Lost Heroes - Iiro Rantala

Iiro Rantala 

Lost Heroes

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Lost Heroes

Wo kommen bloß all die exzellenten Pianisten her, die Siggi Loch auf seinem Label präsentiert? Nach Yaron Herman, Vijay Iyer oder Gwilym Simlock lässt nun also der Finne Iira Rantala aufhorchen - und zwar mit einem Tribute-Konzept, das Vielseitigkeit und Einfühlungsvermögen mit höchster Virtuosität verknüpft. Rantala widmet die zehn Stücke von "Lost Heroes" Vorbildern, indem er sich in ihre musikalische Seele hineinversetzt, ohne sie einfach zu zitieren. Lediglich zwei Tracks stammen nicht von ihm: "Donna Lee" von Charlie Parker widmet er Art Tatum, "Bluesette" von Toots Thielemans spielt er für Oscar Peterson. Doch man hört im schnellen Track "Can't Get Up" die Basslinien von Jaco Pastorius heraus, und mit dem Einstieg "Pekka Pohjola" zollt Rantala seinem gleichnamigen Landsmann Tribut, der seit den Siebzigern eine Fusion aus Jazz, Rock und Klassik pflegte. Finnische Wurzeln verarbeitet Rantala zudem mit "Jean And Aino", seiner Hommage an den Komponisten Jean Sibelius. Mit Erroll Garner (verspielt und virtuos: "Thinking Of Misty"), Michel Petrucciani und Bill Evans kommen weitere Vorbilder zu Ehren, und Rantala lässt dabei spielerisch sechs Jahrzehnte Jazzpiano Revue passieren. Den krönenden Abschluss bildet als Verbeugung vor der Welt der Oper ein nachdenkliches, melodisches "Intermezzo" für den Tenor Luciano Pavarotti. Bei aller Spiellaune und Könnerschaft bleibt Iiro Rantala stets einfühlsam und oft auch melancholisch. Am schönsten zeigt sich das in "Tears For Esbjörn", seiner Hommage an den tödlich verunglückten schwedischen Kollegen vom Esbjörn Svensson Trio. Manfred Gillig-Degrave
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag


Produktinformation

  • Anzahl: 1
  • Datenträger: CD
  • Erscheinungstermin: 25.02.2011
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 24.09.2011

Helden der Vergangenheit
Der Pianist Iiro Rantala ehrt zehn tote Freunde

Von Ulrich Olshausen

Hörte man dieses Album blind und wüßte man nur, dass jedes Stück einem anderen Musiker gewidmet ist, man würde keinen der Adressaten erraten. Einfache Zitate oder Stil-Imitate kommen nämlich bei dem finnischen Pianisten Iiro Rantala nicht vor. Als Chef des "Trio Töykeät" hatte er sich lange genug als unberechenbarer Exzentriker erwiesen. Nach achtzehn Jahren löste er die Gruppe auf. Spielt nun alleine, nicht mehr so wild wie früher, aber seine Phantasie steht nicht still.

Sie sorgt für unerwartete Bezüge, aber auch individuelle Gefühle gegenüber seinen durchwegs schon gestorbenen Helden. Dem 2008 verunglückten Pianisten Esbjörn Svensson widmet Rantala eine Trauermusik und für den frühen Meister des integrierten Klaviertrios, Bill Evans, spielt er einen Walzer. Für Erroll Garner verwandelt er zwar Motive aus dessen Komposition "Misty", verzichtet aber auf Nachahmung der berühmten Verschleppungstechnik zwischen rechter und linker Hand. Dem ersten wichtigen E-Bassisten des Jazz, Paco Pastorius, ist eine Art Schule der …

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Trackliste zu "Lost Heroes" von Iiro Rantala


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