Auf seiner Australientournee im vergangenen Jahr entwickelte e.s.t.
bei spontanen Jam-Sessions das Konzept für dieses Album. Es sollte
ein neues Kapitel im internationalen Triumphzug des Trios
aufschlagen. Doch nachdem Esbjörn Svensson im Juni bei einem
Tauchgang ums Leben kam, ist "Leucocyte" sein Vermächtnis
geworden. Das Trio wählte den Titel "Leucocyte", weil
Leukozyten, die weißen Blutkörperchen, den Körper gegen fremde
Erreger und Infekte verteidigen. Von Zeit zu Zeit müssen sie sich
erneuern, um ihre Arbeit fortsetzen zu können. Das galt auch für
e.s.t., erklärt Siggi Loch, Geschäftsführer des ACT-Labels:
"Nichts auf dieser Platte war vorkomponiert, es ist alles
spontan entstanden. Und damit wäre dieses Album der Beginn einer
neuen Entwicklung von e.s.t. gewesen. Nun war es aber leider nicht
der Anfangs-, sondern der Schlusspunkt einer Entwicklung, die 15
Jahre angehalten hat." Die Platte sieht Loch als Vermächtnis
des Bandgründers Esbjörn Svensson. Das schwedische Trio war Lochs
erfolgreichster Act. Seit 1995 arbeitete er mit e.s.t. zusammen,
vom Album "Viaticum" (2004) verkaufte ACT europaweit
100.000 CDs. "Ich glaube nicht, dass es derzeit einen
vergleichbaren Act im Bereich des instrumentalen Jazz gibt, der so
viel verkauft." Dabei habe e.s.t. keinerlei Zugeständnisse ans
Publikum gemacht, sondern immer seine eigene Musik gespielt.
"Und diesen Jazz dann mehrheitsfähig zu machen und ein junges
Publikum an diese Musik heranzuführen, das ist eine der größten
Leistungen, die e.s.t. vollbracht hat", betont Loch.
Zugeständnisse machte die Formation auch nicht auf dem neuen Album,
das am 29. August erscheint. Es war schon vor dem Tod des Pianisten
komplett fertig und erscheint nun so, wie es Svensson an Siggi Loch
übergeben hat - "nur ein Sticker weist auf die Lebensdaten des
Musikers hin", sagt Loch. So wie das Blut im Innern eines
Körpers durch die Adern fließt, so pulsieren hier die Songs. Die
Musiker agieren in einer Harmonie, die sie in ihrem 15 Jahre
währenden Zusammenspiel bis zur Perfektion entwickelt haben. Seit
zehn Jahren spielen Esbjörn Svensson, Dan Berglund und Magnus
Öström ausschließlich in der Dreierbesetzung, was, wie Loch betont,
einmalig im Jazzgeschäft ist. Svenssons herausragende Fähigkeiten
als Komponist bilden auch bei den Improvisationen die Basis für ein
in sich geschlossenes Album. Besondere Marketing- und
Promotionaktionen plant Siggi Loch für die Veröffentlichung nicht -
das verbietet ihm Svenssons tragischer Tod. Große Aufmerksamkeit
und Medienecho wird "Leucocyte" allemal ernten.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
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