Der Begriff der Kunstkritik in der deutschen Romantik - Benjamin, Walter

Walter Benjamin 

Der Begriff der Kunstkritik in der deutschen Romantik

Herausgeber: Gödde, Christoph; Lonitz, Henri, Hrsg.: Steiner, Uwe
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Der Begriff der Kunstkritik in der deutschen Romantik

Walter Benjamins Dissertation 1918/1919 in Bern entstanden und 1920 in einem Berner Verlag gedruckt ist seine erste Buchveröffentlichung, in der bereits viele Motive seines späteren Denkens angelegt sind. Benjamin selbst schrieb über seine Arbeit: "Was sie sein sollte, ist sie geworden: ein Hinweis auf die durchaus in der Literatur unbekannte wahre Natur der Romantik."
Der Band bringt den Text des Erstdrucks, gefolgt von den Ergänzungen, die der Autor in sein Handexemplar eintrug, und der Druckfehlerliste. Des weiteren sind die Notizen zur Romantik enthalten, die zusammen mit der bisher unveröffentlichten Liste der "Originalschriften" der Romantik und der "Schriften über Romantik" Benjamins intensive Beschäftigung mit dieser Epoche in umfassender Weise beleuchten. Uwe Steiner dokumentiert darüber hinaus ausführlich den Verlauf der Doktorprüfung und der Drucklegung sowie Florens Christian Rangs Auseinandersetzung mit dieser Arbeit, indem er dessen Randnotizen und einen Brief an Benjamin vom 10. Oktober 1920 wiedergibt. Die neu aufgefundenen Briefe Benjamins an den Berner Philosophen Paul Häberlin beschließen den Band.


Produktinformation

  • Werke und Nachlaß. Kritische Gesamtausgabe
  • Bd.3
  • Verlag: Suhrkamp
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 398 S.
  • Seitenzahl: 398
  • Best.Nr. des Verlages: 58501
  • Deutsch
  • Abmessung: 227mm x 151mm x 30mm
  • Gewicht: 586g
  • ISBN-13: 9783518585016
  • ISBN-10: 3518585010
  • Best.Nr.: 23304862

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Rezensent Ludger Lütkehaus nutzt den vorliegenden Band vor allem zu einem schaudernden Ausblick auf das editorische Martyrium (ja, er scheut vor diesem Begriff nicht zurück), das noch kommen wird. Bei Werken wie der Dissertation über die Kunstkritik liegt ja noch eine Druckausgabe letzter Hand vor. Aber wie soll es bei fragmentarischen Konvoluten wie dem "Passagenwerk" werden? Lütkehaus annonciert eine textreligiöse Praxis wie in den Hölderlin- und Kleist-Ausgaben des Stroemfeld-Verlags - und Streit , sehr viel Streit. Nach dieser dräuenden Einleitung ist die Besprechung dieses Bandes fast Routine: Benjamins Text hat 160 Seiten, der Kommentar des Herausgebers Uwe Steiner 240 - also nur undramatisch mehr. Eine der wichtigsten Erkenntnisse, die Lütkehaus aus der Lektüre des Kommentars mitnimmt, ist, dass Benjamin sich die Zitate der Geistesheroen seiner Dissertation durchaus mal zurechtbiegt und die von ihm selbst geforderte philologische Textfrömmigkeit somit hintergeht. "Das Subjekt des Autors geht in die Form und Substanz seines Materials ein", sagt Lütkehaus. Sowas dürfte sich ein heutiger Akademiker natürlich nicht mehr erlauben!

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 11.06.2008

Autorität

Grau und mit einem ganz ins Sachliche gewanderten Pathos, in Pappe gebunden - so stellte man sich einmal Ausgaben vor, die rein zur Arbeit dienen sollten, ohne jeden Luxus der Ausstattung, unauratisch, handhabbar. Und so liegt der erste Band der neuen Benjamin-Ausgabe vor uns, der auf 21 Bände angelegten "Kritischen Gesamtausgabe" des Suhrkamp-Verlags. Es handelt sich um Benjamins Dissertation "Der Begriff der Kunstkritik in der Deutschen Romantik".

Herausgegeben wurde der Band von Uwe Steiner, einem inzwischen in den Vereinigten Staaten lehrenden Germanisten. Steiner ist gewiss der beste Kenner dieser Phase von Benjamins Werk. Die Gediegenheit der Edition steht außer Frage. Sie ist schlicht die beste in der langen Reihe der Benjamin-Ausgaben, die mit Auswahlbänden begann, an die sich ein heftiger politischer Streit um den marxistischen, ja kommunistischen Benjamin anschloss - dieser wiederum schien mit der sechsbändigen Tiedemann-Schweppenhäuser-Edition geschlichtet, zu der dann noch die Supplemente der Übersetzungen kamen.

Aber Tiedemann war ein Philosoph im echten, traditionellen, von keinem Postmodernismus angesteckten Sinn, …

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»Grau und mit einem ins Sachliche gewanderten Pathos ... so liegt der erste Band der neuen Benjamin-Ausgabe vor uns, der auf 21 Bänden angelegten Kritischen Gesamtausgabe des Suhrkamp Verlags. ... Die Gediegenheit der Edition steht außer Frage. Sie ist schlicht die beste in der langen Reihe der Benjamin-Ausgaben, die mit Auswahlbänden begann.« Lorenz Jäger, Frankfurter Allgemeine Zeitung »Es ist Benjamins eigentümlicher Denkstil, der, mittlerweile gut erforscht, eine Neuedition gleichsam erzwingt. ... Das Fragmentarische, über die Jahre hin vieles miteinander Verwebende macht einen Großteil von Benjamins Modernität und Wirkung aus. Die Edition wird insofern eine Kartografie seiner Denkbewegungen liefern.. ... Dass das Werk des genialen Menschen Walter Benjamin heute durch diese Edition weiterlebt, ist schon jetzt ein Grund zur Freude.«

"Es ist Benjamins eigentümlicher Denkstil, der, mittlerweile gut erforscht, eine Neuedition gleichsam erzwingt. ... Das Fragmentarische, über die Jahre hin vieles miteinander Verwebende macht einen Großteil von Benjamins Modernität und Wirkung aus. Die Edition wird insofern eine Kartografie seiner Denkbewegungen liefern.. ... Dass das Werk des genialen Menschen Walter Benjamin heute durch diese Edition weiterlebt, ist schon jetzt ein Grund zur Freude."
Alexander Cammann Die Tageszeitung
Walter Benjamin, geb. 1892 in Berlin, studierte in Freiburg i. Breisgau Philosophie, Germanistik und Kunstgeschichte. Nach Beginn des ersten Weltkrieges setzt er sein Studium in München und dann in Bern fort. 1933 emigriert er nach Paris. Nach der Besetzung Frankreichs und kurzzeitiger Internierung entschließt er sich in die USA zu internieren. An der spanischen Grenze wartet er aber vergeblich auf ein Visum. Da seine Auslieferung an die Geheime Staatspolizei droht, nimmt sich Walter Benjamin im spanischen Küstenort Port Bou mit einer Überdosis Morphium das Leben.

Inhaltsangabe

Der Begriff der Kunstkritik in der deutschen Romantik Manuskripte, Drucke Kommentar von Uwe Steiner

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