Ludwig II. - Spangenberg, Marcus

Marcus Spangenberg 

Ludwig II.

Der andere König

Herausgeber: Thomas, Götz
Broschiertes Buch
 
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Ludwig II.

Über kaum einen anderen Monarchen der Neuzeit wird so viel spekuliert und fantasiert wie über König Ludwig II. von Bayern (1845-1886). Er, der sich selbst ein Rätsel sein wollte, bleibt in der Tat bis heute in vielen Bereichen ein Mysterium. Auch sein rätselhafter Tod hält ihn bis heute lebendig. Die Biografie zum 125. Todestag Ludwig II. berücksichtigt den neuesten Forschungsstand und bietet überraschende Einblicke und Deutungen.


Produktinformation

  • Verlag: Pustet, Regensburg
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 144 S. m. zahlr. z. Tl. farb. Abb.
  • Seitenzahl: 175
  • Kleine bayerische Biografien
  • Deutsch
  • Abmessung: 189mm x 116mm x 18mm
  • Gewicht: 244g
  • ISBN-13: 9783791723082
  • ISBN-10: 3791723081
  • Best.Nr.: 32752861
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 27.04.2011

Volksfern
Ludwig II. von Bayern

Immer wieder Ludwig, dessen 125. Todestag bevorsteht. Hermann Rumschöttel konzentrierte sich mehr auf die Stellung im außen- und innenpolitischen Machtgefüge sowie die Wirkung in der Nachwelt (F.A.Z. vom 7. März), während Marcus Spangenberg jetzt das selbst gefühlte Gottesgnadentum und den vereinsamten Menschen in den Mittelpunkt eines zitatenreichen und unterhaltsamen Porträts stellt. Der Leser erfährt, dass die Lockenpracht "ein Ergebnis täglicher Frisier-Kunst mit dem Brennstab war", dass Ludwig die Zahnpflege vernachlässigte, in seinen letzten Lebensjahren an starkem Mundgeruch litt und ab und zu ein parfümiertes Tuch vor seinen Mund hielt: "Es ist gut nachvollziehbar, dass der König sich selbst gegenüber und den Menschen zunehmend unleidlich wurde und der körperliche Verfall die Distanz zur Öffentlichkeit vergrößerte." Den Umgang mit Frauen empfand der Monarch "entnervend" und den mit Reitknechten schätzte er so sehr, dass der Justizminister dem Kabinettssekretär Ende 1865 über Gerüchte berichtete, "Seine Majestät sei ein Spinatstecher".

Es gibt laut Spangenberg keine Beweise für …

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Marcus Spangenberg M.A. studierte Kunstgeschichte, Geschichte, Klassische Archäologie und Religionswissenschaft in Regensburg und Bonn. Seit 1978 beschäftigt er sich mit König Ludwig II., insbesondere mit der Rezeption des bayerischen Monarchen und seinen Bauten.

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Kundenbewertungen zu "Ludwig II." von "Marcus Spangenberg"

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Bewertung von Erich Adami aus Kleinwallstadt am 01.05.2011 ***** ausgezeichnet
Das Cover: Graphisch gut gestaltetes Cover. Es gibt ja eine Menge Bilder von Ludwig II., aber dieses Bild, welches Marcus Spangenberg ausgewählt hat, visualisiert den „anderen König“ optimal.
Besonderheiten: Viele Bilder, meist schwarz/weiß, eine Zeittafel, ein Literaturverzeichnis und ausge-wählte Internetadressen
Meine Meinung: Bayern gedenkt in diesem Jahr mit einer Ausstellung in Herrenchiemsee dem 125 Todestag seines berühmtesten Königs Ludwig II. Das schlägt sich natürlich auch auf dem Buchmarkt nieder und so sind bereits oder erscheinen noch eine Unmenge von neuen Publikationen zu diesem Thema. Auch Marcus Spangenberg, ein ausgewiesener Kenner des Märchenkönigs, erfüllt sich seinen Wunsch, das Leben Ludwigs II. aus seiner Sicht zu beschreiben und er glaubt zu erkennen, dass er einige andere Seiten des König gefunden hat welche er seinen Lesern in diesem Buch näher bringen will.
Was unterscheidet nun seine Biographie von den vielen anderen bereits geschriebenen Lebensläufen des Königs? Der Text bewegt sich praktisch auf zwei Ebenen. In der ersten, auf normalem weißen Hintergrund, wird das Leben des Königs erzählt, kompakt und auf das Wesentliche beschränkt. Die neuen bzw. der Allgemeinheit weniger bekannten Facetten stecken in der Biographie vor allem in den grau hinterlegten „Kästen“.
Der Autor wollte in seinem Buch nicht nur eigene neue Aspekte einbringen, sondern auch Themen, die bisher nur in der Spezialliteratur hinterlegt sind, für den „allgemeinen“ Leser nutzbar machen. Inte-ressant ist besonders der Schriftwechsel mit Paul von Thurn und Taxis (erstmals nach mehr als 50 Jahren und in Deutsch) und mit Wilhelm von Hessen (erstmals überhaupt), den Marcus Spangenberg in seinem Werk auszugsweise veröffentlicht. Auch die Beschreibung der Schlösser und deren Verbin-dung mit dem Leben und Wollen des Königs sind sehr spannend und nachdenkenswert. Auch kann das Buch mit neuem Bildmaterial aufwarten, was immer seltener der Fall ist.
Unseriöse sensationelle Enthüllungen darf der Leser hier nicht erwarten, Spangenberg bleibt auf dem Boden der durch Quellen gedeckten Wahrheiten. Er beginnt nicht auch darüber zu spekulieren, ob Ludwig II. ein Wittelsbacher war oder nicht, was ihm zur Ehre gereicht. Für den Autor spricht zwar einiges dafür, dass der Märchenkönig homosexuell war, seine Sexualität habe er aber wahrscheinlich nicht ausgelebt, was sehr wahrscheinlich ist, denn die Ansprüche Ludwigs an sich selber und an das Königtum von Gottes Gnaden waren sehr hoch. Mit sehr viel Sensibilität hat Marcus Spangenberg dieses Thema im Kapitel „Ludwigs schwierigster Kampf“ behandelt. Er bleibt dabei immer auf dem Boden des beweisbaren. Ein wichtiges Anliegen des Buches ist es aufzuzeigen, wie die historische Person Ludwig hinter einem unscharfen Schleier von ständig wiederholten Klischees verschwindet.

Für das Thema, welches für die meisten von Interesse ist, hat der Autor nur wenig zu sagen. Der un-geklärte Tod Ludwigs II. im Starnberger See ist in dem Buch schnell abgehandelt, obwohl es doch erdrückende Hinweise auf einen Königsmord gibt. Dieses Thema stand wohl für Marcus Spangenberg nicht so sehr im Vordergrund, obwohl es zu einer Biographie eigentlich dazugehört.
Was will das Buch dem Leser also sagen? Ludwig war nicht wie die Anderen und er wusste es. Lud-wig war ein Getriebener und er war meist unglücklich. Er hatte keinen ebenbürtigen Freund, der ihm in kritischen Situationen beigestanden hätte. Sein politisches Umfeld und seine Zeit hat ihn immer mehr zu diesem anderen König gemacht, den uns der Autor näher bringen will. Der Leser lernt bei der Lektüre den König ein bisschen besser zu verstehen.
Wie gesagt, Experten werden vieles – aber eben gewiss nicht alles – kennen, aber das Buch soll ja vor allem „unbeleckte“ Leser finden und sie über den König und seine Zeit aufklären.

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