Soziale Probleme von Menschen mit geistiger Behinderung
Probleme von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit geistiger
Behinderung werden in der Heilpädagogik und in der Praxis der
Behindertenhilfe immer noch vornehmlich aus der geistigen
Behinderung heraus interpretiert. Obwohl in der Fachdiskussion
Behinderung heute primär als soziale Kategorie verstanden wird,
zeigt sich v.a. in der Praxis der Behindertenhilfe eine Dominanz
der Schädigungsperspektive: Behinderung wird primär als
medizinische oder als individuelle Kategorie aufgefasst.Dieses Buch
leistet einen Beitrag dazu, Lebensprobleme von Menschen mit
geistiger Behinderung konsequent als soziale Problematik verstehbar
zu machen. Nach den Themen Geschlecht, Sexualität, Liebe und
Partnerschaft werden als spezifische soziale Problematik Einsamkeit
und Ablösung vom Elternhaus behandelt. Ein eigener Themenbereich
beschäftigt sich mit Fragen der strukturellen sowie der personalen
Gewalt in Einrichtungen der Behindertenhilfe sowie der Delinquenz
und Kriminalität. Unter der Überschrift "Gesundheit und
Behinderung" werden u.a. Defizite der allgemeinmedizinischen
Versorgung von Menschen mit geistiger Behinderung, Alkohol- und
Suchtgefährdungen, Verhaltensauffälligkeiten und
Persönlichkeitsstörungen behandelt. Das Themenspektrum
Stigmatisierung, soziale Abhängigkeit und Fremdbestimmung, soziale
Ausgrenzung und Abwertung bildet den abschließenden Schwerpunkt des
Bandes. Der Herausgeber: Dr. Ernst Wüllenweber, Diplom-Pädagoge und
Supervisor, ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Zielgruppen: Praktiker in
der Behindertenhilfe, Heilpädagogen in Studium und Praxis, Lehrende
der Heilpädagogik.
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