmehr rauhe Wirklichkeit war.

Ja.Be.

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