Kaiserhofstraße 12 - Senger, Valentin

Valentin Senger 

Kaiserhofstraße 12

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Kaiserhofstraße 12

Es sind die dreißiger Jahre: In der Kaiserhofstraße in Frankfurt am Main leben Schauspieler, Transvestiten, Freudenmädchen, Burschenschaftler und die Familie Senger. Als Kommunisten und Juden mussten sie aus dem zaristischen Russland fliehen und haben hier ein neues Zuhause gefunden bis Adolf Hitler 1933 die Macht ergreift. Valentin Sengers Mutter Olga erkennt früh den Ernst der Lage: Mit gefälschten Papieren verschleiert sie die Spuren ihrer Herkunft ...
Mit einem Nachwort von Peter Härtling.
"Dass die untergetauchte Familie Senger mitten in Frankfurt am Main überlebt hat, ist ein Wunder. Und dass es dieses Buch (...) jetzt wieder gibt, ist ein Segen."
Brigitte


Produktinformation

  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 320 S. 190 mm
  • Seitenzahl: 312
  • Fischer Taschenbücher Bd.19057
  • Deutsch
  • Abmessung: 190mm x 127mm x 27mm
  • Gewicht: 315g
  • ISBN-13: 9783596190577
  • ISBN-10: 3596190576
  • Best.Nr.: 33374569
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 11.04.2010

Ein Buch für eine ganze Stadt

Eine Familie jüdischer Kommunisten überlebt den Nationalsozialismus in Frankfurt. Mit einem Lesefest wird nun an Valentin Senger und seinen Roman "Kaiserhofstraße 12" erinnert.

VON FLORIAN BALKE

FRANKFURT. Wäre es nach einigen der Nachbarn gegangen, hätte es dieses Buch gar nicht geben dürfen. Sein Autor Valentin Senger, 1918 in der Wohnung seiner Eltern im Hinterhaus der Frankfurter Kaiserhofstraße 12 zur Welt gekommen, wäre als junger Mann mit seiner Mutter, seinem Vater und seinen Geschwistern zur Flucht aus der Heimatstadt getrieben oder in die Ghettos und Vernichtungslager des Ostens deportiert worden.

Stattdessen gibt es dieses Buch, erschienen zum ersten Mal 1978 im Luchterhand Verlag, das die wundersame Geschichte davon erzählt, wie es Senger und seiner Familie gelang, in der Mitte Deutschlands und mitten in Frankfurt der Verfolgung und Ermordung durch die Nationalsozialisten zu entgehen, obwohl sie Juden waren, kommunistisch dachten und vielen Bekannten und Hausgenossen gegenüber weder das eine noch das andere verschwiegen hatten.

Zu den unwahrscheinlichen, absurden und traurigen …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 20.08.2010

KURZKRITIK
Gegen das Verhängnis
Valentin Sengers Geschichte einer
Rettung in Frankfurt am Main
Dies ist die Geschichte einer wundersamen Rettung: Mitten in der Frankfurter Innenstadt überlebt eine fünfköpfige jüdische Familie die Nazizeit. Die Familie Senger, die eigentlich Rabisanowitsch heißt, weil sie auf der Flucht vor Pogromen aus Russland zugewandert ist, muss sich nicht einmal verbergen, sondern täuscht Normalität vor: Der Vater, der sogar „jidelt“, geht zur Arbeit, die Kinder zur Schule, und die Mutter koordiniert das mühselige Geschäft, ein scheinbar unausweichliches Verhängnis durch immer neue Lügengewebe aufzuhalten.
Das von Tag zu Tag mit stets ungewissem Ausgang neu zu organisierende Versteckspiel funktioniert freilich nur deshalb, weil auch die nichtjüdische Umgebung der Familie mitspielt und beweist, was auch in finsterer Zeit möglich war: Nachbarn, Mitschüler, Lehrer und Berufskollegen, ein Polizist, der beide Augen zudrückt, ein Beamter, der falsche Papiere ausstellt, ein gründlich untersuchender Arzt, der einfach ignoriert, dass sein junger Patient beschnitten ist. Valentin Senger …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Fast vergessen war Valentin Sengers Erinnerungsbuch, in dem er das "Wunder" des Überlebens seiner Familie im Dritten Reich schildert. Mit Tricks, mit Glück und mit oft erstaunlicher Hilfe durch Nachbarn, Bekannte und Unbekannte gelang es den Sengers, unerkannt als jüdische Familie - und das, obwohl der Vater nur jiddisch sprach - die Nazi-Zeit zu überstehen. Die Rezensentin Sandra Kegel ist dem Verleger Klaus Schöffling dankbar, dass er das 1979 erschienene Buch wiederaufgelegt hat. Sehr empfehlenswert findet sie auch die vorliegende Hörbuchfassung, in der Walter Renneisen "genau den richtigen, ungekünstelten Ton" treffe, nach dem Sengers Vorlage verlangt.

© Perlentaucher Medien GmbH

" ... Walter Renneisen findet genau den richtigen, ungekünstelten Ton für die Sprache Valentin Sengers, die so klar und nüchtern ist und niemals künstlerische Ambitionen hegt."(Sandra Kegel, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24. April 2010)<br/><br/>" ... ganz ohne theatralische Übertreibung lässt Renneisen die Angst spüren, die Valentin Sengers Begleiter war. So ist das Hörbuch nicht nur Geschichtslektion, sondern auch eine vielseitige Milieustudie."(Darmstädter Echo, 26. April 2010)<br/><br/>"Absolut hörenswert."(Stadtmagazin 37, April 2010)

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Valentin Senger, geboren 1918 in Frankfurt am Main, arbeitete nach einer Lehre zum Technischen Zeichner als Konstrukteur. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde er Journalist und arbeitete zunächst für die Sozialistische Volkszeitung, später für den Hessischen Rundfunk. Valentin Senger starb 1997 in Frankfurt am Main.

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