Heimat aus dem Koffer - Lorenz, Hilke

Hilke Lorenz 

Heimat aus dem Koffer

Vom Leben nach Flucht und Vertreibung

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Heimat aus dem Koffer

In den Zeiten des Kalten Krieges waren die Länder ihrer Kindheit zu Sperrzonen geworden. Die Erwähnung der Heimat kam bis weit in die achtziger Jahre einem Tabubruch gleich. Einfühlsam und zutiefst berührend zeigt Bestsellerautorin Hilke Lorenz, welche Folgen diese große nie gelebte Trauer für die Vertriebenen und ihre Familien bis heute hat.

14 Millionen Menschen sind in den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs vor der Roten Armee geflüchtet oder mussten nach dem Zusammenbruch des nationalsozialistischen Deutschland ihre Heimat im Osten verlassen. Zwei Millionen haben Flucht und Vertreibung nicht überlebt, die anderen bekamen oft die Rache der Sieger zu spüren: Demütigungen, Misshandlungen und Vergewaltigungen. Aber diese furchtbaren Erlebnisse fanden keinen Platz in der bundesrepublikanischen Erinnerung. Integration war die Devise. So übten sich viele Flüchtlinge und Vertriebene in Selbstverleugnung. Die Menschen, die sie vermissten, und die Orte, nach denen sie sich sehnten, erwähnten sie nicht. Hilke Lorenz, deren Eltern aus Schlesien vertrieben wurden, hat mit vielen Betroffenen aber auch mit deren Kindern über die schwierige Zeit des Neubeginns und über das neue Leben in der Bundesrepublik gesprochen. Ihre persönlichen Erfahrungen vermitteln ein breitgefächertes Panorama des deutschen Zusammenwachsens.


Produktinformation

  • Verlag: Ullstein Hc
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 300 S. m. Fotos.
  • Seitenzahl: 300
  • Deutsch
  • Abmessung: 220mm x 145mm x 27mm
  • Gewicht: 494g
  • ISBN-13: 9783550087554
  • ISBN-10: 3550087551
  • Best.Nr.: 26377926
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 16.11.2009

Ohne Gefühlsduselei
Nicht alle, die ihre Heimat verlassen haben, können so nüchtern damit umgehen wie Herta Müller. Für sie gebe es „keine selbstverständlichen Orte der Zugehörigkeit”, antwortete die Liteaturnobelpreisträgerin auf die Frage, ob sie „die Heimat ganz verloren” habe. Solche Kühle bringen diejenigen, die in diesem bewegenden Buch zu Wort kommen und beschrieben werden, nicht auf, wenn sie über Ostpreußen, Oberschlesien, Südmähren oder Bessarabien sprechen. Bei ihnen schwingen Schwermut, Angst, Verlorenheit, Orientierungslosigkeit mit. So selbstbewusst wie Herta Müller („Ich wusste, als ich hier in Deutschland ankam, dass ich es jetzt geschafft habe”) sind viele Heimatvertriebene nie in Westdeutschland angekommen. Nach vollbrachter Eingliederung waren die Vertriebenen und Flüchtlinge lange Zeit kein Thema. Das gesellschaftliche Versäumnis, diesen Sektor der Kriegsfolgen tabuisiert oder ausgeblendet zu haben, wird allmählich aufgeholt, häufig leider übertönt vom Streit über ein Vertreibungs-Museum.
Die Schicksale, die die Journalistin Hilke Lorenz erzählt, sind vermutlich nicht repräsentativ für die rund zehn Millionen, …

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"Der Autorin gelingt es, die Schicksale plastisch darzustellen, den Schrecken der Flüchtlingstrecks ohne Rührseligkeit und Schuldzuweisung darzustellen. Man merkt der Anteilnahme in ihren Texten an, dass auch sie selbst etwas abzuarbeiten hat, dass auch sie sich in ihrer Kindheit vielfach ausgeschlossen gefühlt hat und ihre Familie, wie es vielen Aussiedlern erging, zunächst die Ablehnung der Alteingesessenen zu spüren bekam. Ihr Buch ist ein ebenso engagierter wie besonnener Beitrag zur Diskussion um Flucht und Vertreibung." (Deutschlandradio Kultur, 2009)<br/><br/>"Ein detailreiches,spannendes Panorama über ein unterbelichtetes Stück deutscher Historie." (Südwest Presse, 2009)

"Der Autorin gelingt es, die Schicksale plastisch darzustellen, den Schrecken der Flüchtlingstrecks ohne Rührseligkeit und Schuldzuweisung darzustellen. Man merkt der Anteilnahme in ihren Texten an, dass auch sie selbst etwas abzuarbeiten hat, dass auch sie sich in ihrer Kindheit vielfach ausgeschlossen gefühlt hat und ihre Familie, wie es vielen Aussiedlern erging, zunächst die Ablehnung der Alteingesessenen zu spüren bekam. Ihr Buch ist ein ebenso engagierter wie besonnener Beitrag zur Diskussion um Flucht und Vertreibung." (Deutschlandradio Kultur, 21.10.09, Stefan May)<br/><br/>"Ein detailreiches,spannendes Panorama über ein unterbelichtetes Stück deutscher Historie." (Südwest Presse, Andreas Clasen, 21.10.09)

»Der Autorin gelingt es, die Schicksale plastisch darzustellen, den Schrecken der Flüchtlingstrecks ohne Rührseligkeit und Schuldzuweisung darzustellen. Man merkt der Anteilnahme in ihren Texten an, dass auch sie selbst etwas abzuarbeiten hat, dass auch sie sich in ihrer Kindheit vielfach ausgeschlossen gefühlt hat und ihre Familie, wie es vielen Aussiedlern erging, zunächst die Ablehnung der Alteingesessenen zu spüren bekam. Ihr Buch ist ein ebenso engagierter wie besonnener Beitrag zur Diskussion um Flucht und Vertreibung.« Deutschlandradio Kultur, 21.10.09, Stefan May »Ein detailreiches,spannendes Panorama über ein unterbelichtetes Stück deutscher Historie.« Südwest Presse, Andreas Clasen, 21.10.09
Hilke Lorenz, Jahrgang 1962, hat Geschichte und Germanistik studiert und ist Redakteurin bei der Stuttgarter Zeitung.

Blick ins Buch "Heimat aus dem Koffer"

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