Stararchitekten von Zaha Hadid bis Herzog & de Meuron haben die
ehemals eintönige Welt der Museumsarchitektur mit glanzvollen
Neubauten und Erweiterungen aufgemischt. Der Trend zu gewagter
zeitgenössischer Architektur bei Museumsneubauten reicht jedoch
weit über die beeindruckenden Arbeiten von Renzo Piano oder Tadao
Ando hinaus. Auch viele weniger bekannte Architekten haben
bemerkenswerte Ausstellungsorte für Kunst und Artefakte
geschaffen.
Einige haben kontroverse Reaktionen hervorgerufen, wie das Museo
Universitario de Arte Contemporaneo des mexikanischen Architekten
Teodoro González de León auf dem wuchernden Campus der UNAM
(Universidad Nacional Autónoma de México). Andere wurden begeistert
angenommen, wie der weitläufige, lichtdurchflutete Erweiterungsbau
der Art Gallery of Ontario von Frank O. Gehry, der erste Auftrag
für ihn in seiner Heimatstadt Toronto. Wieder andere öffnen neue
Perspektiven für den Umgang mit Brachflächen und der
Revitalisierung von verfallenen Industriegebäuden: Die Umnutzung
eines stillgelegten Hochofens aus den 60er Jahren durch Nicholas
Grimshaw zu Horno 3, einem einladenden zusätzlichen
Ausstellungsraum des Stahlmuseums in der mexikanischen Stadt
Monterrey, ist ein gutes Beispiel. Im spanischen Cartagena
arbeitete Rafael Moneo über zehn Jahre eine Struktur für das Museo
del Teatro Romano heraus, welche die Besucher wie bei einer
Ausgrabung durch die Geschichte, aber auch durch die Schichten des
Ortes selbst führt.
Philip Jodidio, geb. 1954 in New Jersey, studierte Kunstgeschichte und Wirtschaftswissenschaften in Harvard. Er ist Autor zahlreicher Publikationen zur zeitgenössischen Architektur.
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