Helene Gasser, Marie Konheisner und Johanna Gramlinger verdienten
ihren Lebensunterhalt als Dienstmädchen und Köchinnen in fremden
Haushalten. Ihre in diesem Band gesammelten Aufzeichnungen
vermitteln ein eindrückliches Bild von den Lebens-, Arbeits- und
Beziehungsverhältnissen städtischer Dienstmädchen und gewähren
zugleich Einblicke in die Welt bürgerlicher und großbürgerlicher
Haushalte von der Gründerzeit bis zum Zweiten Weltkrieg.
Viele unserer Groß- und Urgroßmütter haben als Köchinnen,
Stubenmädchen, Kinderfräulein, Kammerjungfern, Mädchen für alles
oder Hausgehilfinnen ihren Lebensunterhalt in bürgerlichen
Haushalten verdient. Die Aufzeichnungen von Helene Gasser, Marie
Konheisner und Johanna Gramlinger bieten einen Zugang zu den
Lebenswelten dieser großen weiblichen Berufsgruppe des 19. und 20.
Jahrhunderts. Lange, ungeregelte Arbeitszeiten, schwere körperliche
Tätigkeiten und die persönliche Abhängigkeit von den
"Herrschaften" prägten ihren Alltag. Die eigene
Erwerbsarbeit und das Leben in der Stadt eröffneten den Frauen aber
auch neue Freiräume und Chancen. Die Erzählungen überspannen
mehrere historische Epochen, wodurch der Wandel, aber auch die
Kontinuitäten im häuslichen Dienst sichtbar werden.
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