Kolonialismus erscheint in den meisten Darstellungen bis heute als
eine männliche Domäne. Frauen tauchen selten auf, werden höchstens
am Rande erwähnt. Und doch waren Frauen in den kolonialen
Unternehmungen des Deutschen Reiches stets präsent und trugen den
Kolonialismus von Beginn an mit. Verlässlich unterstützten sie ihre
Ehemänner, die als Kolonialbeamte und Missionare tätig waren, und
wirkten in Kolonialvereinen bei der Verankerung der kolonialen Idee
in der Heimat mit. Der vorliegende Band gibt erstmals einen
systematischen Überblick über die verschiedenen Tätigkeitsfelder
und Funktionen, die sowohl einheimische als auch weiße Frauen in
den deutschen Kolonien ausfüllten. Anschaulich verbinden die
Autorinnen und Autoren bisher nur verstreut zugängliches
empirisches Material, wie Briefe, Fotos, Tagebücher und
Reiseberichte, mit einer geschlechterspezifischen
kolonialhistorischen Analyse.
Anschaulich verbinden die Autorinnen und Autoren bisher nur verstreut zugängliches empirisches Material mit einer geschlechterspezifischen kolonialhistorischen Analyse. Entstanden ist ein Buch, das in Deutschland seinesgleichen sucht. In die Welt für die Welt 5/2010
Marianne Bechhaus-Gerst studierte Afrikanistik, Ägyptologie und Politische Wissenschaft in Köln und Bayreuth. Sie arbeitet als Professorin für Afrikanistik an der Universität zu Köln. Arbeitsschwerpunkte: Geschichte der afrikanisch-deutschen Begegnung und der Menschen afrikanischer Herkunft in Deutschland, Afrika in der Alltagskultur, nilo-saharanische und afroasiatische Sprachen.
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