Walter Benjamins Archive - Benjamin, Walter

Walter Benjamin 

Walter Benjamins Archive

Bilder, Texte und Zeichen. Hrsg v. Walter Benjamin Archiv

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Walter Benjamins Archive

Von einer Sensation ist zu berichten: Das Walter Benjamin Archiv zeigt eine Fülle von großartigen, in weiten Teilen bisher unpublizierten und auch unbekannten Bildern und Dokumenten. Anläßlich einer Ausstellung in der Akademie der Künste, Berlin, wird, begleitet von einer internationalen Tagung und einer Vielzahl von Veranstaltungen, zum ersten Mal Benjamins Bildund Dingkosmos der Öffentlichkeit vorgestellt. Solche Orientierung an Bildern und Dokumenten, an der Materialität der Gegenstände entspricht auch seinem Werk, das seinerseits ein Reservoir von Texten, Kommentaren, Elementen des Alltags, der Kunst und des Traums ist. Viele dieser Elemente sind als Bausteine in sein "Passagen"-Projekt eingegangen, das die "Urgeschichte des 19. Jahrhunderts " erkundet. Darüber hinaus prägen Techniken des Sammelns und Archivierens die Arbeitsweise Walter Benjamins. Nachdem er aus Deutschland vertrieben worden war, schuf er die Voraussetzungen zur Rettung seiner, wie er sagte, "unendlich verzettelten Produktion ", indem er Manuskripte, Notizen und Druckbelege bei Freunden in aller Welt deponierte Der reichillustrierte und kommentierte Band schließt erstmals Benjamins Archive auf: Notizhefte, in denen jeder Zentimeter genutzt wird; Register, Verzeichnisse und Karteien, die zugleich akribisch und kreativ geführt sind; Ansichtskarten, von ihm selbst kommentierte Fotoserien; eine Sammlung früher Worte und Sätze seines Sohnes Stefan, dessen Sprach- und Denkentwicklung Benjamin in Aufzeichnungen über Jahre verfolgte.


Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2006
  • Ausstattung/Bilder: 2006. 243 S. m. 75 Abb.
  • Seitenzahl: 243
  • Deutsch
  • Abmessung: 240mm x 170mm x 20mm
  • Gewicht: 630g
  • ISBN-13: 9783518418352
  • ISBN-10: 3518418351
  • Best.Nr.: 20842048
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 17.12.2009

Wanderer im Gedankenmassiv
Doch ohne Superlative: Jean-Michel Palmier unternimmt eine Gesamtschau des Werkes von Walter Benjamin
Vor wenigen Monaten legte die amerikanische Philosophin Cathrine H. Zuckert eine 900-seitige Untersuchung vor, die auf ungemein scharfsichtige Weise die Korrespondenz der platonischen Dialoge untereinander nachwies. Doch nicht nur das: Zuckert las die Werke konsequent mit dem Spätwerk beginnend hin zum Erstling, und konnte bei aller Fragmentierung der Argumente und der Themenvielfalt eine innere Stimmigkeit von Platons Denken feststellen.
Es mag befremden, wenn man von Platon spricht, wo es um Walter Benjamin gehen soll. Und dennoch gibt es einen triftigen Grund. Denn was Zuckert zum wiederholten Male für Platon leistet, das hat der 1998 verstorbene Philosoph und Literaturwissenschaftler Jean-Michel Palmier erstmals für Benjamin unternommen. Eine Gesamtschau dieses vielfach gebrochenen Werkes, die sich nur sachlichen Kriterien unterwirft, suchte man bislang vergebens. Die Interpretation nahezu sämtlicher Texte, die den von ihnen aufgerufenen Zusammenhängen nachgeht und all dem gegenüber eine eigenständige Position einnimmt, darin …

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Walter Benjamin, geb. 1892 in Berlin, studierte in Freiburg i. Breisgau Philosophie, Germanistik und Kunstgeschichte. Nach Beginn des ersten Weltkrieges setzt er sein Studium in München und dann in Bern fort. 1933 emigriert er nach Paris. Nach der Besetzung Frankreichs und kurzzeitiger Internierung entschließt er sich in die USA zu internieren. An der spanischen Grenze wartet er aber vergeblich auf ein Visum. Da seine Auslieferung an die Geheime Staatspolizei droht, nimmt sich Walter Benjamin im spanischen Küstenort Port Bou mit einer Überdosis Morphium das Leben.

Inhaltsangabe

1. Baum der Sorgfalt: Benjamin als Archivar - 2. Verzettelte Schreiberei: Sammlung und Zerstreuung - 3. Vom Kleinen ins Kleinste: Mikrographien - 4. Physiognomie der Dingwelt - 5. Opinions et pensées: Wörter und Redensarten des Sohnes - 6. Zarteste Quartiere: Notizbücher - 7. Reisebilder: Ansichtskarten - 8. Bogenspannung: Komponieren, bauen, weben - 9. Konstellationen: Graphische Gestalten - 10. Lumpensammlung: Die Passagenarbeit - 11. Raumgewordene Vergangenheit: Passagen und Interieur - 12. Knackmandeln: Rätsel, Denkaufgaben, Sprachspiele - 13. Sibyllen: Sieneser Mosaiken