Der Wurzelsepp - May, Karl

Karl May 

Der Wurzelsepp

Hrsg. v. Euchar A., Roland, Lothar u. Bernhard Schmid. Roman. Hrsg. v. Euchar A., Roland, Lothar u. Bernhard Schmid

Buch mit Leinen-Einband
 
versandkostenfrei
innerhalb Deutschlands
18 ebmiles sammeln
EUR 17,90
Sofort lieferbar
Alle Preise inkl. MwSt.
Bewerten Empfehlen Merken Auf Lieblingsliste


Der Wurzelsepp

Eine der liebenswertesten Gestalten Karl Mays zeigt in zwei Episoden ihren detektivischen Spürsinn. "Der Geldprotz" ist eine spannende Schmugglergeschichte an der böhmischen Grenze. "Der Samiel", ein skrupelloser Räuber, dessen Identität niemand kennt, findet schließlich im schlauen Sepp seinen Meister.


Produktinformation

  • Gesammelte Werke
  • Bd.68
  • Verlag: Karl-May-Verlag
  • 1960
  • 1960.
  • Ausstattung/Bilder: 558 S.
  • Seitenzahl: 565
  • Best.Nr. des Verlages: 68
  • Deutsch
  • Abmessung: 175mm x 116mm x 33mm
  • Gewicht: 407g
  • ISBN-13: 9783780200686
  • ISBN-10: 3780200686
  • Best.Nr.: 00370253
Karl May (1842 - 1912) war das fünfte von 14 Kindern einer armen Weberfamilie aus Ernstthal/Sachsen. Vom Studium am Lehrerseminar wurde er zunächst ausgeschlossen, nachdem er Kerzenreste unterschlagen hatte. Später konnte er die Ausbildung fortsetzen, arbeitete nur 14 Tage in seinem Beruf, bevor er wieder des Diebstahls bezichtigt und von der Liste der Kandidaten gestrichen wurde. Wegen Diebstahls, Betrugs und Hochstapelei wurde er in den Jahren darauf immer wieder verhaftet und monatelang festgesetzt. Die Jahre zwischen 1870 und 1874 verbrachte er im Zuchthaus Waldheim. Erst viele Jahre nach dem Erscheinen des akribisch recherchierten Orientzyklus reiste Karl May tatsächlich in den Orient. Karl May war lange Zeit einer der meistgelesenen deutschen Schriftsteller. Er starb1912 in Radebeul.

Leseprobe zu "Der Wurzelsepp"

Bitte klicken Sie auf die Navigation oder das Artikelbild, um in Der Wurzelsepp zu blättern!



Leseprobe zu "Der Wurzelsepp" von Karl May

Eine bedenkliche Wette (S. 347-348)

Noch immer saß der Kronenbauer mit dem Wurzelsepp unter der Tanne. Sie schienen einander gleichgültige Dinge zu erzählen. Als Sepp jetzt die Bäuerin kommen sah, stand er von seinem Sitz auf und schwenkte ihr den Hut entgegen. „Schau, da kommt sie, da kommt sie, das prächtige Weib mit den klunkrigen Beinen und dem buckligen Leib!“ An Stelle der Kronenbäuerin antwortete Fritz Hiller schlagfertig: „Schau, dort steht er, dort steht er, der wacklige Kauz mit der riesigen Nas und der quabbligen Schnauz!“ „Ja“, lachte der Sepp, „der Fritz versteht’s halt schon, einem heimzuleuchten. Dem darf man nicht kommen, besonders, wenn er mit der schönsten Bäuerin rundum lustwandelt! Grüß Gott, Bäuerin! Weiß Gott, dass d’ halt immer noch hübscher wirst!“

„Und du immer ausgelassener“, antwortete sie. „Grüß Gott! Was hat dich hergebracht?“ „Ein gutes Geschäft.“ „Willst mir Eier abkaufen oder Milch oder Heu?“ „Nein. Heu hab ich selber genug im Schädel. Ich brauch’s nicht. Was andres. Kannst keinen Gast brauchen?“ „Einen Gast? Was für einen?“ „Einen feinen. Nicht einen, der nur da wohnt und isst und trinkt und fortgeht, fast ohne ‚Hab Dank‘, sondern einen, der fein zahlt.“ „Wie heißt er denn?“ „Ludwig. Herr Ludwig.“ „Das klingt nicht grad vornehm.“ „Wenn du nach dem Namen gehst, so kannst dich oftmals täuschen.“ „Freilich wahr, Sepp.

Es kann ein Lump einen feinen Namen haben. Aber was ist er denn, der Herr?“ „Ein Künstler ist er und dazu noch ein Gelehrter.“ „Malt er?“ „Er malt alles, was er sieht – wenn er Lust dazu hat. Fürs Geld tut er’s nicht. Dazu ist er zu reich.“ „Ist er alt?“ „Oh, er ist in den besten Jahren! Er ist noch nicht mal ganz so alt wie ich!“ „Na, dann danke ich. Wenn er nicht ganz so alt ist wie du, so kann er doch schon an die Siebzig zählen.“ „So schlimm ist’s nicht. Er hat etwas über dreißig so bis hin zu vierzig.“ „Das will ich mir eher gefallen lassen: Ich lieb nur die Jugend und die Schönheit!“, sagte sie, ohne zu bedenken, wie sie ihren Mann damit verletzte.

„Schön ist er schon“, erklärte Sepp. „Ich hab noch keinen prächtigeren Mann gesehn!“ „Bist ja ganz begeistert, alter Sepp! Wie schaut er denn aus, dein feiner Herr?“ „Hoch, stark, mit mächtigen, dunklen Augen, vor denen man sich fürchten möcht, wenn sie nicht auch so mild, lieb und gut blicken täten.“ „Grad wie ein Romanheld! Das wär halt mein Geschmack!“ „Na, Bäuerin, mit dem Geschmack musst dich wohl nach dem Bauern richten!“ „Schon, schon“, sagte sie kühl und streifte das wächserne Gesicht des Blinden mit einem raschen Blick.

„Diesen Herrn darfst’s überhaupt nicht merken lassen, dass er dir gefällt.“ „Nimmt er’s etwa übel? Sonst sind die Männer doch gewöhnlich von anderm Schlag!“ „Merken lassen darfst es ihn nicht, sonst geht er gleich fort.“ „O weh! Ist ja der reine Rührmichnichtan! – Kennst ihn denn so genau?“ „Natürlich! – Ist ja mein bester Freund! Wenn ich ihn nicht kennen tät, so würd ich ihn dir gar nicht empfehlen.“

3 Marktplatz-Angebote für "Der Wurzelsepp" ab EUR 9,00

Zustand Preis Porto Zahlung Verkäufer Rating
wie neu 9,00 1,20 Banküberweisung, Selbstabholung und Barzahlung Graf Koks 99,3% ansehen
10,00 1,60 Selbstabholung und Barzahlung, PayPal, Nachnahme, Banküberweisung, offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten) Antiquariat partes antiquares 99,3% ansehen
wie neu 17,30 0,00 Banküberweisung mgl-buch 94,4% ansehen
Mehr von