Bahnhofsmission - Krug, Michael

Michael Krug 

Bahnhofsmission

Kriminalroman

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Bahnhofsmission

Ein faszinierender Krimi um Macht und Intrigen vor dem Hintergrund des Milliardenprojekts STUTTGART 21.

In Stuttgart erregt das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 die Gemüter. Als der Vorstandsvorsitzende der größten Bank des Landes in einem Kellerraum des Stuttgarter Hauptbahnhofs erschlagen aufgefunden wird, gerät der Bahn-Manager Norbert Hagemann unter dringenden Mordverdacht. Der karrierebesessene Finanzjongleur war nicht nur zur Tatzeit am Tatort. Bald wird auch bekannt, dass er ein Verhältnis mit der Frau des toten Bankers hat. Doch diese Lösung scheint dem erfahrenen Kriminalbeamten Herbert Bolz viel zu einfach ...


Produktinformation

  • Verlag: Gmeiner
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 273 S.
  • Seitenzahl: 273
  • Gmeiner Original
  • Best.Nr. des Verlages: 1091
  • Deutsch
  • Abmessung: 202mm x 122mm x 23mm
  • Gewicht: 322g
  • ISBN-13: 9783839210918
  • ISBN-10: 3839210917
  • Best.Nr.: 29738475
Michael Krug, Jahrgang 1956, ist in Stuttgart geboren und in Ludwigsburg aufgewachsen. Nach einem philologischen Studium in Tübingen und in den USA machte er seine ersten beruflichen Schritte als Mitarbeiter der Stuttgarter Zeitung und der Stuttgarter Nachrichten. Krug arbeitete zwölf Jahre als Pressesprecher und Kommunikationsmanager bei einem Computerkonzern in Deutschland und der Schweiz, bevor er mit einem Schulfreund die Kommunikationsagentur Krug und Petersen in Tübingen gründete. Heute ist er Inhaber und Geschäftsführer der Agentur K&L.

Leseprobe zu "Bahnhofsmission"

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Leseprobe zu "Bahnhofsmission" von Michael Krug

25 (S. 204-205)

Aus dem kleinen Weinberghäusle oberhalb von Uhlbach ließ sich das gesamte Neckartal von der markanten Flussbiegung bei Plochingen bis über Cannstatt hinaus überblicken. Ausflügler und Touristen, die von hier oben, meistens natürlich nicht von einem Weinberghäusle, sondern von der Kapelle am Rotenberg aus, über die Landschaft blickten, waren sich meist uneins, ob diese Aussicht herrschaftliche oder eher gemischte Gefühle hervorrief. Die Fernsicht war unstreitig herrlich.

Das, was die Bewohner inzwischen aus dem Tal selbst gemacht hatten, war ein Teil der Wirtschaftsgeschichte des Südwestens. Hafenanlagen, Daimler-Werke und tausend andere Industriebetriebe, Bundesstraßen und Hausbau sorgten dafür, dass von der einstmals lieblichen Flusslandschaft ein komplett überbauter Uferbereich und das kanalisiert dahinfließende Wasser übrig waren. Um die Ader für Natur und Romantik anzusprechen, musste man den Blick weiter nach oben richten und die über allen Ansiedlungen unverändert reifenden Reben betrachten. Wer die richtige Blickhöhe wählte, konnte die von unten in das Bild der Rebenlandschaft stoßenden Kirchtürme entdecken sowie die sich bis auf die Halbhöhe erstreckenden Weindörfer.

Als Delascasas aus dem Weinberghäusle ins Tal blickte, hatte er für landschaftliche Reize keinen Sinn. Erst wenn der Eigentümer dieses Hangs zur Weinlese anrückte, würde man ihn entdecken oder er schnell verschwinden müssen. Bis dahin würde ihn hier niemand finden. Die CDs, die dieser Schreiberling ihm geklaut hatte – wie konnte er sie einfach herumliegen lassen? –, waren die einzige Spur, die zu ihm führte. Rösler, der irgendetwas mitgekriegt hatte, zumal Schnüffeln und jede Art von Indiskretion sein Metier waren, hatte sich die Telefonate heruntergezogen. Wie kam er nur darauf?

Ja klar, Rösler wühlte respektlos in den Daten aller herum, teilweise für Hagemann und teilweise, weil er wahrscheinlich gar nichts anderes mehr machte. Rösler hatte sogar Hagemann überwacht und dazu gelegentlich abhören lassen. Daher hatte Delascasas schon überlegt, ob man dem widerlichen Treiben nicht mit einem kleinen Hinweis an die bahninterne Revision ein Ende machen sollte. Seit die politischen Wellen über wesentlich harmlosere Aktivitäten vehement hochgegangen waren, wusste man, dass man auf einem Pulverfass saß.

