Rosen für eine Leiche - Loy, Hannsdieter

Hannsdieter Loy 

Rosen für eine Leiche

Broschiertes Buch
 
2 Kundenbewertungen
***** ausgezeichnet
versandkostenfrei
innerhalb Deutschlands
10 ebmiles sammeln
EUR 9,90
Sofort lieferbar
Alle Preise inkl. MwSt.
Bewerten Empfehlen Merken Auf Lieblingsliste


Rosen für eine Leiche

Zwei Tote werden in einem Ausflugskahn an den Strand des Chiemsees getrieben. Direkt vor die Füße von Kriminalrat a.D. Joe Ottakring, dem früheren Chef der Münchner Mordkommission. Eigentlich woltte Ottakring nichts mehr zu tun haben mit unbekannten Leichen. Er ist genung beschäftigt mit den beiden Frauen, die ihm den Schlaf rauben. Doch derr Fall läßt ihn nicht los.


Produktinformation

  • Verlag: Emons
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 207 S.
  • Seitenzahl: 220
  • Oberbayern Krimi Bd.6
  • Best.Nr. des Verlages: 559
  • Deutsch
  • Abmessung: 205mm x 138mm x 20mm
  • Gewicht: 245g
  • ISBN-13: 9783897055599
  • ISBN-10: 3897055597
  • Best.Nr.: 23351001
»Ein spannender Krimi, nicht reißerisch oder blutrünstig, sondern eher gemütlich, in dem es dem Autor sichtlich auch darauf ankommt, mit dem Kommissar einen Menschen mit Ecken und Kanten zu entwickeln. Spannende Unterhaltung mit Lokalkolorit.« Bayerischer Rundfunk, Rosenheim

"Ein ebenso fesselnder wie mit Ironie gespickter Kriminalroman aus der oberbayerischen Provinz." -- Volksblatt
Hannsdieter Loy wurde als Autor erstmals durch seinen Hunderoman 'Die Donisl-Bande' bekannt. Loy arbeitet heute als Werbetexter und Übersetzer, insgesamt eine Vita, die man bei einem früheren Kampfpiloten der Luftwaffe und Kommandeur nicht zwingend vermuten würde. Er lebt dort, wo seine Romane spielen, und in Spanien.

Leseprobe zu "Rosen für eine Leiche" von Hannsdieter Loy

Die beiden Leichen wurden an den Strand getrieben, als Liebermanns Biergarten voller Menschen war. Alles hätte ich in dieser Stunde erwartet, nur keine Leichen. Ich saß allein an einem Tisch mit Blick auf den Chiemsee, ein Glas Weißbier vor mir. Die Hitze des Tages durchwanderte gerade den frühen Abend, über meiner Bauchgegend hatten sich nasse Flecken auf dem gelben Poloshirt gebildet. Es war einer jener schwülen Frühsommertage im Rosenheimer Land, die einem zu schaffen machen. Etwas Trostloses lag in der Art, wie sich die Hitze gegen jede Bewegung wehrte. Es herrschte eine bedrückende Stimmung.

Unter der Terrasse zum See hin und entlang der seitlichen Hauswände wuchsen Rhododendronbüsche, die in voller Blüte standen; die Hortensien schwangen sich gerade dazu auf - ein Anblick wie aus einem Rosamunde-Pilcher-Film. Grüne und rote Boote lagerten kieloben am Ufersaum; sie sahen aus wie schlafende Seekühe. Das Blattwerk der alten Eichen säuselte leise, Zeichen einer Abendbrise, die man darunter im Biergarten nicht spürte. Links vom See die Kampenwand, noch mit Schnee im zerklüfteten Fels, den die Sonne langsam rosa färbte. Die Autobahn darunter rauschte leicht.

In der Nacht hatte es gestürmt. Obwohl die Brise nun wieder auffrischte, vibrierte die Luft und sang in hoher Frequenz. Alle Schnaken der Gegend waren aus dem Schilf gekrochen und wuselten um mich herum. Sie ließen sich an den freien Flecken meines Körpers nieder und begannen hartnäckig, mich auszusaugen. Zur Gegenwehr hatte ich nur das Spray aus der Dose, die Liebermann auf jeden einzelnen der Tische postiert hatte. Anstatt zu sprühen, hätte ich mit dem Ding auch werfen können - es hätte genauso wenig geholfen.

