Die Bräute des Satans - Klausner, Uwe

Uwe Klausner 

Die Bräute des Satans

Historischer Roman

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Die Bräute des Satans

Das Kloster Maulbronn, im Jahre 1417. Die Hennen legen nicht, die Kühe geben kaum Milch, der Wein schmeckt wie Essig. Und als das Bauernmädchen Mechthild der Zauberei verdächtigt wird, ist die Krise perfekt. Bruder Hilpert, der erst vor ein paar Wochen ins Kloster heimgekehrte Bibliothekar, tut alles, um die Gemüter zu besänftigen. Doch das Unheil nimmt seinen Lauf. Kaum hat er mit seinen Ermittlungen begonnen, wird der verkohlte Leichnam eines Mitbruders gefunden. Vom Täter, der auf einem Pergamentröllchen die Buchstaben EST hinterlassen hat, fehlt dagegen jede Spur ...


Produktinformation

  • Verlag: Gmeiner
  • 2010
  • 2. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 323 S. 200 mm
  • Seitenzahl: 323
  • Gmeiner Original
  • Best.Nr. des Verlages: 1072
  • Deutsch
  • Abmessung: 202mm x 122mm x 26mm
  • Gewicht: 352g
  • ISBN-13: 9783839210727
  • ISBN-10: 3839210720
  • Best.Nr.: 29740962
Über Bruder Hilperts bisherige Fälle: "... Ein klassisches, historisch profund recherchiertes Krimikonzept ..." (Mittelaltermagazin PAX ET GAUDIUM)<br/><br/>"... Feist, fett, prall, grausam, aber auch lebensfroh, ein perfekter Mittelalterkrimi, der höchstes Lesevergnügen und anschauliche Darstellung des Lebens sowie interessante historische Details miteinander vereinigt." (Main-Echo)<br/><br/>"... Beste Unterhaltung für lange, dunkle Winterabende! Aber Vorsicht: Suchtgefahr!" (Karfunkel - Zeitschrift für erlebbare Geschichte)<br/><br/>"... spannend und unterhaltsam zugleich ..." (Fränkische Nachrichten)
Uwe Klausner, Jg. 1956, geb. und aufgewachsen in Heidelberg, hat in Mannheim und Heidelberg Geschichte und Anglistik studiert und lebt heute mit seiner Familie in Bad Mergentheim. Neben seiner Tätigkeit für den Gmeiner-Verlag hat er mehrere Theaterstücke verfasst. In seiner Freizeit widmet sich Uwe Klausner unter anderem dem Sport.

Leseprobe zu "Die Bräute des Satans"

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Leseprobe zu "Die Bräute des Satans" von Uwe Klausner

 Erster Tag Siebenundzwanzig Jahre später (Sonntag, 14. November 1417) (S. 16-18)

Terz

[Skriptorium, 9:20 h]
Worin Bruder Hilpert, Bibliothekarius zu Maulbronn, mit einem ungewöhnlichen Vorfall konfrontiert wird.

»Bruder Hilpert – auf ein Wort!«

Nichts Gutes ahnend, ließ der siebenunddreißigjährige Bibliothekarius den Gänsekiel in den Federhalter fallen und legte das Messer, mit dem er ihn hatte schärfen wollen, wieder auf seinen Platz. Dann wandte er sich dem Cellerarius zu, der unter Missachtung sämtlicher Anstandsregeln ins Skriptorium gestürmt war. »Stets zu Diensten«, entgegnete der hagere Zisterzienserbruder mit der ergrauten Tonsur, zu dessen hervorstechendsten Eigenschaften seine wahrhaft stoische Gelassenheit zählte. »Womit kann ich dienen?«

Außer sich vor Bestürzung, knallte Bruder Gervasius, der übergewichtige Cellerar, die Tür des Skriptoriums einfach zu, fuchtelte wie ein Klageweib mit den Händen herum und lief ruhelos hin und her. »Einfach … einfach unfasslich!«, stammelte er und ließ seinen Worten eine Prophezeiung apokalyptischen Ausmaßes folgen: »Eine Heimsuchung, wogegen die zehn biblischen Plagen wie ein laues Lüftchen erscheinen.« »Ich muss gestehen, Ihr macht mich neugierig, Cellerarius«, entgegnete Bruder Hilpert, die Hand auf sein Schreibpult gestützt. Und fügte mit unterschwelliger Ironie hinzu:

»Wenn jemand wie Ihr sein Tagewerk ruhen lässt, muss schon allerhand passiert sein.« Bruder Gervasius, dessen Leibesfülle in umgekehrt proportionalem Verhältnis zu seiner Auffassungsgabe stand, schnappte nach Luft, blähte die Backen und ließ den angestauten Atem entweichen. »Das könnt Ihr laut sagen!«, pflichtete er Bruder Hilpert bei und fuhr mit der Handfläche über beide Wangen, deren Rötung den passionierten Weintrinker verriet. »Schließlich hat man als Cellerar eine Menge zu tun.« »Amen!«, warf der Rubrikator ein, dessen Arbeitsplatz sich an der Stirnseite von Bruder Hilperts Stehpult befand.

Der zweiundzwanzigjährige Rheinländer, dem es oblag, beschriebene Pergamentbögen mit Initialen zu versehen, tauchte die Feder in eines der Rinderhörner auf seinem Pult und fuhr ohne aufzuschauen mit seiner Tätigkeit fort. Er war ein akribischer Arbeiter, verstand es meisterhaft, die verschiedensten Farbtöne zu kreieren. Berühmt-berüchtigt für seinen trockenen Humor, hatte es sich der Mönch mit den abstehenden Ohren folglich nicht entgehen lassen, den Auftritt des Cellerars auf die ihm eigene Weise zu kommentieren.

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