Kundenbewertungen zu "Bahnhofsmission" von "Michael Krug"

1 Kundenbewertung (Durchschnitt 3 von 5 Sterne bei 1 Bewertungen ***** gut)
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Bewertung von Dine aus Eislingen am 18.08.2010 ***** gut
Stuttgart Hbf - Ein normaler Donnerstagmorgen, an dem der Bahn-Manager Norbert Hagemann aus Berlin zurückkehrt, wo er, wie schon oft, mit den zuständigen Beamten der Politik über das Projekt "Stuttgart 21" debattiert hatte.
Gewohnheitsmäßig will er sich mit einem Journalisten namens J.J. Palm im Geheimen treffen und ihm Insidertipps über die aktuellen Zahlen zum Projekt weitergeben.
Alles läuft wie immer, gut geplant und für Dritte unsichtbar. Doch nach seinem nächsten Ausflug nach Berlin kommt Palm zu spät und Hagemann wird in Handschellen abgeführt.
Ein Mord sei geschehen, an dem ausgewählten Treffpunkt der beiden Geheimnistuer ...

Diesen Krimi könnte man gut in drei Teile aufgliedern.
Im ersten Abschnitt wurde ich mit den wichtigsten Figuren und dem Mordopfer bekannt gemacht. Dann geschah der Mord und der, für mich typische, Schwabe Kommissar Bolz bekam seinen ersten Auftritt.
Ab da war es um mich geschehen. Was mir vorher an detailreichen Personenbeschreibungen des Autors zu heftig wurde, wich bei dem breit schwäbisch-sprechenden Bolz in den Hintergrund. Dieser, schon in die Jahre gekommene, Polizist hatte sich mit seinem ersten Dialekt-Satz in mein Herz geredet. Ich liebe es einfach, wenn die Protagonisten in Regionalkrimis auch teilweise so sprechen dürfen, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist.

Im zweiten Abschnitt ging es hauptsächlich um das Großprojekt "Stuttgart 21" und was alles damit zusammenhing. Am meisten ging es natürlich um Zahlen und Fakten, die die Politik aus Berlin wissen wollte.
Der Autor nahm sich Zeit, um einzelne Situationen genau zu erklären und den Leser etwas tiefer in das Konzept von "Stuttgart 21" blicken zu lassen.
Dadurch wurde der Mord mitsamt dem Kommissar etwas aufs Abstellgleis gestellt, was mir überhaupt nicht gefiel.
Aber umso interessanter wurde die Rolle des Norbert Hagemann, der über alles zu dem Milliardenprojekt wusste.
Durch seine Stellung bei der Bahn kam heraus, dass jemand "Big Brother" spielte und seit einiger Zeit seine Finger bei dem Thema "Stuttgart 21" drin hatte. Von einer wichtigen und mächtigen Position aus wurde alles über jeden einzelnen Mitarbeiter von Hagemann bespitzelt.
Neben der Kontrolle über Telefonate, Emails, An- und Abwesenheitslisten, wichtige Termine und Bankdaten wurde ebenso an den Zahlen der Kalkulationen für "Stuttgart 21" manipuliert und das Letzte nicht nur vor Ort, sondern auch in der Hauptstadt des Landes, Berlin.
Das waren für mich so viele Informationen auf einmal, dass ich zwischendurch manches zweimal lesen musste, damit ich den Inhalt besser verstand.

Im letzten Drittel wurde es dann endlich richtig spannend.
In Sachen Mord erzielten Bolz und Palm durch gemeinsames Ermitteln und Recherchieren endlich einen Durchbruch. Nebenbei führten einzelne Fäden, auch in der Manipulation des Millionenprojektes, schließlich bei einer Figur zusammen.
Die Handlungsorte wechselten nun öfters um Stuttgart und insgesamt war mehr Action zu spüren.
Es gab keine störenden Unterbrechungen mehr durch Erklärungen, der Spannungsbogen war immer präsent, es ging ständig voran.
Somit war ich dann auch schnell am Ende angelangt, da dieser dritte Teil sehr viel Spaß machte.

Daher war es im Großen und Ganzen ein guter Krimi!
Doch leider ziehe ich zwei Sterne für die detailreichen Personen- und Situationsbeschreibungen ab. Es wurden teilweise Figuren sehr genau vorgestellt, deren Handlung überhaupt keine große Rolle spielte. Und mit manchen Situationen im Bezug auf das Projekt brachte mich der Autor mit seiner Ausführlichkeit mehr durcheinander, als dass ich es schlussendlich verstand.
Trotzdem würde ich mich über weitere Schwabenkrimis mit Kommissar Bolz und Journalist Palm freuen!

So gebe ich dem Debütroman von Michael Krug drei positive Sterne.

Es gibt 1 Kommentar zu dieser Bewertung
  • Madie aus Stuttgart am 15.03.2011
    Liebe Diene,

    Ich bin Vollblut Stuttgarter und muss einen Essay ueber ein Thema meiner Wahl schreiben (4000 Worte) Ich habe mir nun einige Rezensionen durchgelesen und weiss aber noch …mehr
     (Inhalt anstößig?)

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