Am Anfang hatte ich nur einen schwarzen Punkt gesehen. Die Dünung des Chiemsees trug ihn aus Richtung Fraueninsel herüber. Als der Punkt zum Strich wurde, hielt ich ihn zuerst für ein Stück Holz oder ein Kleidungsstück, das im Wasser trieb. Dann erkannte ich eine Form.

"Tach, Ottakring."

Eine schwere Hand legte sich auf meine Schulter.

"Ham Se eine Rauchbombe nötich?"

Liebermann in seiner viel zu warmen Jägerkluft ragte neben mir empor. Er blickte zufrieden auf seine Stiefelspitzen. Sein Gasthaus brummte. Er bezeichnete sich als Mischlingsbayer, stammte ursprünglich aus Westfalen. Früher war er Opernsänger gewesen, Bariton. Von seinen Einkünften hatte er sich dieses Wirtshaus am südöstlichen Chiemseeufer gekauft, Stück für Stück renoviert und einen Biergarten direkt ans Wasser gesetzt.

"Rauchbombe? Wenn's hilft, absolut", sagte ich und nahm die Zigarre, die er mir hinhielt. Ich steckte sie mir an, drückte mit der ersten Rauchwolke, die ich ausstieß, einen Schwarm Schnaken gegen die Tischplatte und schlug mit der flachen Hand zu. Blut spritzte. Wahrscheinlich meines. Eine Frau am Nebentisch tat entsetzt. Ich blies, ohne hinzusehen, den Rauch meines zweiten Zugs aus dem Mundwinkel in ihre Richtung.

"Schauen Sie mal", sagte ich zu Liebermann. Meine Hand zeigte auf das Treibgut.

Liebermann schaute aufs Wasser hinaus.

Für eine Minute schwiegen wir.

"Das ist ein Boot, nich?", sagte Liebermann.

Ein Hund kam von irgendwoher. Mittelgroß, schwarz, wuscheliges Fell, lange, abgeklappte Ohren und ein Blick, treuer als ein Schaf - nur wesentlich intelligenter.

Ich wollte auch gern einen Hund haben. Jetzt wartete ich darauf, dass dieser sich setzte. Doch er blieb stehen, mit den Pfoten im seichten Wasser, wedelte unschlüssig mit dem Schwanz und blickte hinaus.

Wie das herantreibende Boot da auf den schwachen Wellen schaukelte, ähnelte es einem Schwimmer, der im Wasser die Luft anhält und den toten Mann markiert.

"Das ist ein Kahn", sagte ich. "Ein ruderloser Kahn."

Ich löschte sorgfältig die Zigarre, stand auf und lehnte mich neben Liebermann an einen Baum.

Der Hund tappte durchs seichte Wasser, dann schwamm er hinaus, dem gemächlich anlandenden Kahn entgegen. Offenbar vermisste niemand den schwarzen Kerl. Ob es ein Vergehen war, ihn einfach mitzunehmen?

Kein Mensch hätte der ganzen Sache weitere Aufmerksamkeit geschenkt, wäre die Ankunft des Kahns nicht vom Zischen zweier Schwäne und dem Gekläff des Hundes begleitet worden, der mit dem Kahn zurück an den Strand geschwommen kam und jetzt aufgeregt darum herumplanschte. Etwas stimmte nicht. Ich zog Liebermann zum Wasser. Es handelte sich um ein gewöhnliches Ruderboot, wie man es zu Ausflügen auf dem See oder zum Angeln benutzt.

Der Hund hatte sich in ein Stück Holz verbissen, das aus dem Kahn ragte. Knurrend zerrte er daran. Ich fand, dass ich eingreifen musste, zog die Schuhe aus, stieg ins flache Wasser, angelte nach der Bugleine, deren loses Ende im Wasser vorausschwamm, und zerrte den Kahn an Land.

Liebermann schien kriminologischen Instinkt zu besitzen, denn er tat, was sich gleich darauf als das Richtige erweisen sollte: Er scheuchte eine Handvoll Neugieriger weg.

Im Innenraum des Kahns hatten sich einige dürre Zweige ineinander verhakt, wie die Finger zweier Hände sich verhaken. Schemenhaft zeichnete sich darunter etwas ab.

Liebermann meldete sich zu Wort. "Diese Zweige hat bestimmt der Nachtwind angeweht. Das macht der öfters. Im und am See. Weiß der Henker, wie."

