Annas Schwester - Lassauer, Walter

Walter Lassauer 

Annas Schwester

Das Mädchen vom Inn. Historischer Roman. Trilogie. Das schicksalhafte Leben zweier altbayerischer Bauernfamilien am Inn im ausgehenden 19. Jahrhundert.

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Annas Schwester

Die industrielle Revolution ist im vollen Gange. Eine Epoche, geprägt von enormen sozialen, technischen und politischen Umwälzungen. Ganz Europa ist im Aufbruch... Das archaische Femebündnis der 'Haberfeldtreiber' feiert 'im Land vorm Gebirg' (un-)fröhliche Urständ und wird, ob der ausufernden Brutalität, zur Bedrohung der Menschen und auch der Justiz im Königreich Bayern. Der Roman ist die Geschichte starker Frauen in einer Welt des Patriarchats, der Kirche und der Obrigkeit. Dreiundzwanzig Kinder erblicken von 1875 - 1906 auf einem Einödhof zwischen Wasserburg und Mühldorf am Inn das Licht der Welt. Not, Leid und Tod geben sich auf dem 'Maierhof' zu Lohen tagtäglich die Hand, sind ständige Gäste der immer ums nackte Überleben kämpfenden, tiefgläubigen Bauernfamilie. Preisverfall durch weltweite Importe, andauernde Ernteausfälle aufgrund von verheerenden Unwettern und Naturkatastrophen, bringen den Hof mehrmals an den Rand des Ruins. Nachdem die junge Bäuerin Anna kurz nach der Geburt ihres zehnten Kindes Elisabeth an 'Kindsbettfieber' stirbt, geht ihre jüngere Schwester Maria auf Anraten des Dorfpfarrers aus Mittergars am Inn, eine sogenannte 'Sororat-Ehe' mit ihrem Schwager Georg Inninger ein. In der Zeit von 1890 - 1906 gebärt sie ihm weitere dreizehn Kinder! Gelingt es 'Annas Schwester', zusammen mit ihrem kranken Mann, einen schier aussichtslosen Kampf zu gewinnen: Den 'Maierhof' zu Lohen über diese schweren Zeiten zu retten und ihn der nächsten Generation in starke und tüchtige Hände zu übergeben?


Produktinformation

  • Verlag: Wiesenburg
  • 2012
  • 2., überarb. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 596 S.
  • Seitenzahl: 590
  • Deutsch
  • Abmessung: 205mm x 134mm x 48mm
  • Gewicht: 600g
  • ISBN-13: 9783942063807
  • ISBN-10: 3942063808
  • Best.Nr.: 34113418

Kundenbewertungen zu "Annas Schwester" von "Walter Lassauer"

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Bewertung von Herbert Huber aus Wasserburg am Inn am 18.02.2012 ***** sehr gut
Der Roman schildert die Aufbruchzeit des Wandels (1867 - 1910) in einer Gegend nahe Gars am Inn. Der Markt Gars liegt zwischen Wasserburg am Inn und Mühldorf. Schon diese Verortung zeigt, dass man in eine verträumte Landschaft geführt wird.
Im Wesentlichen beschreibt der Roman die Sippe der Kohwagner und Inninger auf einem Einödhof. Die Kleinbauernfamilie muss ums Überleben kämpfen während Grossgrundbesitzer ein Leben im Überfluss ererben. Andere erkennen die Läufe der Zeit und suchen im Handel ihr Glück. Gleichzeitig wird durch die Eisenbahn der Niedergang der Innschifffahrt eingeläutet.
Der Katholizismus ist im bäuerlichen Volk tief verankert und führt durch das Ideal der kinderreichen Familie zu zusätzlichen Härten. Geburtenkontrolle oder gar -verhinderung ist eine schwere Sünde. So gibt es auf dem kleinen Einödhof Jahr für Jahr eine Geburt. Bis zum Ende des Romans sind es 23 (von denen nicht alle überleben). Neben diesem ehelichen Jammertal gibt es freilich auch zahlreiche außereheliche Verbindungen, oft durch falsche Versprechungen oder indem der Sohn eines Grossbauern oder dieser selbst die Abhängigkeit der jungen Mädel ausnutzt. Die jungen Mütter geraten bestenfalls ins Abseits, werden aus dem Gäu vertrieben oder ertränken sich gleich im Inn. Neben den sozialen, gesellschaftlichen Komponenten spielt die Moral der vorherrschenden katholischen Kirche eine herausragende Rolle im Roman.
Das stimmungsvolle Umschlagfoto des Inns stammt vom Autor und passt wunderbar zum breiten Geschichts- und Geschichtengemälde auf den nahezu 600 Seiten. Die geschichtlichen und lokalen Zeitumstände sind gut recherchiert. Da hat Lassauer wohl alle erreichbaren Quellen angezapft und studiert.
Die genauen Ortsangaben sprechen natürlich besonders die Leser an, die jene Gegend kennen und schätzen. Dazu zähle ich. Man möchte fast - trotz der beschriebenen bäuerlichen Enge und Schicksalsschläge - dort wohnen. Der reiche Fundus an Detailwissen verleitet den Autor alles vorm Leser auszubreiten. Dabei vergisst er etwas die Dramaturgie des Stoffes.
Manche Episoden lassen sich nur schwer einordnen, da zeitlich oft unmotivert gesprungen wird. Auch die Protagonisten schweifen in Gedanken zurück und stören damit den roten Faden.
Der Autor trifft Sprache und Duktus des bäuerlichen Personals erstaunlich gut.
Wer einen breiten, ausufernden Erzählfluss mag, findet hier einen ereignisreichen Familienroman aus der bäuerlichen Schicht, Ende des 19. Jhdts. Die gute Einbettung in die Region und Geschichte belehrt den Leser, vielleicht zu oft. Wer zudem den stillen Flecken Land kennt und schätzt hat einen langen Lesemarathon aus harten Zeiten vor sich.

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