Bekannte und unbekannte deutsche Balladen hat Walter Renneisen
ausgesucht. Darunter eine der schönsten und dramatischsten dieses
Genres: Conrad Ferdinand Meyers "Die Füße im Feuer". Aber
auch Heiteres und Satirisches ist dabei: so etwa Balladen von
Joachim Ringelnatz, Gottfried Keller, Adolf Glasbrenner, Fritz
Graßhoff und von Heinz Erhard.
Joachim Ringelnatz, 1883 in Wurzen bei Leipzig geboren, zeigte als Hans Bötticher, der sich später Joachim Ringelnatz nannte, schon früh Spürsinn fürs Abenteuerliche und Skurrile. Nach der Schulzeit fuhr er vier Jahre lang zur See, war im Ersten Weltkrieg Kommandant eines Minensuchbootes. 1920 tauchte er in der Münchner Boheme auf und rezitierte im 'Simpl'. Dort entdeckte ihn Hans von Wolzogen für seine Berliner Kleinkunstbühne 'Schall und Rauch'. Entscheidenden Erfolg errang Ringelnatz mit den 'Turngedichten' und den Liedern vom Seemann 'Kuttel Daddeldu'. Als reisender Artist trug er überall seine Verse vor und wurde zu einem Klassiker des deutschen Humors. 1933 Auftrittsverbot und Beschlagnahme seiner Bücher. Völlig mittellos geworden, starb er 1934.
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