In diesen Tagen herrschte die gelbe Pollenpest, die es nur alle sieben Jahre gibt. Man merkte es daran, dass die Äste und der ganze Kahn mit gelbem Blütenstaub bedeckt waren. Als ich das Geäst und die Blätter vorsichtig zur Seite räumte, heftete sich der feuchte Staub wie Schminke an meine Arme.

Ich zog den oberen Teil weg.

Köpfe kamen zum Vorschein. Zwei Köpfe, die zu Menschen gehörten, die auf dem nassen Boden des Kahns lagen. Eine Frau und ein Mann - beide tot.

Die Frau war jung, vielleicht Ende zwanzig. Sie hatte ihr Haar hochgesteckt, vage war dezent aufgetragener bläulicher Lidschatten zu erkennen. In brutalem Kontrast: das Loch in ihrer Stirn.

Das Alter des Mannes konnte man möglicherweise an dem weißen Haarkranz bestimmen, nicht aber am Gesicht. Dessen rechte Hälfte fehlte bis zu den Wangen.

Ich warf einen Blick zu Liebermann hinüber. Seine Augen richteten sich verwirrt auf mich, so, als ob es an mir wäre, das Rätsel zu lösen. Ein Rätsel, das keine gute Lösung versprach.

Ich neigte den Kopf und schloss die Augen. Ein plötzlich auftauchender stechender Schmerz in meiner Brust drohte mich zu zerreißen.

Kundenbewertungen zu "Rosen für eine Leiche" von "Hannsdieter Loy"

2 Kundenbewertungen (Durchschnitt 5 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen ***** ausgezeichnet)
***** ausgezeichnet
 
(2)
***** sehr gut
***** gut
***** weniger gut
***** schlecht
Schreiben Sie eine Kundenbewertung zu "Rosen für eine Leiche" und Gewinnen Sie mit etwas Glück einen 15 EUR buecher.de-Gutschein

Bewertung von unbekanntem Benutzer am 13.10.2010 ***** ausgezeichnet
alles bestens, jeder Zeit wieder

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch

0 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
War diese Bewertung für Sie hilfreich?
JA NEIN

Dem Autor für die Bewertung danken
Verstoß melden
Kommentieren Sie diese Bewertung

Bewertung von cooking mamiii aus Mönchengladbach am 03.07.2010 ***** ausgezeichnet
In dem Buch ,,Rosen für eine leiche" von Hannsdieter Loy geht es um einen täter, der allen seinen opfern eine rose auf die schulter legt. kriminalkomissar rex muss den fall aufklären, schafft es aber nicht, also wird er aus dem team geschmissen. aber die junge marianne glaubt noch an ihn und versucht, dass er weiter in dem fall ermitteln darf. während das theam noch damit beschäftigt ist, zu entscheiden, wer ins team darf und wer nicht, tötet der täter noch 10 weitere opfer. alle machen sich vorwürfe und arbeiten nun erst recht gut zusammen.
Ob sie nun den täter finden werden?
Lies selbst!
Mir hat das buch sehr gut gefallen, da ich kriminalromane liebe! ich kann das buch nur an jeden weiteremfehlen! es ist einfach gut und hat mich begeistert. ich bin grade daran es das vierte mal zu lesen.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
War diese Bewertung für Sie hilfreich?
JA NEIN

Verstoß melden
Kommentieren Sie diese Bewertung

Sie kennen "Rosen für eine Leiche" von Hannsdieter Loy ?
Tipp: Stöbern Sie doch mal ein wenig durch ausgewählte aktuelle Bewertungen in unserem Shop

6 Marktplatz-Angebote für "Rosen für eine Leiche" ab EUR 1,80

Zustand Preis Porto Zahlung Verkäufer Rating
leichte Gebrauchsspuren 1,80 1,50 Banküberweisung, Selbstabholung und Barzahlung Loveaffair 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 1,90 1,20 Banküberweisung andina 100,0% ansehen
wie neu 4,19 1,10 Banküberweisung Griazi 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 4,99 1,25 Banküberweisung IT-Buchladen 100,0% ansehen
wie neu 5,80 1,10 Banküberweisung, PayPal janet_blau  % ansehen
wie neu 8,40 1,50 sofortueberweisung.de, Selbstabholung und Barzahlung, PayPal, Lastschrift, Banküberweisung Hausmanns Büchershop 98,4% ansehen
Mehr von