Von Dachau nach Sibirien - Zeugnisse griechischer KZ-Häftlinge 1943-1993. Nachforschungen über den KP-Führer Nikos Sachariádis und seine angebliche Kollaboration mit den Nazis
tober 1942: Dimitris, 17 Jahre alter Gymnasiast und Mitglied einer
Widerstandsgruppe in der nordgriechischen Stadt Ioánnina, wird von
den italienischen Besatzern verhaftet und verschleppt. Im September
1943 fällt er den Deutschen in die Hände und landet mit einem der
großen Gefangenentransporte im KZ Dachau. Hier begegnet er Níkos
Sachariádis, dem Führer der riechischen KP, dessen Gruppe er sich
bis zur Befreiung des Lagers anschließt. Sachariádis Rolle in
Dachau und in den Jahren nach 1945 löste in Griechenland immer
wieder leidenschaftlichen Streit aus: Hat er in Dachau mit den
Nazis kollaboriert? Trug er den blauen Mantel eines im Lager
ermordeten Juden? Ist er Schuld an dem griechischen Bruderkrieg,
der das von Gewalt und Besatzung schon verwüstete Land noch tiefer
in den Abgrund riss? Die Antworten darauf geben Einblick in eine
Zeit, die von Hass und Menschenjagden, Verschwörungen,
Verratsvorwürfen und Schmähungen geprägt ist. Trotz widriger
Umstände gelingt es, eine Legende zu widerlegen. Zugleich ist das
Buch ein Angebot an die Nachgeborenen, Griechenland von einer Seite
kennen zu lernen, die ihnen bislang verschlossen gewesen ist. .
Christoph U. Schminck-Gustavus, 1942 geboren, lehrt seit 1974 Rechts- und Sozialgeschichte an der Universität Bremen. Seine letzten Bücher, in denen Zeugnisse erzählter Geschichte mit Archivrecherchen verbunden werden, sind Kriegsschicksalen aus dem Zweiten Weltkrieg gewidmet.
Kundenbewertungen zu "Der blaue Mantel" von "Christoph U. Schminck-Gustavus"
1 Kundenbewertung
(Durchschnitt 5 von 5 Sterne bei 1 Bewertungen
ausgezeichnet)
Ein sehr nachdenkliches Buch. Das aber auch einiges erhellt, über die Vergangenheit des Nikos Sachariádis. Trotz allem steht die Brutalität eines Konzentrationslagers vorne an. Fassungslos steht der Leser davor.