Das von Hermann Joseph Hiery 2001 herausgegebene, opulent
ausgestattete Handbuch Die deutsche Südsee 1884-1914 ist zum
Standardwerk über die deutschen Kolonien im Pazifik geworden. Es
hat bei zahlreichen Lesern den Wunsch hervorgerufen, mehr Bilder
aus der Zeit zu sehen, in der ein Teil der Südsee von Neuguinea bis
Samoa zum deutschen Kolonialreich gehörte. Diesen Wunsch erfüllt
der vorliegende Band - mit annähernd 400 neuen historischen Fotos,
die nahezu allesamt bisher unveröffentlicht sind.
Die "Bilder aus der deutschen Südsee" stammen aus
zahlreichen privaten Sammlungen, aus Museen und staatlichen sowie
kirchlichen Archiven im In- und Ausland. Sie zeigen die Menschen
der Südsee und ihr Land: Deutsch-Neuguinea
("Kaiser-Wilhelmsland"), den Bismarckarchipel
einschließlich der nördlichen Salomonen, die Marshallinseln, Nauru,
die Karolinen, Palau, die Marianen und Samoa. Und sie zeigen das
Leben der einheimischen Bevölkerung und der Europäer: Häuptlinge
und Plantagenarbeiter, Krieger und Hausdiener, Händler und Ärzte,
Missionare und Schwestern, Kolonialbeamte und einheimische
Polizisten, Kapitäne und ihre Schiffe - kurz: den kolonialen Alltag
in der Südsee, von der Zeit kurz vor dem Beginn der deutschen
Herrschaft bis zu deren völkerrechtlichem Ende nach dem Ersten
Weltkrieg.
Das Buch ist eine wahre Fundgrube für alle, die sich mit der
Südsee, mit ihren Kulturen, mit ihrer kolonialen Vergangenheit oder
mit den Deutschen in der Südsee beschäftigen.
Der Autor:
Hermann J. Hiery, Prof. Dr. phil., geb. 1957, ist Professor für
Neueste Geschichte an der Universität Bayreuth und Vorsitzender des
Arbeitskreises "Außereuropäische Geschichte" im Verband
der Historiker Deutschlands.
Ausstattung/Bilder: 2005. 277 S. m. 546 histor. Fotos.
Seitenzahl: 277
Deutsch
Abmessung: 247mm x 177mm x 22mm
Gewicht: 816g
ISBN-13: 9783506701121
ISBN-10: 3506701126
Best.Nr.: 12889837
Besprechung von 22.12.2005
Der kalte Widerschein der Wirklichkeit
Es war ein Symbol pathetischer Hilflosigkeit, als New York im Jahr eins nach seiner Katastrophe zum ersten Mal die Silhouette des zerstörten World Trade Centers mit Laserstrahlen nachmodellierte - viel größer als die Originale, zwei kalte, blaue Säulen im Nachthimmel, megalomanischer Trotz, Licht als Abglanz, als fahler Widerschein der Wirklichkeit (unsere Abbildung). Genau solche Brechungen sind die Lieblingsmotive des Fotografen Ralf Kaspers, der auf seinen großformatigen Aufnahmen die Welt zeigt, wie sie sich der Mensch erschaffen oder wie er sie zerstört hat - selten aber den Menschen selbst. Man blickt auf die Kulissen des Daseins, auf Häuserschluchten und Rinnsteinstilleben, ist erschreckt und gefesselt zugleich vom Januskopf der Zivilisation und sehnt sich nur nach einem: nach Wärme.
str.
"Ralf Kaspers - Fotografie", herausgegeben von der Galerie Ralf Kaspers (Fürstenwall 74, 40219 Düsseldorf, Tel.: 0211/397875, www.galerie-kaspers.de). Das Buch ist nicht im Handel erhältlich.
Prof. Dr. phil. Hermann J. Hiery, geboren 1957, ist Inhaber des Lehrstuhls für Neueste Geschichte an der Universität Bayreuth und Vorsitzender des Arbeitskreises "Außereuropäische Geschichte" im Verband der Historiker Deutschlands.
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